Einmal Gips statt Ton – Anleitung für eine Etagere

Einmal Gips statt Ton – Anleitung für eine Etagere

 

Ton lässt sich prima verarbeiten und in die verschiedensten Formen bringen. Ein kleiner Nachteil ist aber, dass die getöpferten Kunstwerke mindestens einmal gebrannt werden müssen. Da die wenigsten Hobbytöpfer einen eigenen Brennofen haben, müssen die Arbeiten also weggebracht werden.

Umso ärgerlicher ist es dann, wenn die eigene Töpferarbeit den Brand nicht unbeschadet übersteht. Eine schöne Alternative zu Ton kann deshalb Gips sein. Gipsbinden lassen sich sehr gut formen und trocknen ganz alleine an der Luft. Eine Idee, wie eine chice Etagere aus Gips modelliert werden kann, stellt die folgende Anleitung vor. Nach dem gleichen Prinzip können aber natürlich auch viele andere Gefäße und Skulpturen entstehen:

 

Gefäße und Figuren aus Gips modellieren – die benötigten Materialien

Um Gefäße und Skulpturen aus Gips modellieren zu können, führt der Weg erst einmal in die Apotheke. Hier sind nämlich die Gipsbinden erhältlich, die die wichtigste Zutat sind. Gipsbinden werden in unterschiedlichen Breiten angeboten. Die Breite spielt aber letztlich keine allzu große Rolle, denn die Binden werden ohnehin nicht am Stück verarbeitet, sondern in kleinere Stücke geschnitten.

Die benötigte Menge hängt natürlich davon ab, was in welcher Menge hergestellt werden soll. Für eine Schale sollte eine Gipsbinde jedoch locker ausreichen, für eine Etagere werden etwa zwei Gipsbinden verarbeitet.

Als Grundgerüst für Gefäße eigenen sich Teller, Becher und Pappkerne von Küchen- oder Toilettenpapier hervorragend. Alternativ ist aber auch möglich, Teller, Schalen, Töpfe und andere Haushaltsgefäße als Vorlagen zu verwenden. Diese werden vor dem Eingipsen mit Frischhaltefolie abgedeckt, damit sich die Gipsskulptur später problemlos ablösen lässt. Wer ausgefallene Formen modellieren möchte, kann sich ein Grundgerüst aus Zeitungspapier, Alufolie, Draht oder Styropor bauen.

Mit den Gipsbinden und den Materialien für das Grundgerüst sind die wichtigsten Utensilien auch schon beisammen. Nun werden nur noch eine Schere, eine Schüssel mit Wasser und, wenn das Grundgerüst aus Pappe besteht, die Heißklebepistole benötigt. Ratsam ist außerdem, den Arbeitsplatz gut mit Folie oder Zeitung abzudecken.

 

Einmal Gips statt Ton – Anleitung für eine Etagere

 

1. Schritt: das Grundgerüst anfertigen

Das Grundgerüst dieser Etagere besteht aus zwei unterschiedlich großen Papptellern und einer Papprolle. Zuerst wird die Papprolle mittig und mit einer ordentlichen Portion Heißkleber auf den größeren Teller geklebt. Wenn der Kleber fest geworden ist, wird der kleinere Teller wieder mittig auf die Papprolle gesetzt und ebenfalls satt mit Heißkleber befestigt.

 

2. Schritt: die erste Seite eingipsen

Nun beginnt das Eingipsen der Etagere. Dafür wird das Grundgerüst auf den Kopf gestellt, die Unterseite zeigt also nach oben. Dann wird ein Stück von der Gipsbinde abgeschnitten, kurz in eine Schüssel mit Wasser getaucht, am Rand der Schüssel abgestreift und am Rand des unteren Tellers angelegt. Anschließend wird ein zweites Stück Gipsbinde abgeschnitten, befeuchtet und neben das erste Gipsbindenstück gesetzt.

So geht es nun weiter, bis die gesamte Unterseite des unteren Tellers eingegipst ist. Gearbeitet wird dabei immer vom Rand zur Mitte hin. Ratsam ist übrigens, die Gipsbindenstücke wirklich einzeln einzuweichen und direkt zu verarbeiten. Die Binden werden nämlich sehr schnell sehr weich.

Um sicherzustellen, dass die Etagere später sicher und stabil steht, kann die Gipsschicht mit feuchten Händen glattgestrichen werden. Nach dem gleichen Prinzip wird dann auch die Unterseite des oberen Tellers eingegipst. Nun heißt es kurz warten, bis der Gips trocken ist.

 

3. Schritt: die zweite Seite eingipsen

Ist der Gips auf den Unterseiten der Teller trocken, wird die Etagere umgedreht und dann sind die Oberseiten an der Reihe. Auch hier werden die feuchten Gipsbindenstücke wieder vom Rand zur Mitte hin angelegt, bis die Teller nach und nach vollständig eingegipst sind.

Die Papprolle in der Mitte wird natürlich ebenfalls mit Gipsbindenstücken umwickelt. Dabei kann der Fuß ganz schlicht bleiben, indem die Gipsbinden nur angelegt und glattgestrichen werden. Möglich ist aber auch, ein Muster zu gestalten. Dazu können die Gipsbinden beispielsweise in Falten gelegt, zu kleinen Kügelchen geformt und angedrückt oder in sehr dünne Streifen geschnitten und in einem Streifen-, Karo- oder Rautenmuster angeordnet werden.

 

4. Schritt: die Etagere dekorieren und fertig stellen

Wer möchte, kann die Etagere nun noch weiter ausarbeiten. So können beispielsweise kleine Blumen oder Figuren aus den Gipsbinden modelliert und auf die Tellerränder gesetzt werden. Möglich ist auch, Blätter, Ringe, Pfeifenreiniger, Drahtgebilde, Styroporkugeln, Streuteile und allerlei andere nicht zu große und nicht zu schwere Gegenstände in Gipsbinden einzuwickeln und die Etagere damit zu verschönern.

Die fertig dekorierte Etagere muss dann komplett durchtrocknen. Je nach Dicke der Gipsschichten und je nach Raumtemperatur kann dies mehrere Tage lang dauern.

Um zu verhindern, dass der Gips im Laufe der Zeit vergilbt, kann die trockene Etagere mit einer Schicht Klarlack versiegelt werden. Wer möchte, kann die Etagere natürlich auch bunt bemalen. In diesem Fall ist es jedoch ratsam, zuvor eine Grundierung aus Gesso oder einer anderen, für staubige Untergründe geeigneten Grundierung aufzutragen. Sollen auf der Etagere Lebensmittel drapiert werden, muss außerdem darauf geachtet werden, dass die verwendeten Farben lebensmittelecht sind.

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