Töpfern ohne Scheibe

Auch wenn der halbfette Ton auf der Verpackung als gebrauchsfertig gekennzeichnet ist, sollte der Bastler ihn besser noch einmal gründlich durchkneten, bevor er ihn zum Töpfern ohne Scheibe verwendet. Zunächst wird der Ton verdichtet und dabei mit den Händen vom Körper weggeschoben. Anschließend gibt man dem Ton eine längliche Form, um ihn anschließend wieder zusammenzuschieben. Dadurch entweicht die Luft.

 

Dann wird der Ton in den Händen gedreht und zwischendurch immer wieder leicht auf die Arbeitsfläche geschlagen. Durch das Drehen und Schlagen werden weiter Luftbläschen aus dem Ton herausgepresst und er wird geschmeidig.

 

Den Schlicker, also den Kleber für den Ton, kann man selbst herstellen. Dafür verwendet man Ton aus der selben Tonmasse, die man auch für das Werkstück benutzt. Am Vortag rollt man ein Stück Ton aus, lässt es 24 Stunden trocknen und schlägt es danach, in einer Plastiktüte verpackt, zu Pulver. Diese Substanz vermischt man mit ein bisschen Wasser zu Schlicker. Dafür kann der Hobby-Töpfer aber auch weichen Ton verwenden.

 

Zwei Teile miteinander verbinden

 

Wenn man beim Töpfern ohne Scheibe zwei Teile miteinander verbinden möchte, raut man die Kontaktstellen an beiden Teilen an, streicht Tonschlicker darauf und verstreicht danach alles Überstehende. Heraustretender Tonschlicker zeigt, dass in der Nahtstelle keine Luft mehr ist. Er ist also ein gutes Zeichen.

 

Um in den eigenen vier Wänden ohne Scheibe zu töpfern, braucht man zwar eine ganze Reihe von Werkzeugen, aber vieles davon hat ohnehin jede Hausfrau in ihrer Küche. Eine Holzplatte oder eine glatte Arbeitsplatte sind sehr hilfreich. Plastikfolie dient zum Abdecken. Mit dem Nudelholz kann man Ton ausrollen wie Teig. Verschiedene Löffel, Messer, ein Teigschaber, Pinsel und ein Schwämmchen zum Anfeuchten sind auch nützlich.

 

Mit der Zahnbürste kann man die Kontaktstellen vor dem Zusammenkleben aufrauen. Wer regelmäßig töpfert, der kann sich im Fachhandel auch noch mit Modellierschlingen und Modellierhölzern in unterschiedlichen Größen und Formen sowie mit einer Töpfernadel eindecken. Im Handel erhält man dann auch noch professionelle Schaber. Eine Ränder- oder Modellierscheibe kann bei Anfängern auch durch einen Topf ersetzt werden. Auch den Schneidedraht kann man kaufen oder nach Anleitung selbst basteln.

 

Mehr Anleitungen und Tipps zum Töpfern:

Thema: Töpfern ohne Scheibe

  1. Vor allem am Anfang kann man auf viele Werkezuge und Hilfsmittel verzichten. Extrem hilfreich ist aber, wenn man sein Werkstück auf eine Unterlage stellen kann, die sich drehen lässt. Ich nehme dafür eine einfache Wurst-und Käseplatte…

    Comment by Norm — 18. Januar 2013 @ 14:02

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