Anleitung für die Nerikomi Technik

Infos und Anleitung für die Nerikomi Technik 

Es gibt eine Reihe von Techniken, die beim Töpfern Anwendung finden. So können die Töpferarbeiten beispielsweise auf der Töpferscheibe entstehen oder mithilfe der Daumendruck-, der Wulst- oder der Plattentechnik geformt werden. Daneben sind aber auch etwas exotischere Techniken möglich und ein Beispiel hierfür ist die Nerikomi Technik.  

Was sich dahinter verbirgt und wie sie funktioniert,
erklärt die folgende Anleitung:
  

 

 

Einige Infos zur Nerikomi Technik vorab

 

Für die vergleichsweise aufwändige Technik werden mehrere Bezeichnungen verwendet, neben Nerikomi auch Neriage und Millefiori. Dabei verbergen sich hinter den einzelnen Bezeichnungen Techniken, die strenggenommen Unterschiede aufweisen. So bezeichnet Neriage Gefäße, die aus bunten Tonen auf einer Töpferscheibe angefertigt wurden.

 

Bei Millefiori, der Kunst der tausend Blumen, hingegen handelt es sich um eine sehr alte Glas-Mosaiktechnik. Ihre Wurzeln sind schon in der Antike zu finden, im frühen 16. Jahrhundert erlebte die Technik dann eine Renaissance, als sie venezianische Glasbläser wiederentdeckten. Nerikomi wiederum ist ebenfalls eine Art Mosaiktechnik, bei der kleine bunte Bilder die Basis für Porzellangefäße bilden.

 

Vermutlich stammt die Nerikomi Technik ursprünglich aus China, gepflegt wird sie bis heute aber vor allem in Japan und Korea.  

 

Unabhängig von der konkreten Bezeichnung liegt eine wesentliche Gemeinsamkeit und gleichzeitig die Besonderheit darin, dass die Muster sowohl auf den Innen- als auch auf den Außenseiten zu sehen sind. Hierfür werden dünne Platten, Streifen oder Wülste zu sogenannten Mustersträngen zusammengesetzt. Die Musterstränge können geometrische, figürliche oder abstrakte Muster zeigen und werden nach dem Formen in dünne Scheiben geschnitten. Anschließend werden die Musterscheiben so angeordnet, dass sie eine Verzierung, eine Bordüre oder auch das gesamte Gefäß bilden.   

 

 

 

Eine Anleitung für die Nerikomi Technik

 

Auch wenn mit der Nerikomi Technik eigentlich Porzellangefäße hergestellt werden, ist es durchaus möglich, sie auch auf das Töpfern zu übertragen. Die folgende Anleitung beschreibt die grundlegende Vorgehensweise am Beispiel einer vierfarbigen Schale.

 

Hierfür werden folgende Materialien benötigt:

 

·         Ton in vier Farben, beispielsweise in weiß, gelb, rot und schwarz
·         Nudelholz
·         Messer und Schneidedraht
·         Gabel und kleines Gefäß für Tonschlicker
·         Schleifpapier oder Stahlwolle 

 

 

 

1. Schritt: den Ton vorbereiten

 

Wie bei jeder Töpferarbeit üblich, werden die Tone als erstes gut durchgeknetet, damit Luftblasen entweichen und die Tone geschmeidig werden. Anschließend werden die Tone mit dem Nudelholz zu etwa 1cm dünnen Platten ausgerollt. Die gelbe Tonplatte wird dabei ungefähr in der Größe der Schale ausgerollt. Aus den drei übrigen Tonen werden je zwei etwa 5cm breite, gleichlange Streifen geschnitten.  

 

 

 

2. Schritt: den Musterstrang formen

 

Nun wird in einem kleinen Gefäß aus etwas weißem Ton und Wasser Tonschlicker angerührt. Anschließend wird mithilfe der Gabel ein weißer Tonstreifen aufgeraut. Auf diesen Streifen wird dann Tonschlicker aufgetragen, ein roter Streifen aufgelegt und festgedrückt.

 

Nun wird das Gebilde umgedreht, so dass wieder der weiße Tonstreifen oben liegt. Dieser wird jetzt erneut aufgeraut, wieder mit Tonschlicker eingestrichen und anschließend wird ein schwarzer Tonstreifen aufgelegt und angedrückt. Dies wird nun mit den drei anderen Tonstreifen wiederholt, so dass also zwei gleiche Stränge aus je drei Tonstreifen vorhanden sind. Diese beiden Stränge werden dann mithilfe von Tonschlicker zu einem Strang zusammengesetzt.

 

Bevor es weitergeht, wird der Strang bei Bedarf so zurechtgeschnitten, dass die Seiten und die Enden gerade sind. Anschließend wird der Strang vorsichtig in Wellen gelegt, zusammengeschoben und festgedrückt.  

 

 

 

3. Schritt: das Muster einarbeiten

 

Mit dem Schneidedraht werden jetzt von dem Musterstrang etwa 5mm dicke Scheiben abgeschnitten. Dann werden die Scheiben zunächst lose auf die gelbe Tonplatte gelegt und können nun hin- und herbewegt werden, bis die Anordnung gefällt. Ob dabei nur eine oder sehr wenige Scheiben verwendet, ob die Fläche nahezu vollständig mit Musterscheiben abgedeckt und ob die Scheiben mittig oder am Rand positioniert werden, bleibt natürlich dem eigenen Geschmack überlassen.

 

Um die Musterscheiben nun einzuarbeiten, wird die gelbe Tonplatte an der entsprechenden Stelle aufgeraut und mit Tonschlicker eingestrichen. Die Musterscheibe wird dann auf der Rückseite ebenfalls leicht angeraut, auf die Tonplatte gelegt und mit der flachen Hand festgedrückt. Auf diese Weise werden alle Musterscheiben fixiert.

 

Anschließend wird die gelbe Tonplatte solange mit dem Nudelholz bearbeitet, bis die Musterscheiben eben eingearbeitet sind und wieder eine gleichmäßig dicke Tonplatte vorhanden ist. Dabei wird die Tonplatte mehrere Male gewendet und von beiden Seiten gewalzt. Die Tonplatte kann nun zugeschnitten und zur Schale geformt werden, wer möchte, kann sich aber natürlich auch mit einer anderen Schale als Formvorlage behelfen. Die Schale muss dann trocknen. 

 

 

 

4. Schritt: die Schale fertig stellen

 

Ist die Schale getrocknet, wird sie geschliffen. Dazu wird der Ton auf der Innen- und auf der Außenseite vorsichtig mit Schleifpapier oder Stahlwolle bearbeitet, bis die Oberflächen glatt sind und das Muster deutlich zu sehen ist. Danach wird die Schale gebrannt.

 

Um die Leuchtkraft der Tonfarben und damit auch des Musters zu verstärken, kann die Schale mit einer transparenten Glasur überzogen werden. Eine andere Möglichkeit wäre, die Schale noch einmal vorsichtig abzuschmirgeln und anschließend mit echtem Bienenwachs zu polieren.

 

 

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