Grundanleitung zum Töpfern mit Drehscheibe

Grundanleitung zum Töpfern mit der Drehscheibe  

Das Töpfern ist eine kreative und interessante Tätigkeit, die Menschen quer durch alle Altersklassen und Schichten großen Spaß macht und es ermöglicht, die unterschiedlichsten praktischen, nützlichen und dekorativen Gegenstände anzufertigen.

 

Dabei kennt das Töpfern unterschiedliche Techniken und Anfänger beginnen in aller Regel damit, ihre Werke mithilfe der Platten- oder der Wulsttechnik zu gestalten. Bei diesen Techniken wird der Ton zu Platten ausgerollt oder zu kleinen Wülsten geformt und anschließend zusammengesetzt.  

 

Dank dieser Techniken können auch absolute Anfänger sehr schöne Werke anfertigen, viele verbinden das richtige Töpfern aber mit der Arbeit an der Drehscheibe. Nun ist es auch sehr faszinierend, einem Profi über die Schulter zu schauen und zu beobachten, wie er scheinbar mühelos einen unförmigen Tonklumpen in ein gleichmäßiges und wohlgeformtes Tongefäß verwandelt. Spätestens bei den ersten eigenen Versuchen wird aber schnell klar, dass es sich beim Drehen um eine hohe Kunst handelt, die nicht nur Geduld, sondern vor allem Übung erfordert.

 

Selbst Profis passiert es immer wieder, dass das fast fertige Werkstück in sich zusammensinkt, im oberen Bereich abreißt, sich ein Riss oder ein Loch bildet oder gar das gesamte Werkstück in hohem Bogen von der Drehscheibe fliegt. Dies mag dann zwar ärgerlich sein, gehört aber gewissermaßen dazu und wer gelernt hat, richtig mit der Drehscheibe umzugehen, wird viel Spaß damit haben.

 

Drehscheiben sind allerdings nicht ganz billig, so dass es durchaus sinnvoll ist, das Drehen vor dem Kauf einer eigenen Drehscheibe erst einmal auszuprobieren. Dies kann im Rahmen eines Töpferkurses erfolgen, vielleicht gibt es aber auch eine Töpferwerkstatt vor Ort und der Keramiker erlaubt in einer kleinen Unterrichtsstunde, seine Drehscheibe zu testen.  

 

 

Das Töpfern mit der Drehscheibe basiert dann auf einer Grundanleitung,
die im Folgenden erklärt wird:
 

 

 

Grundanleitung für das Töpfern mit der Drehscheibe

 

 

1.      
Wie bei allen anderen Töpfertechniken beginnt auch das Töpfern mit der Vorbereitung des Tons. Dieser wird zunächst geschlagen und geknetet, um ihn geschmeidig zu machen und Luftbläschen zu entfernen. Für das Töpfern auf der Drehscheibe wird dabei grundsätzlich sogenannter Drehton verwendet, der keinen Schamotteanteil enthält und daher auch keine schmerzhaften Erinnerungen an den Händen zurücklässt.

 

 

2.      
Der nächste Schritt besteht darin, den Ton auf der Drehsscheibe zu zentrieren. Beim Drehen muss der Ton immer exakt mittig auf der Scheibe gehalten werden, was allerdings schwieriger ist, als es klingt.

 

Voraussetzung hierfür ist ein gutes Gefühl für den Ton und dessen Verhalten, denn ansonsten wird der Ton schnell ein Eigenleben entwickeln und machen, was er möchte. Bei den ersten Versuchen ist es außerdem sinnvoll, die Drehgeschwindigkeit der Scheibe nicht zu hoch einzustellen, weil es dadurch leichter wird, den Ton zu kontrollieren.

 

 

3.      
Sobald sich der Ton zentriert auf der Scheibe dreht, besteht der nächste Schritt in dem sogenannten Aufbrechen. Dies erfolgt, indem mit dem Daumen ein Loch in die Mitte des Tonklumpens gedrückt wird.  

 

 

 

 

4.      
Nach dem Aufbrechen wird der Boden des Gefäßes gearbeitet und geglättet. Dazu wird der Ton in der Mitte vorsichtig nach unten gedrückt.

 

Wichtig hierbei ist aber, nicht zu weit nach unten zu drücken, da der Boden ansonsten ein Loch bekommen könnte. Zudem darf der Boden nicht zu dünn gearbeitet werden. Dies liegt zum einen daran, dass das Volumen beim Trocknen noch etwas schwindet. Zum anderen reduziert sich die Dicke des Bodens beim späteren Abheben von der Scheibe. Dies erfolgt nämlich mithilfe eines Schneidedrahtes und dabei bleibt ein kleiner Tonrest immer auf der Drehsscheibe zurück.

 

 

5.      
Wenn der Boden fertig ist, werden die jetzt noch recht dicken Wände des Tongefäßes bearbeitet. Diese werden immer von unten nach oben hochgezogen. Die Ellebogen werden dabei nah am Körper gehalten und die Hände arbeiten nun zusammen. Eine Hand wird im Inneren des Gefäßes positioniert und die Fingerspitzen üben sanften Druck auf den Ton aus.

 

Die andere Hand drückt vorsichtig von der Außenseite aus gegen den Ton und bildet gleichzeitig die Ablagefläche für den Daumen der innen befindlichen Hand. Das Gefäß wird nun solange bearbeitet, bis es die gewünschte Form erreicht hat.

 

Neben dieser Grundstellung gibt es noch weitere Griffe beim Drehen, beispielsweise den Zentriergriff, den Knöchelzug oder den Schienenzug, bei denen alle Finger oder eine Drehschiene aus Gummi, Holz oder Metall als Hilfsmittel zum Einsatz kommen.   

 

 

 

Wasser und Schlicker als Hilfsmittel beim Töpfern auf der Drehscheibe

 

 

Beim Töpfern auf der Drehscheibe wird mit recht viel Wasser und Schlicker gearbeitet. Diese dienen als Hilfsmittel, damit die Hände besser und einfacher über den Ton gleiten können. Um die Hände regelmäßig anfeuchten zu können, ist es sinnvoll, einen Eimer mit Wasser unweit der Drehscheibe zu positionieren. Durch die Tonreste an den Händen entsteht so automatisch Schlicker.

 

Einige Keramiker mischen dem Wasser zusätzlich einige Tropfen Spülmittel bei. Ist dies nicht der Fall, kann das mit Tonresten versetzte Wasser nach dem Töpfern einfach im Garten ausgeleert werden, denn beim Drehton handelt es sich um ein reines Naturprodukt.

 

 

Weiterführende Töpfertechniken und Tipps für Ton:

Thema: Grundanleitung zum Töpfern mit der Drehscheibe  

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2 Gedanken zu „Grundanleitung zum Töpfern mit Drehscheibe“

  1. hallo
    ich habe eine frage.
    wie entferne ich am besten das tonprodunkt von der scheibe? wenn das produkt einen breiteren bode (fläche) hat, verformt sich mein gefäß beim entfernen mit den draht. gibt es da noch einen trick?
    danke,
    Lara

  2. Ja, gibt es: A) Du setzt auf die Scheibe eine Holzplatte, die du nach dem Drehen mitsamt des Werkstückes abnimmst oder
    B) Du deckst das gedrehte Gefäß vor dem abschneiden mit dem Draht mit einem dünnen Blatt Zeitung ab. Es bildet sich ein Unterdruck und das Gefäß lässt sich gut abheben. oder
    C) Du machst mal einen Schnupper-Drehkurs in meiner Werkstatt in Berlin .;-) Dann kann ich Dir noch mehr Tricks zeigen. Nachricht an: clayboy@hotmail.de

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