Informationen rund um Terrakotta 

Der Begriff Terrakotta leitet sich von dem Italienischen terra cotta ab, was übersetzt soviel bedeutet wie gebrannte Erde. Infolge der Ableitung ist auch die Schreibweise Terracotta verbreitet und bezeichnet werden damit gebrannte, unglasierte Objekte aus Ton wie beispielsweise Gefäße, Plastiken oder keramische Baustoffe.

 

Daneben gibt es auch einen Farbton der als Terrakotta bezeichnet wird und dem warmen, erdigen, gelb-rötlichen Farbton des Ausgangsmaterials entspricht.  

 

Da sich heute in nahezu jedem Haushalt und vor allem in vielen Gärten Dekorations- und Gebrauchsgegenstände aus Terrakotta befinden, ist es sicherlich interessant, mehr über das Material und die Herstellung sowie die Geschichte und Tradition dieses natürlichen Werkstoffes zu erfahren.     

 

 

Hier daher die wichtigsten Informationen
rund um Terrakotta kompakt zusammengefasst:

 

Das Material Terrakotta und die Herstellung

 

Terrakotta besteht aus eisenhaltigem Ton mit roter Tönung, verwendet wird daneben jedoch auch ein kalkhaltiger Ton mit gelblicher Tönung. Die mineralische Zusammensetzung des verwendeten Tons oder der verwendeten Tonsorten sowie die Beimischungen sind ausschlaggebend für die Eigenschaften von hochwertigen Terrakotten. Ein Begriff, der häufig im Zusammenhang mit der Herstellung des Materials im Rahmen von Beimischungen fällt, ist die sogenannte Magerung.

 

Bei der Magerung handelt es sich um eine Technik, bei der zu fettigen Tonen mineralische Stoffe wie beispielsweise Sand, gemahlene Keramik oder heute meist Schamott beigemischt werden. Durch die Beimischung wird der bindefähige Anteil des Tones herabgesetzt. Dadurch ist sichergestellt, dass die Tonobjekte ihre statische Festigkeit während des Brennvorgangs erhalten. Terrakotten kennzeichnen sich durch ihren natürlich-warmen Farbton und ihre gute Haltbarkeit.

 

Zudem sind die Tonarbeiten wasserfest und weitestgehend widerstandsfähig gegen Frost, so dass sie sich hervorragend auch für den Außenbereich eignen. Ein weiterer Vorteil von Terrakotta, der sicherlich auch dazu beigetragen hat, dass dieser Werkstoff nicht nur einer der ältesten Werkstoffe der Kulturgeschichte, sondern bis heute überaus beliebt ist, liegt in der unkomplizierten Herstellung.

 

So ist der Werkstoff leicht zu bearbeiten und aufgrund des Vorkommens in großen Mengen recht kostengünstig. Zudem werden die Tonobjekte bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen, die sich zwischen 900 und 1000 Grad Celsius bewegen, gebrannt und es ist nur ein einmaliger Brennvorgang notwendig.

 

Eine besondere Form von Terrakotta stellt die sogenannte Impruneta dar. Hierbei handelt es sich um eine Sorte von Terrakotta, die einem Tonvorkommen aus dem toskanischen Örtchen Impruneta entstammt und besonders reichhaltig an Mineralien sowie Aluminium-, Kupfer- und Eisenoxiden ist. Impruneta wird bei sehr hohen Temperaturen gebrannt, ist besonders frostfest, allerdings auch deutlich teurer als gewöhnliche Terrakotta.   

 

 

 

Die Geschichte von Terrakotta

 

Die ältesten Funde von Terrakotten stammen bereits aus prähistorischen Zeiten. Im klassischen Altertum finden sich dann zahlreiche griechische Terrakotten, die in hoher Qualität Menschen, Gottheiten und Tiere darstellen. Schon in dieser Zeit gab es im Mittelmeerraum zahlreiche sehr produktive Werkstätten. Ab dem 5. Jahrhundert v. Chr. begann dann die serienmäßige Produktion von unterschiedlichen Plastiken und Gefäßen, die mithilfe von einer oder mehreren Hohlformen hergestellt wurden. Mit der gleichen Technik wurden auch Sarkophage hergestellt. Zudem fand Terrakotta sowohl in Griechenland als auch in Italien Verwendung als Baustoff.

 

So wurden aus Terrakotta beispielsweise Dachziegel, Friese, Giebeldekore, Verkleidungsplatten an Tempeln und Reliefplatten in Villen gefertigt. Eine weitere Blütezeit erlebten Terrakotten dann im 15. Jahrhundert, als Künstler wie Donatello oder Luca della Robbia bedeutsame Werke aus meist bemalter Terrakotta schufen. Nach einer längeren Pause wurde die alte Technik dann im 19. Jahrhundert wiederentdeckt. Ausschlaggebend hierfür war zum einen die weit verbreitete Vorliebe für die klassische Antike in dieser Zeit und zum anderen die von England ausgehende Technisierung der Arbeitsprozesse auch in der Architektur und dem Kunsthandwerk.

 

Es kam in der Folge zu einem Spannungsverhältnis zwischen günstiger Massenware und wertvollen Einzelstücken und viele Künstler und Handwerker sahen in Terrakotta ein passendes Material, um diesem Spannungsverhältnis zu begegnen. Dies kann am Beispiel Berlin-Brandenburg verdeutlicht werden. So arbeitete der preußische Architekt Karl Friedrich Schinkel aus persönlichen Vorlieben bevorzugt mit natürlichen, soliden Materialien, während er sich bei seinen Entwürfen von unterschiedlichen historischen Stilen beeinflussen ließ.

 

So entstanden unter seiner Regie in wirtschaftlichen kritischen Zeiten infolge der Befreiungskriege Bauwerke wie etwa die Bauakademie, die sich durch eine schlichte, aber gleichzeitig anspruchsvolle und ästhetisch überzeugende Architektur aus Backsteinen in Kombination mit schmückenden Terrakotta-Elementen auszeichnen. Die ausgedehnte Bautätigkeit von Schinkel und seinen Schülern führte dazu, dass es in Berlin immer mehr hochqualifizierte Töpferwerkstätten gab, die den Anforderungen sowohl qualitativ als auch quantitativ gerecht werden konnten. Friedrich Wilhelm IV förderte als engagierter Bauherr ebenfalls die Verwendung von Terrakotta.

 

So erwarb das preußische Königshaus zwischen 1830 und 1860 Terrakotten für zehn Bauprojekte im Schlosspark von Sanssouci. Die Absicht bestand dabei darin, auf diese Weise den südländischen Charakter der Kulturlandschaft zu betonen. Nach Skizzen des Königs entstand in Potsdam in den Jahren 1850 und 1851 ein Triumphtor, das vollständig mit Platten aus Terrakotta verkleidet war.

 

Das Besondere dabei war, dass die Platten allegorische Darstellungen zeigten und dies hatte es bis dahin in der preußischen Architektur noch nicht gegeben.  Bis heute hat Terrakotta an Bedeutung nicht verloren.

 

So spielt es beispielsweise als Baukeramik eine nicht unerhebliche Rolle und wird in Form von Keramikelementen für Konstruktionen von Fassaden, von Fliesen, von Mosaikmatten oder von Waschbecken angeboten. Zu den berühmtesten Gebäuden, die eine Fassade aus Terrakotta haben, gehört das Flatiron Building in New York. Außerdem findet sich Terrakotta in vielen Haushalten und Gärten, etwa als Vasen, Blumentöpfe oder Statuen und Skulpturen. 

 

 

Weiterführende Ratgeber, Tipps und
Anleitungen für Keramiken und Ton:

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