Anleitungen für einfache Tonarbeiten mit verschiedenen Töpfertechniken 

Ton ist ein Material, das sich hervorragend eignet, um seiner Kreativität und Phantasie freien Lauf zu lassen und die unterschiedlichsten Gegenstände anzufertigen. Der weiche Ton lässt sich gut formen, kneten und modellieren, zudem werden für das Töpfern im Grunde genommen nur die Hände und eben der Ton benötigt. Im Handel werden unterschiedliche Arten von Ton angeboten.

 

So gibt es beispielsweise Modellierton, dem verschiedene Materialen beigemischt sind. Dadurch lässt sich dieser Ton besonders gut formen und teilweise kann solcher Ton auch an der Luft getrocknet werden. Daneben gibt es Drehton, der fetter ist als normaler Ton und zum Einsatz kommt, wenn auf der Töpferscheibe gearbeitet wird. 

Wer das Töpfern ausprobieren oder zusammen mit Kindern oder auch Senioren Tonarbeiten anfertigen möchte, ist aber mit ganz normalem Ton am besten beraten. Diesen Ton gibt es meist in 10kg-Blöcken recht günstig zu haben. Wichtig ist aber, dass der Ton richtig gelagert wird, weil er ansonsten schnell austrocknet.

 

Um den Ton nur kurz aufzubewahren, reicht es aus, ihn in feuchte Tücher oder Frischhaltefolie einzuwickeln, ansonsten sollte der Ton am besten in einem Eimer mit Deckel aufbewahrt werden.  Wenn der Ton mit den Händen geformt wird, sind nur wenige zusätzliche Werkzeuge erforderlich. Hierzu gehört zunächst ein Messer oder eine Tonschlinge, um den Ton in Portionen zu teilen.

 

Zudem sollte eine Sprühflasche mit Wasser bereitstehen, damit der Ton zwischendurch immer mal wieder angefeuchtet werden kann. Dadurch bleibt er lange geschmeidig und lässt sich besser formen. Die anderen Hilfsmittel, die je nach Technik und Werkstück verwendet werden, sind meist ohnehin in jedem Haushalt vorhanden, nämlich beispielsweise ein Nudelholz, Besteck, ein Kamm, eine Bürste oder Plätzchenausstecher. 

 

 

Und hier jetzt einige Ideen und Anleitungen für einfache Tonarbeiten
mit verschiedenen Töpfertechniken:
 

 

 

Ein Teelichthalter mit der Aushöhltechnik

 

Generell beginnt jede Tonarbeit damit, dass der Ton durchgeknetet wird. Dadurch werden Luftbläschen im Ton entfernt und der Ton wird geschmeidig. Die Aushöhltechnik kennzeichnet sich dadurch, dass ein Tonklumpen mit den Fingern oder einem Löffel so weit ausgehöhlt wird, bis die Wände nur noch ein bis zwei Zentimeter dick sind.Für einen Teelichthalter wird nun etwas Ton zu einer etwa faustgroßen Kugel geformt.

 

Anschließend wird die Kugel auf einer Seite begradigt, damit der Teelichthalter später sicher und fest steht. Auf der Oberseite wird nun eine Vertiefung für das Teelicht in die Tonkugel gedrückt. Dies kann mit den Fingern, durch ein kleines Glas, ein Rundholz oder auch durch ein Teelicht erfolgen.

 

Damit die Tonkugel interessanter aussieht, kann die Außenseite nun noch mit einem Muster verziert werden. Für ein Streifen- oder Karomuster beispielsweise können eine Gabel oder ein Kamm über den Ton gezogen, für ein Kreismuster kann ein Glas in den Ton gedrückt werden.  

 

 

 

Ein Türschild mit der Plattentechnik

 

Bei der Plattentechnik wird der Ton mit dem Nudelholz zu dünnen Platten gewalzt, die dann unterschiedlich weiterverarbeitet werden können. Für ein Namensschild wird der Ton zu einer etwa 0,5cm dicken Platte ausgerollt.

 

Anschließend drückt der Bewohner des Zimmers, an dem das Namensschild hängen wird, seine Hand oder seinen Fuß fest in den Ton. Unter, über oder neben den Abdruck wird dann noch der Name platziert.

 

Dazu kann der Name entweder mit einem Messer eingeritzt werden oder die einzelnen Buchstaben werden aus Ton geformt und mit Schlicker auf der Tonplatte festgeklebt.

 

 

 

Ein Stifthalter mit der Wulsttechnik

 

Bei der Wulsttechnik wird der Ton in Wülste gerollt, die etwa fingerdick sind. Diese Wülste werden aufeinandergesetzt und mit Schlicker verklebt. Damit die Wülste sicher zusammenhalten, werden sie an den Verbindungsstellen aber erst etwas aufgeraut.

 

Für einen Stifthalter wird zuerst etwas Ton zu einer flachen Platte ausgerollt. Die Platte kann dabei sowohl rund als auch eckig sein. Dann werden Tonwülste gerollt. Die Tonplatte wird leicht angeraut und mithilfe von Schlicker wird die erste Tonwulst aufgesetzt.

 

Dann wird diese Tonwulst auf der Oberseite wieder aufgeraut und danach wird die zweite Tonwulst festgeklebt. So wird nun weitergearbeitet, bis der Stifthalter die gewünschte Höhe erreicht hat.    

 

 

 

Eine Tasse mit der Überformungstechnik

 

Die Überformungstechnik greift auf Gefäße oder Gegenstände zurück, die als Schablonen dienen. Der Ton wird zu dünnen Platten ausgerollt, die anschließend über die Gegenstände gelegt werden.Für eine Tasse wird zunächst eine kleine Schüssel in Frischhaltefolie eingewickelt.

 

Dies ist wichtig, damit sich der Ton später gut abnehmen lässt. Dann wird etwas Ton zu einer dünnen Platte ausgerollt und über die Schüssel gestülpt. Aus etwas weiterem Ton wird außerdem eine Wulst geformt, die dann als Henkel an die Tasse geklebt wird. Der Ton muss nun solange auf der Schüssel liegen, bis er lederhart aufgetrocknet ist.

 

Dann kann das Kunstwerk vorsichtig abgenommen werden. Mithilfe dieser Techniken können noch unzählige andere Gegenstände gebastelt werden, beispielsweise unterschiedliche Schalen und Gefäße, Anhänger und Schmückstücke, Figuren oder Spiele wie Memory und Domino.

 

Die fertigen Tonarbeiten müssen dann trocknen und werden anschließend gebrannt. Nach dem ersten Brand, dem sogenannten Schrühbrand, werden die Tonarbeiten glasiert und anschließend ein zweites Mal gebrannt. Der zweite Brand nennt sich Glasurbrand. 

 

 

Weiterführende Töpferanleitungen und Töpfervorlagen:

Thema: Anleitungen für einfache Tonarbeiten mit verschiedenen Töpfertechniken 

  1. ich suche ein Video oder eine DVD, in dem Schritt für Schritt
    Anleitung zum Töpfern gegeben wird.

    Comment by Inga Ladewig — 16. April 2014 @ 15:00

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