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Anleitung: bunte Schale aus Modelliermasse 

Aus Ton lassen sich viele wunderbare Sachen töpfern. Nachteilig ist aber, dass Ton gebrannt werden muss. Zudem ist die Farbauswahl begrenzt. Dadurch wird für farbenfrohe Muster mindestens ein weiterer Arbeitsschritt notwendig. Eine schöne Alternative kann deshalb ofenhärtende Modelliermasse sein.

Ob fürs Müsli, als Gebäckschale auf dem Couchtisch, als Ablage für die Schlüssel im Flur oder als dekorative Aufbewahrungsmöglichkeit im Bad, auf dem Schreibtisch oder in der Bastelecke: Schalen kommen an den verschiedensten Stellen zum Einsatz. Doch im Laufe der Zeit wird so manche Schale unansehnlich.

Mal platzt irgendwo ein Stück ab, mal zieht sich ein Riss durch die Schale, mal ist sie innen verkratzt und mal gefällt die Optik einfach nicht mehr. Solche Schalen müssen aber nicht gleich entsorgt werden. Denn durch eine farbenfrohe Ummantelung aus Modelliermasse erstrahlen sie in neuem Glanz und verwandeln sich gleichzeitig in wirklich dekorative Unikate.

Und verglichen mit Ton, ergibt sich der Vorteil, dass Modelliermasse in unzähligen Farben erhältlich ist und im heimischen Backofen ausgehärtet werden kann. Doch wie wird die Modelliermasse verarbeitet?

Hier eine Anleitung für eine farbenfrohe Schale! 

 

Die Materialien für eine bunte Schale aus Modelliermasse

  • ·         Modelliermasse in mehreren Farben; die benötigte Menge richtet sich nach der Größe der Schale; für eine Müslischale werden etwa 3 Packungen (á 100 g) Modelliermasse benötigt
  • ·         1 Schale zum Ummanteln
  • ·         Nudelholz
  • ·         Messer
  • ·         Backpapier
  • ·         Klarlack

 

Die Anleitung für eine bunte Schale aus Modelliermasse

1. Schritt: die Modelliermasse vorbereiten

Im ersten Schritt werden die Modelliermassen zu einem farbenfrohen Marmormuster verarbeitet. Nun ist die Modelliermasse aber recht hart, wenn sie aus der Verpackung kommt. Erst durch kräftiges Kneten in Verbindung mit der Wärme der Hände wird sie allmählich weich und geschmeidig. Um sich die Arbeit zu erleichtern, ist es deshalb ratsam, die Modelliermasse nicht am Stück zu bearbeiten. Stattdessen kann der Block in drei, vier gleichmäßige Scheiben zerschnitten werden. Die Scheiben werden dann so aneinandergesetzt, dass ein langer Block entsteht. Dieser Block kann nun mit beiden Händen auf der Arbeitsfläche hin und her gerollt werden, bis eine etwa fingerdicke Wurst vorhanden ist.

Wie viele Farben für das Muster verwendet werden, bleibt natürlich dem eigenen Geschmack überlassen. Zwei Farben müssen es mindestens sein, genauso gut können aber auch drei, vier oder noch mehr Farben eingearbeitet werden. Alle Modelliermassen werden zu etwa fingerdicken Würsten ausgerollt. Soll von einer Farbe weniger enthalten sein, wird diese Wurst dünner ausgerollt. Wichtig ist nur, dass die Würste alle ungefähr gleichlang sind.

Nun werden die Würste dicht nebeneinandergelegt. Dann wird weitergerollt, bis sich die Würste zu einem Strang verbunden haben. Auch dieser Strang wieder solange weitergerollt, bis er etwa fingerdick ist. Anschließend wird der Strang in der Mitte durchgeschnitten. Die beiden Hälften werden erneut aneinandergelegt und wieder zu einer fingerdicken Rolle verarbeitet. Dies wird nun sooft wiederholt, bis das Marmormuster gefällt. Wie stark sich die Farben vermischt haben, wird übrigens am Anschnitt gut sichtbar. Und je öfter die Stränge geschnitten und gerollt werden, desto stärker vermischen sich die Farben miteinander.  

 

2. Schritt: die Modelliermasse ausrollen

Die bunt gemusterte Modelliermassenrolle wird nun zu einer dünnen Platte ausgerollt. Dabei kann die Rolle so bearbeitet werden, wie sie jetzt ist. Eine andere Möglichkeit ist, die Rolle der Länge nach durchzuschneiden, die beiden Hälften nebeneinanderzulegen und zu einer Platte auszurollen. Dadurch wird das Muster filigraner. Noch feiner wird das Muster, wenn die Rolle in Scheiben geschnitten wird. Die Scheiben werden dann nebeneinandergelegt und verbinden sich durch das Walzen mit dem Nudelholz zu einer Platte.

Dabei kann die Modelliermasse zunächst auf der Arbeitsfläche ausgerollt werden. Spätestens, wenn die Platte nur noch etwa einen Zentimeter dick ist, sollte die Modelliermasse aber zwischen zwei Lagen Backpapier gelegt werden. So wird die Modelliermasse dann mit dem Nudelholz weiterbearbeitet, bis die Platte noch rund drei Millimeter stark ist. Das Backpapier verhindert, dass die Modelliermasse auf der Arbeitsfläche festklebt. Sollte sich das Backpapier nicht richtig ablösen lassen, kann die Modelliermasse samt Backpapier für ein paar Minuten in den Kühlschrank gelegt werden. Durch die Kälte wird die Modelliermasse wieder fester und härter.

 

3. Schritt: die Schale mit der Modelliermasse ummanteln

Jetzt entsteht die eigentliche Schale. Dazu wird die dünn ausgerollte Modelliermasse in kleine Stücke zerschnitten. Dann wird das erste Stück genommen, auf die Schale gelegt und fest angedrückt. Wichtig ist, die Masse so auf der Schale festzudrücken, dass keine Lufteinschlüsse entstehen.

Anschließend wird das nächste Stück genommen, an das erste Stück angelegt und ebenfalls fest angedrückt. Die Ansätze können mit den Fingern glattgestrichen werden. Durch die Wärme der Hände wird die Modelliermasse ohnehin noch weicher, so dass sie sich ähnlich wie ein Hefeteig ziehen und dehnen lässt. Nach und nach wird so die Schale ummantelt, bis sie innen und außen komplett in die Modelliermasse eingepackt ist.

Extra-Tipp: Bleiben Reste übrig, können sie zusammengenommen und zu neuen Platten ausgerollt werden. Genauso ist möglich, mit einer Ausstechform für Plätzchen oder mit dem Messer verschiedene Motive auszuschneiden und diese zu Schmuckstücken, Geschenkanhängern, Schmuckelementen für Grußkarten und anderer Deko zu verarbeiten.

 

4. Schritt: die Modelliermasse im Backofen aushärten

Die fertige Schale kommt nun bei 110 Grad Celsius für eine halbe Stunde in den Backofen. Dadurch härtet die Modelliermasse aus. (Sicherheitshalber aber auf der Verpackung nachschauen, ob der Hersteller nicht andere Werte empfiehlt!) Nach dem Backen sollte die Schale am besten einfach im ausgeschalteten Backofen stehen bleiben, bis sie ausgekühlt ist.

 

5. Schritt: die Schale lackieren

Zum Schluss wird die Schale noch mit einer Schicht Klarlack überzogen. Der Klarlack dient als Schutzschicht und lässt die Schale schon glänzen. Soll die Schale für Lebensmittel verwendet werden, muss es aber ein Lack sein, der lebensmittel- und speichelfest ist. Fertig!

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