Anleitung – lustige Männchen töpfern

Anleitung: lustige Männchen töpfern

 

Wer nicht immer nur Schalen, Teller, Vasen oder Anhänger töpfern möchte, findet vielleicht an der folgenden Anleitung Gefallen. Hierbei geht es um lustige Männchen, die für eine hübsche Deko auf der Fensterbank, dem Tisch oder im Garten sorgen, sich aber auch als kleines Mitbringsel und Glücksbringer prima machen.

Werden die Männchen in einem sehr kleinen Format angefertigt, können sie massiv getöpfert werden. Bestehen der Kopf oder der Körper jedoch aus Tonkugeln, die größer sind als 2cm, muss die Figur innen hohl aufgebaut und mit einem Loch ausgestattet werden. Andernfalls wurde das Männchen den Brand wahrscheinlich nicht überstehen.

Eine Möglichkeit in diesem Zusammenhang ist, die Figur erst zu töpfern und anschließend mit einer Tonschlinge auszuhöhlen. Dies ist allerdings nicht ganz so einfach. Bequemer ist es, direkt mit der sogenannten Hohlkugeltechnik zu arbeiten.

 

Hier also die Anleitung für lustige Männchen aus Ton:

 

Lustige Männchen töpfern – die benötigten Materialien

  • ·         Ton; am besten eignet sich Ton mit einem Schamotteanteil zwischen 25 und 40. Solcher Ton wird auch als Aufbaumasse bezeichnet.
  • ·         Tonschlicker
  • ·         Messer oder Schneidedraht
  • ·         Gabel oder Tonnadel
  • ·         Zahnstocher oder Modellierholz
  • ·         Nudelholz
  • ·         Rundstab, Kochlöffel oder ähnliches Hilfsmittel
  • ·         Engoben oder Acrylfarben und Pinsel nach Wunsch

 

Lustige Männchen töpfern – so geht’s

 

1. Schritt: den Körper formen

Der Körper entsteht mithilfe der Hohlkugeltechnik. Dafür wird als erstes eine Scheibe vom Tonblock abgeschnitten und kräftig durchgeknetet, um so Lufteinschlüsse zu entfernen und den Ton geschmeidig zu machen. Anschließend wird der Ton zu einer Kugel geformt.

Diese Kugel muss aber nicht perfekt sein, denn sie ist nur die Ausgangsform. Nun wird die Kugel in der Mitte durchgeschnitten. Dann beginnt das eigentliche Formen. Dafür wird eine Halbkugel mit der Rundung nach unten in eine Hand gelegt. Mit dem Daumen der anderen Hand wird jetzt möglichst mittig ein Loch hineingebohrt. Dieses Loch wird dann durch vorsichtiges Drücken mit dem Daumen nach und nach ausgeweitet.

Dies wird solange gemacht, bis aus der massiven Halbkugel eine Art Schale mit gleichmäßigen dicken Wänden entstanden ist. Ist die erste Hälfte fertig, wird die zweite Hälfte der ursprünglichen Tonkugel genauso bearbeitet.

Nun müssen die beiden halbkugelförmigen Schalen wieder zu einer ganzen Kugel zusammengesetzt werden. Dafür werden die beiden Schalen an ihren Kanten mit einer Gabel oder einer Tonnadel aufgeraut. Anschließend werden die beiden Hälften aufeinandergesetzt. Die Naht wird mit Wasser verstrichen und sorgfältig geglättet, bis sie nicht mehr zu sehen ist.

Der Körper ist damit schon fast fertig. Er wird jetzt aber noch ein wenig ausgeformt. Dafür wird die Tonkugel behutsam von einer Hand in die andere Hand geworfen oder vorsichtig zwischen den Handflächen hin- und gerollt. Hat der Körper die gewünschte Form angenommen, wird er einmal mit sanftem Druck auf die Arbeitsfläche aufgesetzt. Dadurch entsteht auf der Unterseite eine kleine Standfläche, dank der das Männchen später sicher steht. Zum Schluss wird es noch einmal ein wenig knifflig.

Damit die Luft beim Brand entweichen kann, braucht die Kugel ein Loch. Da diese Kugel als Körper dient und später noch der Kopf aufgesetzt wird, braucht sie aber gleich zwei Löcher. Daher wird mit einem dünnen Rundstab, dem Stiel eines Kochlöffels oder einem ähnlichen Hilfsmittel erst ein Loch mittig in die Standfläche und danach genau gegenüber auf der Oberseite ein zweites Loch gebohrt.

 

2. Schritt: den Kopf formen

Der Kopf wird genauso hergestellt wie der Körper, nur etwas kleiner. Es wird also wieder eine Kugel in der Hohlkugeltechnik aufgebaut. Diese Kugel wird auf der Unterseite mit einem Loch versehen. Anschließend werden die Unterseite des Kopfes und die Oberseite des Körpers aufgeraut und mithilfe von Tonschlicker zu einer Figur zusammengesetzt.

Wichtig dabei ist, dass die beiden Löcher in den Kugeln möglichst genau übereinanderliegen und offen bleiben. Dadurch ist sichergestellt, dass die gesamte Luft beim Brennen entweichen kann und die Figur den Brand unbeschadet übersteht.

 

3. Schritt: das Männchen ausgestalten

Jetzt geht es ans Ausgestalten des Männchens. Dafür können kleine Tonkügelchen geformt werden, die als Knöpfe mit Tonschlicker auf den Körper geklebt werden. Wer möchte, kann auch kleine Tonwürste formen und sie zusammen mit Tonkügelchen als Arme und Hände am Körper anbringen.

Das Männchen kann einen Schal erhalten, der aus einer Tonwurst oder einem flachen Tonstreifen gebildet und um den Hals gelegt wird. Aus einer eckigen oder runden Tonplatte kann ein Hut geformt und dem Männchen auf den Kopf gesetzt werden. Ein kleines Tonkügelchen mittig auf dem Gesicht sorgt für eine witzige Nase.

Der Mund, die Augen, Augenbrauen, Zähne, Wimpern und andere Details können mit einem Zahnstocher oder einem Modellierholz in die Figur geritzt werden. Hier kann der Töpfer seiner Phantasie und Kreativität also freien Lauf lassen. Wichtig ist nur, angesetzte Teile immer gut mit Tonschlicker festzukleben. 

 

4. Schritt: die Figur brennen, bemalen und ein zweites Mal brennen

Das fertige Männchen muss nun lederhart trocknen, danach kann es gebrannt werden. Wer möchte, kann sein Männchen nun so belassen. Möglich ist aber auch, das Männchen nach dem Schrühbrand bunt zu bemalen. Dies erfolgt mit Engoben, die in verschiedenen Farben erhältlich sind und für selbst kreierte Farbtöne auch miteinander vermischt werden können. Engoben sind im Prinzip nichts anderes als flüssiger, bunt eingefärbter Ton.

Um das Männchen zu bemalen, werden die Engoben mit dem Pinsel aufgetragen. Für besonders gleichmäßige Flächen können die Farben nach einem Antrocknen mit einem feuchten Schwamm verwischt werden. Sehr schön sieht es übrigens auch aus, wenn das Männchen nur mit weißer Engobe bemalt wird. Sie wird aufgetragen, muss kurz antrocknen und wird dann mit einem feuchten Schwamm wieder abgenommen, so dass nur ein weißer Schleier übrig bleibt.

Nach dem Brand sieht das Männchen dann aus, als hätte jemand Puderzucker darüber gestreut. Ist die Bemalung trocknen, muss das Männchen für den Glasurbrand noch einmal in den Brennofen. Eine Alternative zu Engoben sind Acrylfarben. Sie eignen sich hervorragend für leuchtend bunte Männchen und bieten den Vorteil, dass ein zweiter Brand nicht mehr erforderlich ist. Um die Bemalung zu schützen, sollte aber eine Schutzschicht aus Klarlack aufgetragen werden.

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