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Anleitung für ein getöpfertes Türschild

 

Ob an der Haustür oder an Türen von einzelnen Zimmern: Ein Türschild ist praktisch und dekorativ zugleich. Eine Idee, wie ein hübsches Türschild aus Ton geformt werden kann, stellt die folgende Anleitung vor.

 

Die Materialien für ein getöpfertes Türschild

  • ·         Ton und Tonschlicker
  • ·         Nudelholz
  • ·         Modellierholz und Messer
  • ·         Maßband oder Lineal
  • ·         Farbe, Glasur und Pinsel nach Wunsch

 

Die Anleitung für ein getöpfertes Türschild

Die Basis für das Türschild bildet eine Tonplatte. Für die dekorative Optik sorgen neben dem Schriftzug eine Kordel und eine rosenähnliche Blume.

 

1. Schritt: die Grundplatte für das Türschild

Als erstes wird ein Stück Ton vom Tonblock abgeschnitten und gut durchgeknetet. Das Kneten ist erforderlich, damit Luftbläschen entweichen und der Ton schön geschmeidig wird. Dann wird der Ton mit dem Nudelholz zu einer etwa 1 cm dicken Platte ausgerollt. Aus dieser Platte wird nun das Türschild ausgeschnitten, entweder frei Hand oder mithilfe einer Schablone. Ob das Türschild eine runde, eine ovale oder eine eckige Form erhält, bleibt natürlich dem eigenen Geschmack überlassen. 

 

2. Schritt: die Kordel für den Rand

Für einen hübschen Rand wird nun eine Kordel getöpfert. Dazu sollte zunächst ausgemessen werden, wie lang die Strecke um das Türschild herum ist. Damit keine Nahtstellen entstehen, sollte die Kordel nämlich an einem Stück um den Rand herum angelegt werden. Allerdings sollten die Enden der Kordel nicht aufeinandertreffen. Stattdessen sollte hier eine Lücke verbleiben, die später mit der Blume ausgefüllt wird. Dabei kann sich die spätere Verzierung entweder mittig oben, unten oder seitlich befinden.

Für die Kordel werden zwei dünne Tonstränge geformt. Die Stränge sollten gleichmäßig und auch gleichlang sein. Damit aus den beiden Teigsträngen eine Kordel wird, werden sie ungefähr in der Hälfte über Kreuz aufeinandergelegt. Dann werden die beiden Stränge von der Mitte aus zu einer Seite hin umeinander geschlungen. Ist die eine Hälfte der Tonstränge zur Kordel gedreht, wird das Ganze auf der anderen Seite wiederholt.

Anschließend wird die Tonplatte am Rand leicht angeraut und mit etwas Tonschlicker angefeuchtet. Die Tonkordel wird auf der Oberseite ebenfalls leicht angeraut und mit Tonschlicker benetzt. Dann wird die Tonkordel mit der angerauten Seite nach unten auf den Rand der Tonplatte gesetzt, ausgerichtet und Stück für Stück angedrückt. Die beiden Enden der Kordel können vorsichtig etwas flach gedrückt werden.  

 

3. Schritt: die Blume als Deko

Der kleine Zwischenraum, der zwischen den beiden Enden der Tonkordel freigelassen wurde, wird nun mit einer rosenähnlichen Blume ausgefüllt. Für die Blume wird eine kleine Tonkugel geformt und mit den Fingern vorsichtig flach gedrückt. Dabei sollten vor allem die Außenkanten recht dünn sein, damit das Blütenblatt später natürlich wirkt. Das Tonblatt wird nun von einer Seite her zu einer lockeren Spirale aufgerollt. Dabei sollten die Windungen leicht schräg verlaufen, so dass die Blütenmitte tiefer liegt als die äußeren Lagen. Für eine größere Blüte werden weitere Blätter geformt und wieder spiralförmig um die Blüte herum angelegt.

Die Blüte wird von zwei, drei Blättern begleitet. Für ein Blatt wird eine kleine, leicht ovale Tonkugel geformt. Die Tonkugel wird dann zuerst flachgedrückt und mit den Fingern ausgeformt. Anschließend werden mit dem Modellierholz eine Blattrippe in der Mitte und ein paar Blattadern zu den Seiten hin eingedrückt.

Mithilfe von Tonschlicker werden nun zuerst die Blätter und danach die Blüte auf das Türschild gesetzt. Mit den Fingern oder dem Modellierholz können die Blätter und die Blüte noch ausgeformt werden.

 

4. Schritt: der Schriftzug

Für den Schriftzug auf dem Türschild gibt es drei Möglichkeiten. Die erste Möglichkeit ist, den Schriftzug mit dem Modellierholz oder einem Messer in die Tonplatte zu ritzen. Die zweite Möglichkeit ist, dünne Tonstränge zu formen und daraus die Buchstaben zu gestalten. Als dritte Möglichkeit kann etwas Ton zu einer dickeren Platte ausgerollt werden. Aus der Tonplatte werden die Buchstaben dann ausgeschnitten, entweder mit dem Messer oder mithilfe von Ausstechformen. Die Tonbuchstaben werden wieder mit Tonschlicker auf das Türschild geklebt.

Zum Schluss werden noch zwei kleine Löcher in die Tonplatte gestochen. Durch diese Löcher wird später Schnur, ein Schmuckband oder Draht als Aufhänger gefädelt.

 

5. Schritt: trocknen, brennen und glasieren

Das Türschild muss nun lederhart trocknen, danach kann es gebrannt werden. Wer möchte, kann das Türschild nun noch bemalen oder glasieren. Je nach verwendeter Glasur wird allerdings ein zweiter Brand, der sogenannte Glasurbrand, erforderlich.

 

Extra-Tipp: Salzteig als Alternative

Wer gerne ein Türschild anfertigen möchte, aber keinen Ton zur Hand oder keine Brennmöglichkeit in der Nähe hat, kann statt Ton auf Salzteig zurückgreifen. Salzteig lässt sich schnell, einfach und kostengünstig herstellen. Das Grundrezept für Salzteig lautet ein Teil Wasser, zwei Teile Salz und zwei Teile Weizenmehl. Dabei werden zuerst das Salz und das Mehl in einer Schüssel miteinander vermengt.

Dann wird soviel Wasser eingearbeitet, dass ein gut formbarer Teig entsteht. Sollte der Teig zu sehr kleben, wird einfach etwas mehr Mehl hineingeknetet. Durch das Grundrezept entsteht ein weißer Salzteig, der beispielsweise mit Acrylfarben bemalt werden kann. Wer einen Salzteig verwenden möchte, der farblich an Ton erinnert und nicht bemalt werden muss, kann statt Weizenmehl Roggenmehl verwenden.

Beim diesem Salzteig werden ein Teil Wasser, zwei Teile Salz und drei Teile Roggenmehl miteinander verknetet. Außerdem sollte ein Schuss Speiseöl hinzugefügt werden, damit der Teig geschmeidiger wird. Das Türschild wird mit Salzteig genauso geformt wie mit Ton. Zum Aushärten wird das Türschild dann für etwa 40 Minuten bei 150 Grad in den Backofen gegeben.

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