Infos und Grundanleitung für das

Glasieren von Töpferarbeiten 

Die meisten Töpferarbeiten werden glasiert, wobei die Glasur zwei wichtige Funktionen hat. Zum einen bildet sie eine wasserundurchlässige Schicht auf den ansonsten porösen Töpferwaren und macht es dadurch möglich, beispielsweise eine getöpferte Vase mit Wasser zu befüllen oder ein Gefäß für Lebensmittel zu nutzen.  

Zum anderen sorgt die Glasur für eine ansprechende Optik, indem sie der Oberfläche einen bestimmten Farbton, ein Muster oder auch Glanz verleiht. Dabei stehen für das Glasieren sowohl verschiedene Glasuren als auch unterschiedliche Vorgehensweisen zur Auswahl.  

 

 

Hier die wichtigsten Infos und Grundanleitungen
für das Glasieren von Töpferarbeiten in der Übersicht:
  
  

 

 

Grundanleitung für das Glasieren mit Flüssigglasuren

 

Streichfähige, flüssige Glasuren sind üblicherweise bereits gebrauchsfertig angemischt und müssen vor der Verwendung nur noch einmal aufgerührt werden. Aufgetragen wird die Glasur auf die rohgebrannte, trockene und staubfreie Töpferarbeit dann mit einem breiten, weichen Borstenpinsel. Dabei sollte die Glasur in einer gleichmäßigen und eher dünnen Schicht aufgebracht werden.

 

Ist der erste Anstrich trocken, werden eine oder zwei weitere Schichten Glasur aufgetragen. Dieses Mal erfolgen die Aufträge aber jeweils quer zur darunterliegenden Schicht. Wurde die erste Schicht mit senkrechten Pinselstrichen aufgebracht, wird bei der zweiten Schicht also mit waagerechten Pinselstrichen gearbeitet.

 

Das Glasieren in mehreren Schichten in unterschiedlichen Richtungen führt zu einem sehr gleichmäßigen Ergebnis. Dabei trocknen die einzelnen Glasurschichten recht schnell, so dass sich die Wartezeiten in Grenzen halten. Handelt es sich bei der Töpferarbeit um ein Gefäß, sollten der Boden und der untere Teil aber nur einmal glasiert werden, um ein Ablaufen der Glasur zu verhindern. Bei Töpferarbeiten, die bei 1250°C gebrannt werden, wird der Boden hingegen nicht glasiert. 

 

 

Flüssigglasuren, die bei der gleichen Temperatur gebrannt werden, können miteinander vermischt und übereinander aufgetragen werden, um so verschiedene Muster und unterschiedliche Farbtöne zu erzielen. So ist es beispielsweise möglich, zunächst zwei Schichten von einer Glasur aufzubringen. Anschließend kann mithilfe von Klebeband ein Muster auf der Töpferarbeit gestaltet werden.

 

Dann wird die Töpferarbeit noch einmal glasiert, wobei für die dritte Schicht eine andere Glasur verwendet wird. Ist diese Schicht trocken, wird das Klebeband vorsichtig wieder entfernt. Soll die Glasur nicht mit dem Pinsel aufgetragen werden, sondern der Auftrag durch Spritzen, Tauchen oder Schwenken erfolgen, können streichfähige Flüssigglasuren mit Wasser verdünnt werden.

 

Wie viel Wasser erforderlich ist, lässt sich am besten durch Ausprobieren ermitteln. Generell gilt aber, dass umso mehr Schichten aufgetragen werden müssen, je stärker die Glasur mit Wasser verdünnt ist.Die fertig glasierte Töpferarbeit sollte nun einen Tag lang trocknen, danach kann sie gebrannt werden. Die Brenntemperatur und die Brenndauer hängen von der verwendeten Glasur ab, hier sind die Angaben auf der Verpackung maßgeblich. 

 

 

 

Grundanleitung für das Glasieren mit Pulverglasuren

 

Pulverglasuren sind, wie die Bezeichnung bereits nahelegt, in Pulverform erhältlich und werden vor der Verarbeitung mit Wasser angerührt. Das genaue Mischungsverhältnis ist auf der Verpackung angegeben. Insgesamt sollte die Glasur aber eine Konsistenz haben, die etwa zwischen Milch und Kondensmilch liegt.

 

Um Klümpchen auszuschließen, sollte die Glasur zudem durch ein Sieb gegossen werden. Pulverglasuren werden vielfach aufgetragen, indem die Töpferarbeit in die Glasur getaucht, mit der Glasur ausgeschwenkt oder indem die Glasur aufgespritzt wird. Pulverglasuren können aber auch mit einem breiten, weichen Borstenpinsel aufgetragen werden. In diesem Fall entspricht die Vorgehensweise dem Glasieren mit streichfähigen Flüssigglasuren.

 

Genauso wie Flüssigglasuren können auch Pulverglasuren miteinander vermischt und übereinander aufgebracht werden, wenn die Brenntemperatur gleich ist. Die glasierte Töpferarbeit sollte dann einen Tag lang trocknen, bevor sie gebrannt wird.

 

Im Unterschied zu Flüssigglasuren enthalten Pulverglasuren aber im Normalfall keinen Glasurleim. Aus diesem Grund sollten die glasierte Töpferarbeit sehr vorsichtig behandelt und Berührungen der glasierten Fläche möglichst vermieden werden.  

 

 

 

Grundanleitung für das Einbrandverfahren

 

Klassischerweise werden Töpferwaren glasiert, nachdem sie den Rohbrand unbeschadet überstanden haben und von sämtlichen Fett- und Staubresten befreit sind. Als Alternative gibt es aber auch noch das sogenannte Einbrandverfahren.

 

Hierbei wird der Rohbrand ausgelassen und die Töpferarbeit stattdessen glasiert, wenn sie durchgetrocknet ist. Wichtig ist aber, dass die Töpferarbeit eine ausreichend hohe Trockenbruchfestigkeit aufweist und nicht beschädigt wird, wenn sie beim Glasieren erneut aufquillt.

 

Da sich jeder Ton ein wenig anders verhält, ist es deshalb sinnvoll, das Einbrandverfahren zunächst an einem Musterstück auszuprobieren. Für das Einbrandverfahren können sowohl Flüssig- als auch Pulverglasuren verwendet werden, wobei der Auftrag der Glasuren wie sonst auch erfolgt. Allerdings trocknet die Glasur auf Grünware langsamer als auf rohgebrannten Töpferwaren.

 

Ist die glasierte Töpferarbeit trocken, kann sie gebrannt werden. Wie beim Rohbrand wird der Brennofen hierfür langsam aufgeheizt. Im oberen Temperaturbereich darf das Brennen dann nicht zu schnell erfolgen, denn die Tonmasse sollte zuerst ausgasen können, bevor die Glasur schmilzt. Deshalb kann es notwendig werden, die Brenntemperatur und die Haltezeit ein wenig nach unten zu korrigieren.

 

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