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Anleitung für Mosaik-Blumentöpfe 

Trotz größter Sorgfalt kann es passieren, dass eine Töpferarbeit den Brand nicht übersteht. Genauso ist denkbar, dass ein Werkstück nicht ganz so aussieht wie geplant oder dem Töpfer irgendwann einfach nicht mehr gefällt. Manchmal passiert auch ein Missgeschick und ein Keramik- oder Porzellanteil fällt herunter und zerspringt in viele Scherben.

All das mag im ersten Moment zwar ärgerlich sein. Andererseits liefern die Scherben ein ideales Material für Mosaiken. Die Scherben müssen also keineswegs entsorgt werden, sondern können in etwas anderer Form in ganz neuem Glanz erstrahlen.

Die Kunst des Mosaiklegens blickt schon auf eine sehr lange Geschichte zurück. Die ältesten Mosaikfunde stammen schätzungsweise aus einem Zeitraum zwischen 3000 und 2500 vor Christus. Seitdem ist das Grundprinzip nahezu gleichgeblieben. Kleine Stücken aus Keramik, Porzellan, Glas oder Stein werden nämlich auf einem Untergrund befestigt und ergeben so ein Muster oder ein Bild.

Je aufwändiger das Motiv ist und je kleiner die Mosaiksteinchen sind, desto mehr Geduld und Fingerspitzengefühl ist natürlich gefragt. Ganz so kunstvoll und filigran muss es aber gar nicht sein. Denn auch etwas größere Scherben führen zu tollen Ergebnissen, wenn sie beispielsweise auf schlichten Tontöpfen angeordnet werden. Und ganz nebenbei wird so alten Tontöpfen, die durch die Wasserränder nicht mehr unbedingt ansehnlich sind, neues Leben eingehaucht.

 

Hier also eine Anleitung für Mosaik-Blumentöpfe!:

 

Die Materialien für Mosaik-Blumentöpfe

  • ·         Scherben aus Keramik oder Porzellan
  • ·         Spachtelmasse
  • ·         Fugenmasse
  • ·         Tontöpfe zum Bekleben
  • ·         Gefäß zum Anrühren der Massen
  • ·         kleiner, schmaler Spachtel oder Malmesser
  • ·         Schwamm oder Tuch

 

Die Anleitung für Mosaik-Blumentöpfe

1. Schritt: das Muster bestimmen

Zunächst einmal müssen genügend Scherben zusammengesammelt werden. Die Scherben können später wild durcheinander und somit als abstraktes Muster auf dem Blumentopf angeordnet werden. Möglich ist aber auch, ein bildliches Motiv aus den Scherben zu gestalten. Um schon mal einen Eindruck davon zu bekommen, wie das Mosaik aussehen wird, ist es in beiden Fällen ratsam, die Scherben einmal probeweise anzuordnen.

Dazu können die Scherben einfach auf der Arbeitsfläche hingelegt und solange verschoben werden, bis das Muster gefällt. Wer ganz sichergehen möchte, kann auch einen Papierstreifen im Umfang und der Höhe des Blumentopfes als Untergrund nehmen. Bei einem aufwändigeren Muster kann es außerdem sinnvoll sein, die Anordnung als grobe Skizze mit dem Bleistift auf den Blumentopf zu zeichnen. 

 

2. Schritt: die Scherben aufkleben

Als Klebstoff, mit dem die Scherben auf dem Tontopf festgeklebt werden, dient Spachtelmasse aus dem Baumarkt. Die Spachtelmasse wird jetzt mit Wasser angerührt. Das genaue Mischungsverhältnis ist auf der Verpackung angegeben. Wichtig ist, die Anleitung des Herstellers genau einzuhalten. So ist nämlich sichergestellt, dass die Spachtelmasse die richtige Konsistenz hat, sich gut verarbeiten lässt und zügig trocknet.

Ist die Spachtelmasse fertig, kann das Mosaik auf den Blumentopf geklebt werden. Dazu wird die erste Scherbe genommen. Mit dem Spachtel oder einem Malmesser wird dann soviel Spachtelmasse auf die Rückseite der Scherbe aufgebracht, dass die gesamte Rückseite satt mit der Spachtelmasse bedeckt ist.

Anschließend wird die Scherbe auf den Tontopf gelegt und angedrückt. Das wird nun mit der nächsten und allen weiteren Scherben wiederholt. Nach und nach entsteht so das Mosaik. Wie die Scherben angeordnet werden, bleibt natürlich dem eigenen Geschmack überlassen. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass die Scherben recht eng nebeneinandersitzen. Je kleiner die Abstände zwischen den Scherben sind, desto schöner wirkt später das Gesamtbild.

Prinzipiell wäre es auch möglich, die Spachtelmasse auf den Tontopf aufzubringen und die Scherben dort hineinzudrücken. Vor allem wenn die Scherben unterschiedliche Stärken haben oder gebogen sind, ist es so herum aber schwieriger, eine halbwegs gleichmäßige Oberfläche hinzubekommen.

Ist der ganze Blumentopf verziert, muss sie Spachtelmasse durchtrocknen.  

 

3. Schritt: das Mosaik verfugen

Ist die Spachtelmasse fest, werden die Räume zwischen den Scherben verfugt. Dafür wird die Fugenmasse gemäß Herstellerangaben angerührt. Anschließend wird die Fugenmasse großflächig auf dem Mosaik verteilt. Damit alle Zwischenräume gut verfüllt werden, sollte der Auftrag ruhig großzügig erfolgen. Die Fugenmasse kann dabei entweder mit den Händen verteilt oder mit dem Spachtel verstrichen werden. Auch ein biegsamer Teigschaber eignet sich gut als Hilfsmittel.

Ist das ganze Mosaik mit der Fugenmasse bedeckt, muss ein paar Minuten gewartet werden. Dann kann mit einem feuchten Schwamm oder Tuch über die Fläche gestrichen werden, um so die überschüssige Fugenmasse abzunehmen. Sind alle Scherben wieder sauber, muss der Blumentopf noch einmal zum Trocken beiseite gestellt werden. Spätestens am nächsten Tag ist auch die Fugenmasse komplett ausgehärtet.

Damit ist der selbstgemachte Mosaik-Blumentopf fertig!

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