Anleitung für eine getöpferte Etagere

Anleitung für eine getöpferte Etagere 

Etageren sehen nicht nur toll aus, sondern sind auch sehr vielseitig einsetzbar. Und wie kinderleicht Etageren selbst getöpfert werden können, erklärt diese Anleitung!

Etageren sind seit einiger Zeit wieder stark in Mode. Kein Wunder, denn sie sehen nicht nur toll aus. Stattdessen können sie auch sehr vielseitig genutzt werden. So machen sie sich mit Süßigkeiten bestückt gut auf dem Couchtisch und mit Obst prima in der Küche.

Für die Kaffeetafel können Kuchen, Pralinen oder auch Blumen darauf arrangiert werden. Und selbst im Badezimmer rücken Etageren Kosmetika, Badeperlen oder Schmuck ins rechte Licht. Dabei sind Etageren in den verschiedensten Varianten und aus unterschiedlichen Materialien erhältlich. Allerdings sind sie oft auch ganz schön teuer. Wer nicht soviel Geld ausgeben und trotzdem nicht auf ein solches Schmuckstück verzichten möchte, kann sich seine Etagere aber auch selbst töpfern.

Viel mehr als etwas Ton, ein paar Werkzeuge und ein Etagerengestänge sind dafür nicht notwendig. Etagerengestänge gibt es als Sets zu kaufen. Und dabei reicht eine einfache, kostengünstige Ausführung völlig aus, denn das optische Highlight sollen ja die getöpferten Teller sein. Und wie aus etwas Ton und einem Etagerengestänge schließlich eine dekorative Etagere wird, erklärt die folgende Anleitung.

 

Die Materialien für eine getöpferte Etagere

  • ·         schamottierter Ton
  • ·         Etagerengestänge für eine dreistöckige Etagere
  • ·         Nudelholz
  • ·         zwei 1 cm starke Holzleisten
  • ·         Messer und dicke Nadel
  • ·         Essteller, Dessertteller und Untertasse als Schablonen
  • ·         Frischhaltefolie
  • ·         Häkeldeckchen nach Wunsch
  • ·         Glasur und Pinsel

 

Die Anleitung für eine getöpferte Etagere

1. Schritt: den untersten Teller töpfern

Als erstes wird der Teller für die unterste Etage der Etagere getöpfert. Dafür wird eine Scheibe Ton abgeschnitten und gut durchgeknetet. Das Kneten ist wichtig, damit der Ton geschmeidig wird und eventuelle Lufteinschlüsse entweichen.

Dann wird der Tonklumpen zu einer gleichmäßigen Platte ausgerollt. Die Tonplatte sollte rundherum etwas größer als der Essteller und etwa einen Zentimeter stark sein. Ideal ist, wenn rechts und links neben die Tonplatte zwei Holzleisten in dieser Stärke gelegt werden. Wird nun nämlich mit dem Nudelholz über den Ton und die Holzleisten gerollt, wird die Tonplatte automatisch gleichmäßig stark.

Wer seinen Teller mit einem schönen Muster verzieren möchte, kann jetzt ein Häkeldeckchen auf die Tonplatte legen und mit dem Nudelholz einmal drüberrollen. Das Häkeldeckchen funktioniert wie ein Stempel und das Muster drückt sich in den Ton. Wichtig ist aber, nur sanft über den Ton zu walzen, damit die Platte nicht zu dünn wird. Danach wird das Häkeldeckchen wieder abgenommen. Wer kein Häkeldeckchen hat, kann natürlich auch eine Gardine, eine Spitzenbordüre, eine Tortenspitze aus Papier oder einen ähnlichen Gegenstand verwenden.

Damit aus der Tonplatte ein Teller wird, muss sie nun in Form gebracht werden. Dafür wird der Essteller als Schablone verwendet. Der Essteller wird in Frischhaltefolie eingewickelt. Die Frischhaltefolie verhindert, dass der Ton am Teller festklebt. Ist der Essteller in Folie eingepackt, wird die Tonplatte vorsichtig hochgenommen, auf den Essteller gelegt und leicht angedrückt. Dadurch nimmt die Tonplatte automatisch die Form und die Wölbung des Esstellers an. Mit einem scharfen Messer wird dann der Tellerrand nachgefahren, um so überschüssigen Ton wegzuschneiden. Sollte die Schnittkante etwas rau geraten sein, kann sie mit angefeuchteten Fingern geglättet werden.

Anschließend wird die Mitte des Tellers ermittelt. Hier wird ein Loch eingearbeitet. Dabei muss das Loch so groß sein wie der Durchmesser des Etagerengestänges. Wichtig ist außerdem, dass das Loch tatsächlich genau in der Mitte platziert wird. Andernfalls wird die Etagere später schief. Dann muss der Teller trocknen, bis der Ton lederhart geworden ist. Dazu kann er ruhig auf dem Essteller liegen bleiben. Denn durch die Folie klebt der Ton nicht am Teller fest und gleichzeitig behält der Ton seine Form.

 

2. Schritt: die beiden anderen Teller töpfern

Die Teller für die beiden anderen Etagen der Etagere werden genauso getöpfert wie der unterste Teller. Als Schablonen werden nun aber ein Dessertteller für die mittlere Etage und eine Untertasse für die oberste Etage verwendet.

 

3. Schritt: die Teller glasieren

Wenn die drei Teller lederhart getrocknet sind, können sie gebrannt werden. Soll die Etagere für Lebensmittel genutzt werden, müssen die Tonteller glasiert werden. Die Glasur versiegelt den Ton und gibt ihm eine glasähnliche Oberfläche. Dadurch können die Lebensmittel dem Ton nichts anhaben und die Etagere kann gespült werden.

Glasuren gibt es in verschiedenen Varianten. So sind Glasuren erhältlich, die auf den lederharten Ton, also noch vor dem Brand, aufgetragen werden. Andere Glasuren werden nach dem Rohbrand aufgebracht und müssen dann ein zweites Mal gebrannt werden. Ob die Wahl auf eine farblose Glasur fällt oder ob die Teller mit farbigen Glasuren bemalt werden, bleibt natürlich dem eigenen Geschmack überlassen. Wichtig ist nur, darauf zu achten, dass die gewählte Glasur für Lebensmittel geeignet ist.

 

4. Schritt: die Etagere zusammenbauen

Nach dem Glasurbrand ist die Etagere schon fast fertig. Sie muss nun nur noch zusammengebaut werden. Dazu wird der unterste Teil des Etagerengestänges mit dem großen Tonteller verbunden. Mit Unterlegscheiben dazwischen werden darüber der mittelgroße Tonteller und das Mittelstück des Etagerengestänges befestigt. Darauf kommt der kleine Tonteller und zum Schluss das Griffstück der Etagerenstange. Fertig ist die selbstgetöpferte Etagere!

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