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Ton marmorieren statt glasieren

Ton ist in verschiedenen Farben und unterschiedlichen Körnungen erhältlich. Durch den verwendeten Ton und die Form des Objekts wirkt eine Tonarbeit an sich schon dekorativ.

Für den Feinschliff sorgt aber vielfach noch eine Glasur, die dem kleinen Kunstwerk sein endgültiges Aussehen gibt. Das Glasieren ist aber gar nicht immer unbedingt notwendig. Stattdessen kann nämlich auch mit marmoriertem Ton gearbeitet werden.

Ton marmorieren statt glasieren

Viele Bastler und Hobbykünstler bringen die Marmoriertechnik mit Papier in Verbindung, einigen ist das Marmorieren auch im Zusammenhang mit dem Filzen ein Begriff. Aber auch Ton lässt sich marmorieren, indem Tone in verschiedenen Farben miteinander vermischt werden. Tonobjekte, die aus einer solchen in sich gemusterten Tonmasse geformt wurden, sehen sehr ansprechend aus und können deshalb aus optischen Gründen guten Gewissens auf eine Glasur verzichten.

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die Werkstücke nach dem Trocknen platzsparend im Brennofen gestapelt werden können, denn da die Glasur fehlt, können sie nicht zusammenkleben.

Somit passen mehr Objekte auf einmal in den Ofen, was den Brand insgesamt kostengünstiger macht. Möchte der Töpfer dennoch nicht auf eine Glasur verzichten, kann er seine marmorierten Werkstücke transparent glasieren.

Ton marmorieren – so geht‘s

Marmorierten Ton gibt es im Fachhandel gebrauchsfertig zu kaufen. Allerdings kann der Töpfer seinen Ton auch selbst marmorieren. Dies ist nicht sonderlich kompliziert und ganz nebenbei eine hervorragende Möglichkeit, um kleinere Tonreste zu verwerten.

Die Vorgehensweise dabei gestaltet sich wie folgt:

·         Zunächst wählt der Töpfer den Ton aus. Für das Marmorieren wird Ton in mindestens zwei verschiedenen Farbtönen benötigt, es können aber natürlich auch mehrere Farben miteinander kombiniert werden. Wichtig ist lediglich, darauf zu achten, dass die Tone alle die gleiche Körnung haben. Andernfalls kann es passieren, dass die Tone verschieden schnell schwinden, was wiederum Risse zur Folge haben könnte.

·         Aus den Tonmassen werden nun Platten geformt. Die Platten müssen nicht die gleiche Stärke haben, sollten aber etwa gleichgroß sein.

·         Die Tonplatten in den verschiedenen Farben werden jetzt aufeinandergestapelt. Anschließend werden die Platten gut zusammengedrückt, so dass ein recht fester Tonblock entsteht. Eine andere Möglichkeit besteht darin, eine Rolle aus den Tonplatten zu formen. Dazu werden entweder recht dünne Tonplatten geformt, aufeinandergelegt und aufgerollt oder die Tonplatten werden nacheinander aufgewickelt.

·         Als nächstes wird eine Scheibe von dem Tonblock oder der Tonrolle abgeschnitten. Die Scheibe darf dabei nicht zu dünn sein, 2cm sind das absolute Minimum.

·         Die abgeschnittene Scheibe wird dann vorsichtig mit dem Nudelholz gewalzt. Durch das Rollen verformen sich die Tonstreifen und das Marmoriermuster entsteht.

·         Der Ton kann nun verarbeitet werden, am besten eignet sich hierbei die Plattentechnik. Das fertige Werkstück muss nun trocknen.

·         Bevor die getrocknete Töpferarbeit in den Brennofen kommt, wird sie mit Schleifpapier geschliffen. Dadurch wird das Muster erst richtig sichtbar.

Das marmorierte Werkstück glasieren

Soll das Werkstück nach dem Brennen doch noch glasiert werden, bietet sich eine transparente Glasur an, die das Muster zusätzlich unterstreicht. Wichtig ist aber, die Glasur nur dünn aufzutragen, damit sie nach dem Brand nicht weiß wird. Die meisten Glasuren werden in einer Konsistenz verarbeitet, die in etwa Kondensmilch entspricht. Eine Transparentglasur sollte jedoch ein wenig dünnflüssiger sein.

Ratsam ist deshalb, die Glasur auf einem Musterstück auszuprobieren. Sollte sie stellenweise oder komplett in Weiß ausbrennen, muss noch etwas Wasser hinzugefügt werden. Wichtig für ein ansprechendes Ergebnis ist außerdem, dass die Transparentglasur sehr gleichmäßig aufgetragen wird. Dies wiederum gelingt am einfachsten, wenn die Töpferarbeit kurz in die Glasur getaucht und anschließend so gehalten oder hingestellt wird, dass die überschüssige Glasur abtropfen kann.

Marmorierten Ton mittels Schlagtechnik verarbeiten

Für marmorierten Ton bietet sich die Plattentechnik an, was schlichtweg daran liegt, dass im Zuge der Herstellung automatisch Platten entstehen. Es gibt aber noch eine andere Möglichkeit, wie Ton marmoriert und zu beispielsweise einem Gefäß oder einer Vase verarbeitet werden kann. Begonnen wird wie oben beschrieben, also indem Tonplatten in verschiedenen Farben aufeinandergestapelt und gut zusammengedrückt werden.

Von dem entstandenen Tonblock wird dann ein quaderförmiges Stück abgeschnitten. In diesen Tonwürfel wird nun mittig ein Rundholz, ein Kantholz, ein schlankes, hohes Kunststoffgefäß oder ein anderer Gegenstand hineingedrückt. Wie groß der Gegenstand gewählt wird und wie tief er in den Ton gepresst wird, hängt davon ab, wie groß und tief das Innere des Werkstücks werden soll. Um dem Gefäß oder der Vase seine Form zu geben, kommt eine stabile Holzleiste zum Einsatz. Mit dieser Holzleiste wird von außen gegen den Tonwürfel geschlagen.

Dadurch wandert die Tonmasse von unten nach oben, die Töpferarbeit gewinnt an Höhe und ihre Form entsteht. Gleichzeitig verbinden sich die verschiedenfarbigen Tonstreifen zu einem Muster. Ist die Form fertig gestaltet, wird der Gegenstand in der Mitte vorsichtig herausgezogen, das Objekt nach dem Trocknen abgeschliffen, danach gebrannt und transparent glasiert.

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