Die ältesten Höhlenmalereien in der Übersicht

Einige der interessantesten und

ältesten Höhlenmalereien in der Übersicht 

 

Ähnlich wie das Töpfern gehören auch Höhlenmalereien zu den Handwerkskünsten aus den Anfangszeiten der Menschheit. Um die kunstvollen Malereien zu gestalten, verwendeten die Menschen seinerzeit Naturmaterialien. Meist handelte es sich dabei um Mischungen aus Ton, Lehm und Eisen, wodurch eine recht große Palette an verschiedenen Farbtönen zur Verfügung stand. 

Viele Höhlenmalereien stammen aus der frühen Steinzeit und zeigen Tiere in beeindruckender Präzision. Heute ist bekannt, dass die Tierdarstellungen entweder Gottheiten abbildeten oder dazu dienten, das Jagdwissen an die Nachkommen zu vermitteln. Übrigens werden auch heute noch Farben, die aus Ton bestehen, für Malereien verwendet, ein Beispiel hierfür ist die Engobenmalerei.

 

Engoben sind Farben, die aus flüssigem Tonschlicker bestehen, in verschiedenen Farbtönen erhältlich sind und verwendet werden, um Töpferarbeiten zu bemalen. Für Hobbytöpfer, aber natürlich auch für Geschichtefans, ist es sicherlich interessant, sich kunstvolle Malereien mit Farben aus Ton einmal anzuschauen und sich vielleicht sogar von den Motiven inspirieren zu lassen.  

 

 

Einige der interessantesten und ältesten Höhlenmalereien,
die für die Öffentlichkeit frei zugänglich sind, stellt die folgende Übersicht vor:
 

 

 

Frankreich: die Höhlen von Rouffignac, Font-de-Gaume und Niaux

 

Die Höhle von Rouffignac befindet sich etwa fünf Kilometer südlich von der Gemeinde Rouffignac-Saint-Cernin-de-Reilhac im Departement Dordogne im Südwesten Frankreichs. Besucher können die Höhle von April bis November besichtigen. Dafür fährt eine kleine elektrische Bahn entlang des Hauptgangssystems durch die Höhle und ermöglicht so den Besuchern, rund zwei Kilometer tief in den Berg vorzudringen.

 

In der Höhle gibt es zehn Schachtöffnungen, die zu einem tiefer gelegenen Stockwerk der Höhle führen. Erstaunlicherweise ist ein Großteil der bedeutenden Malereien direkt an diesen gefährlichen Stellen zu finden. Die Höhlenmalereien, die Schätzungen zufolge mindestens 14.000 Jahre alt sind, zeigen hauptsächlich Tiere.

 

Dabei sind Mammuts das vorherrschende Motiv unter den über 200 Tierdarstellungen, menschliche Figuren sind lediglich in vier Zeichnungen zu sehen. Ebenfalls im Departement Dordogne im Gebiet der Gemeinde Les Eyzies-de-Tayac-Sireuil liegt Font-de-Gaume. Die meisten der rund 200 Bildkompositionen zeigen Wisente, daneben sind aber auch Wildpferde und Mammuts recht häufig dargestellt. Ein menschliches Wesen wurde nur ein einziges Mal gemalt.

 

Die Qualität der Felsbilder ist beeindruckend. So wurden meist zuerst die Umrisse der Motive in die Wand geritzt und anschließend mit schwarzer und roter Farbe ausgemalt. Unebenheiten in den Felswänden wurden dabei geschickt integriert, wodurch die Bilder mitunter eine räumliche Dimension haben. Die Höhle von Niaux liegt im Pyrenäengebiet des Flusses Ariège und ist die einzige Bilderhöhle in Südfrankreich, die öffentlich zugänglich ist. Dabei hat eine Besichtigung durchaus den Charakter einer Expedition.

 

Die Höhle sind nämlich kaum ausgebaut und nicht beleuchtet. Die maximal 20 Teilnehmer einer Gruppe erhalten deshalb elektrische Grubenlampen und müssen Wanderausrüstung tragen, während sie durch die Höhe geführt werden.

 

Die zwischen 12.500 und 13.500 Jahre alten Malereien zeigen unter anderem Wisente, Pferde, Steinböcke und einen Hirsch. Außerdem gibt es Zeichnungen, die aus Punkten und Strichen bestehen, deren Bedeutung allerdings bislang nicht bekannt ist.   

 

 

 

Namibia: die Phillips-Höhle

 

Die Phillips-Höhle befindet sich auf der Ameib-Farm im Erongogebirge im Nordwesten des Landes und ist nach dem ehemaligen Besitzer der Farm Emil Phillip benannt. Von der Farm aus führt ein mit Autos befahrbarer Weg zu der Höhle, das letzte Stück wird dann über einen markierten Pfad zu Fuß zurückgelegt.

 

In der Höhle finden sich zahlreiche Malereien, deren Entstehung auf etwa 3.400 vor Christus datiert wird. Das bekannteste Bild zeigt einen weißen Elefanten, mitten auf dem Elefanten ist eine kleine rote Antilope zu sehen. Ein Besuch lohnt sich aber nicht nur wegen der Höhlenmalereien, sondern auch wegen der sogenannten Bull‘s Party.

 

So werden die riesengroßen, fast kugelrunden Gebilde aus Granitstein genannt, die im Laufe der Zeit durch die Verwitterung des Gesteins entstanden sind und auf beeindruckende Art irreal und fast schon wie moderne Kunst wirken.   

 

 

 

Somalia: Laas Geel

 

Im Norden Somalias unweit der Stadt Hargeysa befindet sich Laas Geel, ein kleines Felsmassiv aus rotem Granit. Die Felsformation beherbergt rund 20 Höhlen und Nischen, zehn davon sind mit Malereien verziert. Dabei sind die Zeichnungen, die auf 4.000 bis 3.000 vor Christus datiert werden, die am besten erhaltenen Höhlenmalereien in Afrika.

 

Die meisten Malereien sind mehrfarbig, die vorherrschenden Farben sind Rotbraun, Ocker, Schwarz und Weiß. Die Darstellungen zeigen hauptsächlich Kühe und Menschen, aber auch ein Haushund und eine Giraffe sind zu sehen.

 

Die Kühe sind vielfach mit traditionellem Schmuck verziert, mit deutlich erkennbaren Eutern dargestellt und größer gezeichnet als alle anderen Motive. Dies deutet darauf hin, dass Kühe verehrt wurden und ihre Milch eine wichtige Bedeutung in der Ernährung hatte.    

 

 

 

Argentinien: Cueva de las Manos

 

Cueva de las Manos bedeutet übersetzt Höhle der Hände und die Höhle liegt in der Provinz Santa Cruz im Südwesten Argentiniens. Entdeckt wurde die Höhle 1941 von einem Mönch, erforscht wurde sie 1949 und 1967. Die beeindruckenden Malereien entstanden zwischen 7.000 und 1.000 vor Christus und je nach Stil wird zwischen drei Gruppen unterschieden.

 

Malereien der Gruppe A zeigen in erster Linie Jagdszenen zwischen Menschen und Guanakos, einer wildlebenden Kamelart. Die kunstvollen Darstellungen, bei denen die Menschen kleiner gemalt sind als die Tiere, sind in den Farben Schwarz, Ocker, Hellrot und Violett gestaltet.

 

Die schwarzen und violetten Malereien der Gruppe B stellen überwiegend statische Menschen mit kleinen Köpfen, Guanakos, Abdrücke von Händen und abstrakte Malereien aus Kreisen, Rechtecken, Punkten und Linien dar. Besonders beeindruckend aber sind die fast schon mystisch wirkenden Malereien der Gruppe C. Hier sind neben menschlichen Figuren vor allem Umrisse von Händen zu sehen, die als Negativform abgebildet sind.

Die Hände selbst haben die Farbe des Gesteins, ummalt sind sie mit roten Farbtönen. Darstellungen von Händen in dieser Art wurden bislang nur in dieser Höhle gefunden. 

 

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