Reiseziel-Tipp: der Töpfermarkt

in Marratxì auf Mallorca 

Das mallorquinische Marratxì ist jedes Jahr Schauplatz einer Veranstaltung, die eine Mischung aus Töpfermesse und fröhlichem Volksfest ist. Stolz präsentieren Handwerker und Künstler ihre Töpferwaren und laden die Besucher zum Stöbern ein.

 

Umrahmt wird der Töpfermarkt von einem Programm, das neben Ausstellungen und Vorträgen auch verschiedenste Darbietungen umfasst. 

Für Töpferfans ist Marratxì somit sicherlich ein interessanter Reiseziel-Tipp
und hier alle wichtigen Infos zu dem Spektakel auf einen Blick:
  

 

 

Der Töpfermarkt in Marratxì  Marratxì liegt an der alten Landstraße im nordöstlichen Vorortbereich der Inselhauptstadt Palma. Wer von Palma aus nach Marratxì fahren möchte, nutzt die alte Landstraße in Richtung Inca. Einen Besuch wert ist die Gemeinde, die für die Herstellung von Keramik und die Produktion von getrockneten Pfefferschoten bekannt ist, das ganze Jahr über, aber besonders interessant wird es, wenn gerade die Töpfermesse stattfindet.

 

Die “Fira del Fang” beginnt alljährlich am letzten Freitag im Februar und endet am Sonntag der darauf folgenden Märzwoche. Marratxì befindet sich in einem Gebiet mit optimalen Bedingungen für Keramiker und Töpfer. Der wertvolle Ton wird hier direkt aus der Erde gewonnen und kann so unmittelbar auch weiterverarbeitet werden. Vermutlich ist der ideale Standort auch der Grund dafür, weshalb es die einzige Keramikerschule auf Mallorca in Marratxì zu finden ist.

 

Die Töpfermesse findet seit 1984 statt und im Mittelpunkt stehen inseltypische Töpfer- und Keramikarbeiten. Mittlerweile präsentieren über siebzig Handwerker und Künstler ihre Arbeiten auf der Messe und teilweise sind die Arbeiten mithilfe von Techniken entstanden, mit denen schon seit vielen Generationen auf der Insel gearbeitet wird. Beliebt ist der Töpfermarkt mit Volksfestcharakter dabei bei Touristen ebenso wie bei Einheimischen, so dass jedes Jahr rund 100.000 Besucher zu verzeichnen sind.    

 

 

 

Die typischen Waren auf dem Töpfermarkt

 

 

Auf dem Töpfermarkt werden in erster Linie inseltypische Töpferarbeiten präsentiert. Hierzu gehören beispielsweise so traditionelle Alltagsgegenstände wie die Greixoneras. Greixoneras sind feuerfeste Schüsseln mit Deckel in einer dunkelbraunen Farbe, die auch heute noch als Kochgeschirr fester Bestandteil in der mallorquinischen Küche sind.

 

Gebrannt werden die Schüsseln mit einer glasierten Oberfläche und oft sind sie mit einem Drahtgeflecht stabilisiert, das verhindern soll, dass die Schüsseln im Laufe der Zeit porös werden und zerbröckeln. Verwendet werden Greixoneras sowohl im Backofen als auch auf dem Herd und sehr viele traditionelle Inselgerichte werden in den typisch braunen Tonschüsseln gekocht oder geschmort. In aller Regel werden die Speisen dann auch direkt mit dem Topf auf den Tisch gestellt und so serviert.

 

Inselköche sind überzeugt davon, dass die rustikalen Gerichte der Insel nur in diesen Schüsseln richtig gelingen und vor allem richtig schmecken. Farblich und vom Stil her passend zu den Schüsseln gibt es auf dem Markt dann auch Teller, Becher und anderes Geschirr. Zu den ebenfalls inseltypischen Haushaltsgegenständen gehören die „ollas“. Ollas sind bauchige Tonkrüge mit Henkel an der Seite, die auf Mallorca schon seit Jahrhunderten verwendet werden, um Trinkwasser, Wein und andere Flüssigkeiten oder Vorräte zu lagern.

 

Die Form und das Material sorgen für eine natürliche Kühlung des Inhalts, was vor allem an den mitunter sehr warmen Sommertagen auch wirklich angenehm sein kann.   

 

 

 

Typische Souvenirs aus Marratxì

 

 

Neben den inseltypischen Haushaltsgegenständen bietet der Töpfermarkt allerlei andere praktische, nützliche oder auch einfach nur dekorative Töpferarbeiten, angefangen bei Gefäßen für Butter, Knoblauch oder Käse über Salz- und Pfefferstreuer, Blumentöpfe und Türschilder bis hin zu Uhren, Lampen und sogar Waschbecken. Sehr dekorativ sind Tonlampen, die deutlich marokkanisch geprägt sind. Diese Lampen bestehen aus einem Lampenfuß in Form eines Minaretts mit kunstvollen Durchbrüchen und einem Lampenschirm aus aufwändig verzierten, unglasierten Tonziegeln.   

 

 

Ein inseltypisches Souvenir sind die „siurells“. Siurells sind kleine, von Hand geformte Figuren, die weiß bemalt und mit wenigen kurzen Pinselstrichen in roter und grüner Farbe verziert sind. Auf der Unterseite befindet sich ein Flötenmundstück und wenn dort hineingeblasen wird, ist ein schriller Pfeifton zu hören. Einst brachten die Phönizier die Pfeifen nach Mallorca, heute sind siurells sowohl mallorquinische Glücksbringer als auch das Wahrzeichen der Keramiker.

 

Zum Glückbringer wurden siurells deshalb, weil sie von den Mallorquinern der Legende nach zum Schutz vor stürmischen Winden eingesetzt wurden. Auf Mallorca gibt es mit Gregal, Llevant, Xaloc, Migjorn, Ilebeig, Ponent, Mestral und Tramuntana acht Winde und die Menschen sahen sich diesen unkontrollierbaren Naturgewalten hilflos ausgeliefert.

 

Um die Winde zu beschwören und sie gnädig zu stimmen, sollen die Mallorquiner den Klang der siurells verwendet haben.

 

Hier eine Video-Dokumentation zu Fira del Fang in Marratxi:

 

  

 

Weiterführendes Töpferhandwerk und Töpferanleitungen:

 

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in Marratxì auf Mallorca
 

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