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Übersicht: Dekotechniken beim Töpfern

 

Beim Töpfern werden nicht nur verschiedene Töpfertechniken voneinander unterschieden. So kann eine Töpferarbeit beispielsweise an der Töpferscheibe modelliert werden oder mithilfe der Platten- oder der Wulsttechnik entstehen. Auch was die Ausgestaltung der getöpferten Arbeit angeht, stehen verschiedene Techniken zur Auswahl.

Um einer Töpferarbeit die gewünschte Optik zu verleihen, muss sich der Töpfer nicht unbedingt auf eine Dekoriertechnik beschränken, sondern kann mehrere Verzierungsvarianten miteinander kombinieren. Generell gilt jedoch, dass das Dekor die Form der Töpferarbeit unterstützen, aber nicht mit ihr konkurrieren sollte.

Die Verzierung sollte die Optik der Töpferarbeit also abrunden, ohne der Töpferarbeit als solches die Schau zu stehlen. Aber welche Möglichkeiten hat der Töpfer überhaupt, um seine Töpferarbeit zu verzieren?

 

Die folgende Übersicht stellt die wichtigsten Dekotechniken beim Töpfern vor:

 

Stempeltechniken

Die Oberfläche einer Tonarbeit kann verziert werden, indem verschiedene Muster und Dekore aufgestempelt werden. Als Stempel eignen sich die unterschiedlichsten Gegenstände mit runden, eckigen, welligen, spitzen oder anderen Formen. Auch Naturgegenstände wie Holzstücke, Steine oder Muscheln und sogar die Finger können für Abdrücke in den Ton gedrückt werden.

Eine andere Form von Stempelabdrücken entsteht, wenn flache Gegenstände auf den Ton gelegt und der Ton anschließend mit dem Nudelholz oder eine Rolle vorsichtig überrollt wird. Wenn der Gegenstand, bei dem es sich beispielweise um ein Blatt, eine Feder, ein Stück Tortenspitze oder ein Häkeldecken handeln kann, dann vorsichtig wieder abgenommen wird, bleibt der Abdruck seiner Form als sichtbares Muster auf dem Ton zurück.

Eine traditionelle Dekortechnik, die vor allem für Steinzeug aus dem Rheinischen und aus dem Westerwald typisch ist, nennt sich Knibis. Bei dieser Technik entsteht das Muster, indem es mit einem flachen Holzstab in den noch feuchten Ton hineingedrückt wird.

Eine weitere Stempeltechnik ist das sogenannte Schwämmeln. Beim Schwämmeln wird ein kleineres Stück Naturschwamm in eine keramische Farbe getunkt und anschließend auf die Tonarbeit gedrückt. Diese Dekortechnik ist vor allem vom Bunzlauer Steinzeug bekannt.

 

Ritztechniken und Ausschnitte

Mit dem Modellierholz, einer Gabel, einem Kamm, einer Bürste oder einem anderen eher spitzen Gegenstand können verschiedene Muster und Motive in die Oberfläche der Tonarbeit eingeritzt werden.

Eine Dekotechnik, die ein Ritzmuster mit dem Bemalen der Tonarbeit kombiniert, ist die Red Technik. Bei dieser Verzierungsmethode wird das Muster oder Dekor mit einem Redholz in die feuchte Tonoberfläche eingeschnitten. Die eingeritzten Linien markieren dabei gleichzeitig die Felder, die im nächsten Schritt bunt ausgemalt werden.

Soll eine Tonarbeit ein Lochmuster oder ein Dekor mit größeren Ausschnitten und Fenstern erhalten, wird das Muster zunächst eingeritzt. Anschließend werden die eingezeichneten Flächen mit einem Messer vorsichtig herausgeschnitten. Unsaubere Kanten oder kleine Tonreste an den Schnittkanten können mit dem angefeuchteten Finger vorsichtig glattgestrichen werden. 

 

Applikationen

Statt ein Muster in den Ton hineinzudrücken, zu ritzen oder herauszuschneiden, kann das Dekor auch aufgesetzt werden. Dazu werden die einzelnen Elemente des Dekors aus Ton geformt.

Anschließend werden die Tonarbeit und die Zierelemente leicht angeraut und mithilfe von Tonschlicker zusammengesetzt. Tonschlicker wird aus Ton und Wasser angerührt und dient als Klebstoff beim Töpfern.

 

Maltechniken mit Engoben

Engoben sind Farben, die aus eingefärbten oder farbigen Tonen bestehen. Dabei kann eine Töpferarbeit direkt nach dem Formen, also solange der Ton noch feucht ist, bemalt werden. Das Bemalen kann aber auch auf einer lederhart getrockneten oder auf einer bereits einmal gebrannten Tonarbeit erfolgen.

Aufgetragen werden Engoben normalerweise mit dem Pinsel. Alternativ kann die Engobenmalerei mit einem Schwamm umgesetzt werden.

Sehr schöne Effekte lassen sich erzielen, wenn die Skrafittotechnik Anwendung findet. Hierfür werden eine oder mehrere Farbschichten auf die Tonarbeit aufgetragen. Anschließend wird ein Muster oder ein Motiv in die bemalte Fläche eingeritzt. Durch das Einritzen wird die Farbe an diesen Stellen wieder abgenommen, so dass die darunterliegenden Farbschichten oder die ursprüngliche Tonfarbe zum Vorschein kommen. Enthält ein Muster oder Motiv größere Flächen, kann die Farbe hier auch heruntergekratzt werden. 

 

Glasurtechniken

Eine klassische Variante, um Tonarbeiten zu verzieren, ist das Auftragen einer Glasur. Dabei kann eine Tonarbeit mit einer Glasur überzogen werden, wenn sie lederhart getrocknet ist oder den ersten Brand bereits hinter sich hat. Um eine Tonarbeit zu glasieren, gibt es mehrere Möglichkeiten.

So kann die Glasur mit dem Pinsel aufgemalt oder aufgesprüht werden. Daneben kann die Tonarbeit mit der Glasur übergossen oder in die Glasur getaucht werden. Eine Glasur dient aber nicht nur rein dekorativen Zwecken, sondern soll die Oberfläche der Tonarbeit auch glätten, festigen und versiegeln.

 

Bei den Glasuren stehen mehrere Varianten zur Auswahl:

·         Eine Rohglasur besteht aus Rohstoffen, die nicht vorgeschmolzen, sondern nur miteinander vermischt werden. Deshalb muss es sich um Rohstoffe handeln, die wasserunlöslich sind. In die Gruppe der Rohglasuren gehören die Lehmglasuren, fast alle Porzellanglasuren und Glasuren aus natürlichen Mineralien wie Feldspat oder aus vulkanischem Gestein wie Bims und Basalt.

·         Bei einer Fritteglasur wurden die Rohstoffe vorgeschmolzen. Dies führt dazu, dass die einzelnen Bestandteile chemisch miteinander verbunden sind und die Glasur insgesamt eine niedrigere Schmelztemperatur hat.

·         Eine Ascheglasur enthält einen hohen Anteil aus Asche, die durch das Verbrennen von organischen Materialien wie Holz oder Knochen gewonnen wurde. Die Asche bewirkt, dass die Glasur transparent wirkt oder seidig schimmert. Vor allem in Asien gehören Ascheglasuren zu den traditionellen Dekortechniken für Gefäße.

·         Bei Ochsenblut handelt es sich um eine Glasur, die Kupfer enthält. Durch das Brennen in reduzierender Atmosphäre nimmt die Glasur eine leuchtend rote Farbe an.

·         Eine Krakelee-Glasur kennzeichnet sich durch ihre typischen Risse. Diese entstehen, weil sich die Glasur anders ausdehnt als der Ton. Dadurch entsteht eine Spannung, die die Glasur beim Abkühlen reißen lässt.  

·         Seladon ist eine Glasur aus Feldspat mit einem Eisengehalt zwischen 0,5 und 2 Prozent. Die Glasur wird in einer reduzierenden Ofenatmosphäre gebrannt. Im Ergebnis entsteht ein transparenter Überzug mit einer leicht grünlichen Farbe. Seladonglasuren sind typisch für Gefäße aus Asien.

Tenmoku ist im Prinzip das Gegenstück zur Seladonglasur. Auch Tenmoku ist eine Feldspatglasur, allerdings enthält sie viel Eisenoxid. Nach dem Brand in reduzierender Atmosphäre weist die Tonarbeit eine schwarze, metallisch glänzende Oberfläche auf. Tenmoku ist übrigens der japanische Name für diese Glasurart.

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