Anleitung: Vogeltränken aus Beton

Anleitung: Vogeltränken aus Beton

Im Garten oder auf der Terrasse zu sitzen und dabei die fröhlich zwitschernden Vögel zu beobachten, gehört zum Sommer einfach dazu. Doch damit die gefiederten Freunde ihren Weg in den Garten finden, muss er für sie attraktiv sein.

Vogeltränke aus Beton

Eine Möglichkeit dabei ist, Vogeltränken bereitzustellen.

Und wie der Gartenbesitzer originelle Vogeltränken aus Beton anfertigen kann, erklären wir in dieser Anleitung!:

Vogeltränken, die dekorativ aussehen und zugleich einen praktisch Nutzen haben, können aus verschiedenen Materialien angefertigt werden. Eine Möglichkeit wäre, sie zu töpfern. Allerdings muss Ton gebrannt werden. Damit die Töpferarbeit wasser- und wetterfest wird, führt zudem oft kein Weg an einem zweiten Brand, dem Glasurbrand, vorbei.

Nun hat aber nicht jeder die Möglichkeit, seine Töpferarbeiten in der Nähe brennen zu lassen. Eine schöne Alternative zum Ton ist deshalb Beton. Beton muss nicht gebrannt werden, denn er härtet von alleine aus. Und als Baumaterial für den Innen- und den Außenbereich hat sich Beton bestens bewährt.

Seit einiger Zeit ist Beton aber auch aus dem Hobby- und Bastelbereich nicht mehr wegzudenken. Hier hat er sich zu einem echten Trendmaterial entwickelt, aus dem die verschiedensten Dinge angefertigt werden. Meist wird dabei mit einem speziellen Bastelbeton gearbeitet, der etwas feiner ist und zudem in kleineren Einheiten angeboten wird.

Für unsere Vogeltränken verwenden wir aber ganz normalen Estrichbeton aus dem Baumarkt. Denn die Trinkstationen für die Vögel dürfen als Gartenaccessoires ruhig rustikaler sein. Passend zum Gartenthema gibt ein Pflanzenblatt die Form vor. Hier nun aber die ausführliche Anleitung Schritt für Schritt.

 

Die Materialien für Vogeltränken aus Beton

  • Estrichbeton
  • Sand
  • Blätter von Pflanzen, z.B. Rhabarberblätter, Bananenblätter oder Blätter von Zimmerpflanzen
  • Armierungsgewebe, wenn die Blätter größer sind als 20 cm
  • Wasser, kleiner Eimer oder Schüssel und Rührwerkzeug zum Anmischen des Betons
  • (alter) Löffel und Einweghandschuhe

Die Anleitung für Vogeltränken aus Beton

  1. Schritt: die Arbeitsfläche vorbereiten

Die Vogeltränke braucht eine Wölbung, damit sich das Wasser darin sammelt. Um die Wölbung zu erzielen, kommt Sand zum Einsatz. Gleichzeitig bildet der Sand die Unterlage, auf der der Beton aushärtet.

Damit der Sand geformt werden kann und diese Form auch behält, wird er zuerst etwas angefeuchtet. Dann wird der feuchte Sand auf die Arbeitsfläche gegeben und zu einem kleinen Hügel geformt. Der Durchmesser des Sandhaufens sollte rundherum etwas größer sein als das verwendete Pflanzenblatt. Wie hoch der Sandhaufen wird, hängt von der gewünschten Wölbung ab. Je höher und steiler der Sandhügel ist, desto stärker ist später auch die Vogeltränke gewölbt.

 

  1. Schritt: das Blatt auflegen

Auf den Sandhügel wird jetzt das Pflanzenblatt gelegt. Dabei wird das Blatt so aufgelegt, dass die Blattadern nach oben zeigen. Da die Adern meist auf der Blattrückseite erhaben hervortreten, wird das Blatt also mit der Vorderseite nach unten auf dem Sand positioniert.

Welches Blatt verwendet wird, bleibt natürlich dem eigenen Geschmack überlassen. Sehr gut geeignet sind beispielsweise die großen Blätter vom Rhabarber. Aber auch Blätter von anderen Gartenpflanzen, große Kohlblätter, Bananenblätter und Blätter von Zimmerpflanzen können verwendet werden. Wer keine geeigneten Pflanzen hat, kann sich im Blumengeschäft kostengünstig Zierblätter besorgen.

Ist das Blatt größer als 20 cm, sollte sicherheitshalber ein Armierungsgewebe eingearbeitet werden. Durch das Gewebe bekommt der Beton mehr Stabilität und die Bruchgefahr sinkt. Armierungsgewebe ist ein blaues Gittergewebe, das eigentlich für Verputzarbeiten an der Wand verwendet wird. Es ist im Baumarkt erhältlich. Armierungsgewebe kann mit der Schere zugeschnitten werden. Für die Vogeltränke wird das Armierungsgewebe so zugeschnitten, dass es ungefähr die Blattform hat und ringsherum etwa 2 cm kleiner ist als das Blatt.

 

  1. Schritt: den Beton anmischen

Nachdem die Vorbereitungen abgeschlossen sind, kann der Beton angemischt werden. Das Mischungsverhältnis steht auf der Verpackung. Eine gute Mischung besteht meist aus drei Teilen Beton und einem Teil Wasser. Besser ist aber, mit weniger Wasser zu beginnen und bei Bedarf Wasser hinzuzufügen, falls der Beton zu trocken sein sollte.

Denn wenn die Mischung zu flüssig ist, hält der Beton nicht auf dem Blatt, sondern läuft herunter. Die richtige Konsistenz ist erreicht, wenn der Beton gut durchfeuchtet ist, leicht glänzt und mit dem Löffel glattgestrichen werden kann.

 

  1. Schritt: die Vogeltränken formen

Der Beton wird jetzt auf dem Blatt verteilt. Dazu wird er am besten mit einem alten Löffel auf das Blatt gegeben, und zwar von der Blattmitte aus zu den Rändern hin. Insgesamt kann die Betonschicht ruhig um die 2 cm dick sein. Ist das Blatt komplett abgedeckt, kann der Beton mit der Rückseite des Löffels glattgestrichen werden. Die Blattränder können aber auch mit den Händen ausgeformt werden.

Wird ein großes Blatt verarbeitet, wird zuerst eine dünne Schicht Beton auf das Blatt gegeben. Auf diese Betonschicht wird das Armierungsgewebe gelegt. Anschließend wird eine zweite Betonschicht aufgetragen.

Tipp: Beton ist recht aggressiv und trocknet die Haut stark aus. Deshalb sollten Handschuhe getragen werden, wenn der Beton mit den Händen angefasst wird.

 

  1. Schritt: die Vogeltränken fertig stellen

Ist der Beton verarbeitet, ist Geduld gefragt. Denn der Beton muss langsam aushärten. Andernfalls reißt oder bricht die Vogeltränke. Dabei kann der Beton ruhig im Freien trocknen. Allerdings sollte er nicht in der prallen Sonne, sondern besser im Schatten stehen.

Je nach Blattgröße und Dicke der Betonschicht braucht der Beton mindestens zwei Tage Trocknungszeit. Damit auch wirklich nichts schiefgeht, ist es sogar besser, drei Tage abzuwarten. Dann kann die Vogeltränke vorsichtig vom Sandhügel abgenommen werden.

Zum Schluss muss nur noch das Pflanzenblatt abgezogen werden. Je nach Blattstruktur löst sich das Blatt mal besser und mal schlechter. Wollen sich einzelne Blattteile gar nicht vom Beton lösen, kann die Tränke unter fließendem Wasser mit einem Topfschwamm oder einer weichen Bürste bearbeitet werden. Und nun muss nur noch ein schöner Platz im Garten für die Vogeltränke ausgesucht werden!

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Thema: Anleitung: Vogeltränken aus Beton

Veröffentlicht von

Tobias Naue & Maike Wetzold

Maike Wetzold, geboren 1969, Lehrerin für das Unterrichtsfach Werken, sowie Tobias Naue, Baujahr 1974, (Keramikmeister) schreiben hier Wissenswertes zum Thema Töpfern, Ton und Keramik. Anleitungen, Übungen , Vorlagen und Fachwissen für Groß und Klein, sowie für Schule und Hobby.

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