Tipps zum Brand von Töpferarbeiten 

Tonarbeiten werden nach ihrer Fertiggestellung zunächst getrocknet und anschließend dann in aller Regel gebrannt. Dabei werden die Tonarbeiten, die schon getrocknet, aber noch nicht gebrannt sind, auch als Grünware bezeichnet und in vielen Fällen gibt es zwei Brenngänge, nämlich zum einen den Rohbrand und zum anderen den Glasurbrand.  

Der Brand der Tonwaren gehört zu den kritischsten Arbeitsschritten, denn wenn die Tonmasse nicht richtig verarbeitet wurde, kann es passieren, dass die Tonwaren reißen oder schlimmstenfalls regelrecht explodieren.

 

Hier daher die wichtigsten Infos und Tipps
zum Brand von Töpferarbeiten:

 

 

        Der Rohbrand.

 

Beim Rohbrand können die einzelnen Werkstücke so in den Brennofen gestellt werden, dass sie sich berühren, möglichst ist zudem auch, sie ineinander zu stapeln. Allerdings sollten die Tonwaren nicht ineinander gestellt werden, wenn sie später nicht glasiert werden, denn ansonsten könnten die Farben ungleichmäßig ausfallen.  

Die Wärme innerhalb des Ofens steigt von unten nach oben. Daher sollten große Werkstücke in dem unteren Bereich des Ofens platziert werden, kleinere Werkstücke entsprechend weiter oben. Während des Rohbrandes, der auch als Schrühbrand, Vorbrand oder Biskuitbrand bezeichnet wird, ist eine langsame Steigerung der Brenntemperatur wichtig. Dies ist deshalb sehr wichtig, weil der Ton jetzt noch kristallin gebundenes Wasser enthält.  

Je langsamer sich die Temperatur erhöht, desto weniger Druck entsteht und der Wasserdampf kann allmählich entweichen. Bei Lufteinschlüssen oder bei einer zu schnellen Aufheizung würden die Werkstücke durch den Druck des Wasserdampfes zerbersten.  

Normalerweise erfolgt der Brand bis zu einer Temperatur von 650 Grad mit 100 Grad pro Stunde, danach erhöht sich die Temperatur bis zu etwa 960 Grad um 150 Grad pro Stunde. Die Endtemperatur bleibt dann für etwa 20 Minuten erhalten, wobei bei großen, dicken und empfindlichen Tonarbeiten die Aufheizgeschwindigkeit auch deutlich langsamer ausfallen kann.  

Nach dem Rohbrand lösen sich die Töpferwaren, die jetzt als Schrühware oder Tonscherben bezeichnet werden, in Wasser nicht mehr auf, sind aber dennoch weiterhin porös.

 

 

        Der Glasurbrand.

 

Hierbei dürfen die glasierten Tonwaren keinerlei Berührungspunkte zu anderen Objekten oder Teilen des Brennofens haben. Sinnvoll ist dabei, die Werkstücke so zu platzieren, dass sie einen Abstand von zwei bis drei Zentimetern zu allen Seiten hin haben.  

Durch den Glasurbrand schmelzen die aufgebrachten Glasuren auf und verbinden sich mit dem Werkstück. Da dieses jedoch kein Wasser mehr erhält, ist eine schnellere Aufheizung des Ofens möglich. Wie lange und bei welchen Temperaturen gebrannt wird, hängt von dem Ton sowie von der verwendeten Glasur ab.  

Wichtig ist daher, die Anweisungen des Herstellers genau zu befolgen, denn wenn bei zu hohen Temperaturen gebrannt wird, kann es passieren, dass sich die Masse lavaähnlich verflüssigt.

 

 

        Abkühlung

 

Nach dem Brand werden die Tonwaren nicht direkt aus dem Ofen genommen, denn die schlagartige Abkühlung könnte zu Rissen und Sprüngen im Ton und in der Glasur führen.  

Prinzipiell werden die Werkstücke erst dann aus dem Ofen genommen, wenn die Temperatur im Ofen unter 100 Grad beträgt. Um die Abkühlzeit zu reduzieren, ist es jedoch möglich, die Tür des Brennofens einen etwa ein bis zwei Zentimeter großen Spalt zu öffnen. 

 

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