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Eine Wollschale töpfern – so geht’s 

Eine Wollschale ist ein sehr praktisches Hilfsmittel beim Häkeln und Stricken. Und wie eine Wollschale getöpfert werden kann, erklärt die folgende Anleitung!

Wer regelmäßig häkelt oder strickt, kennt das Problem: Das Wollknäuel rollt unkontrolliert umher und verschwindet irgendwann unter dem Sofa oder dem Couchtisch. Wird mit zwei oder drei Garnen gleichzeitig gearbeitet, neigen diese dazu, sich zu verheddern. Und manchmal entdeckt die Katze das zuckende Wollknäuel als spannendes Spielzeug für sich.

Abhilfe kann eine Wollschale schaffen. Eine Wollschale ist eine Schale mit mehreren Öffnungen. Die Wolle oder das Garn wird in die Schale gelegt und durch eine der Öffnungen gefädelt. Das Knäuel bleibt dadurch an seinem Platz und ein bequemes Arbeiten wird möglich.

Nebenbei ist die Wollschale, die auch als Garnschale bezeichnet wird, ein dekoratives Accessoire. Wollschalen sind aus verschiedenen Materialien und in unterschiedlichen Formen erhältlich. Doch eine Wollschale lässt sich auch selbst töpfern.

Und hier ist eine Anleitung dazu!

 

Eine Wollschale töpfern – das wird benötigt

  • ·         Ton
  • ·         Schüssel und Frischhaltefolie
  • ·         Tonschlicker
  • ·         Nudelholz
  • ·         Messer
  • ·         Gabel
  • ·         dicke Stricknadel
  • ·         Glasur und Pinsel

 

Eine Wollschale töpfern – so geht’s

1. Schritt: den Ton und die Schüssel vorbereiten

Damit die Wollschale eine schöne und gleichmäßige Form erhält, wird eine größere Schüssel als Schablone verwendet. Dabei sollte die Schüssel ungefähr so groß sein, dass zwei bis drei Wollknäuel gut darin Platz haben. Zudem sollte die Schüssel nicht zu flach sein. Sonst hüpft die Wolle später aus der Schale. Die Schüssel wird in Frischhaltefolie eingewickelt. Die Frischhaltefolie verhindert zum einen, dass der Ton an der Schüssel kleben bleibt. Zum anderen wird das Reinigen der Schüssel einfacher.

Ist die Schüssel vorbereitet, geht es mit dem Ton weiter. Vom Ton wird eine dicke Scheibe abgeschnitten. Dann wird der Ton einmal gut durchgeknetet, damit er geschmeidiger wird und eventuelle Lufteinschlüsse entweichen. Anschließend wird der Ton zu einer runden, etwa 8 Millimeter dicken Platte ausgerollt.

 

2. Schritt: die Wollschale formen

Nun wird die Schüssel verkehrt herum, also mit dem Boden nach oben positioniert. Dann wird die Tonplatte vorsichtig hochgehoben und auf die Schüssel gelegt. Mit den Händen wird der Ton behutsam an die Form der Schüssel angepasst. Wichtig dabei ist aber, nicht zuviel Druck auszuüben. Andernfalls könnten die Ränder zu dünn werden. Ist die Form der Schüssel nachempfunden, kann der Rand mit dem Messer sauber und gleichmäßig abgeschnitten werden.

Damit die Wollschale später gut steht, bekommt sie einen Fuß. Dafür wird ein Stück Ton zu einer Wurst geformt, die etwas dünner ist als der kleine Finger. Die Tonwurst wird dann zu einem kreisrunden Ring gelegt. Anschließend wird die Oberseite der Tonwurst mit der Gabel etwas angeraut und mit reichlich Tonschlicker am Boden der Schüssel angeklebt. Ratsam dabei ist, die Tonwurst nicht genau in der Mitte der Stellfläche, sondern etwas versetzt anzubringen. Dadurch erhält die Tonschale eine leicht geneigte Form.

 

3. Schritt: die Öffnungen in die Wollschale einarbeiten

Nun bekommt die Wollschale die Öffnungen für das Garn. Für die Hauptöffnung wird mit dem Messer ein bogenförmiger Spalt eingeschnitten, der an der Oberkante beginnt. Am unteren Ende des Spalts wird mit einer dicken Stricknadel ein rundes Loch eingearbeitet. Rechts und links von der Hauptöffnung können je zwei, drei weitere Löcher ausgeschnitten werden. Auf der gegenüberliegenden Seite werden ebenfalls zwei Löcher ausgestochen.

Hinweis: Im Prinzip reichen einfache Löcher aus, durch die das Garn beim Stricken oder Häkeln gefädelt werden kann. Wenn die Strick- oder Häkelarbeit aber zwischendurch anprobiert werden muss, muss das Knäuel ebenfalls aus der Schale genommen werden. Ist das Garn durch ein Loch in der Schale gefädelt, ist das nicht möglich.

Deshalb wird die Hauptöffnung so gearbeitet, dass sie eine Verbindung zur Oberkante hat. Die Bogenform wiederum verhindert, dass das Garn beim Verarbeiten aus dem Spalt rutscht. Die Löcher neben der Hauptöffnung kommen zum Einsatz, wenn mit mehreren Garnen gleichzeitig gearbeitet wird. Und in die beiden Löcher auf der Rückseite können die Stricknadeln oder die Häkelnadel gesteckt werden, wenn die Arbeit ruht.

Sind die Löcher vorbereitet, wird die Wollschale von der Schüssel abgenommen. Nun können die Öffnungen noch einmal nachgearbeitet und die Löcher auf Wunsch auch etwas vergrößert werden. Anschließend sollten alle Löcher und die Oberkante mit dem feuchten Finger geglättet werden. 

[Grafik Wollschale]

Wollschale

 

4. Schritt: die Wollschale brennen und glasieren

Die fertige Wollschale muss nun trocknen, bis sie lederhart geworden ist. Das dauert mehrere Tage. Sollte die Wollschale im lederharten Zustand raue Kanten haben, können diese mit Schmirgelpapier geglättet werden. Hierbei ist aber behutsames Arbeiten gefragt, denn die Wollschale ist noch recht empfindlich und könnte brechen. Glatte Kanten sind jedoch notwendig, damit die Wolle später nicht hängen bleibt. Dann kann die Wollschale gebrannt werden.

Nach dem Brand wird die Wollschale noch glasiert. Am besten eignet sich dafür eine Flüssigglasur. Sie ist bereits gebrauchsfertig und kann nach einem kurzen Durchrühren mit dem Pinsel aufgetragen werden. Dabei kann die Wollschale je nach Geschmack entweder außen und innen oder nur auf der Innenseite glasiert werden.

Die Glasur sorgt nicht nur für eine schöne Optik, sondern macht die Oberfläche noch glatter. Deshalb sollte die Glasur auch in den Löchern aufgetragen werden. Lediglich die Stellfläche darf nicht glasiert werden, denn sonst würde die Wollschale im Ofen anbacken.

Die Glasur muss mindestens einen Tag lang trocknen. Danach kann der Glasurbrand erfolgen. Damit ist die selbstgetöpferte Wollschale fertig!

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