Modellieren mit Kindern – Infos und eine Anleitung

Modellieren mit Kindern – Infos und eine Anleitung

Wer Kindern schon einmal dabei zugeschaut hat, wie sie im Sandkasten buddeln oder mit Knete spielen, bemerkt schnell, dass die Kleinen viel Spaß daran haben, mit ihren Händen verschiedene Formen und Proportionen zu gestalten. Hinzu kommt, dass das Hantieren mit den weichen, formbaren Materialien mehrere Sinne anregt. Es kann nach Herzenslust herumgematscht, gedrückt, gerollt und geknetet werden und mit jedem Handgriff entsteht ein neues Gebilde.

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Modellieren mit Kindern - Infos und eine Anleitung

Zugegebenermaßen ist das Modellieren mit Ton, Gips oder Pappmaché mitunter eine etwas schmutzige Angelegenheit. Doch wenn es zu kalt ist, um draußen zu basteln, kann der Küchenboden mit einer großen Plastikfolie abgedeckt werden.

So können die Kleinen ihrer Kreativität freien Lauf lassen und für die Eltern halten sich die späteren Aufräumarbeiten in Grenzen:

Modellieren fördert die kognitiven Fähigkeiten

Das Formen von verschiedenen Figuren und Gebilden ist in den pädagogischen Konzepten vieler Kitas und Schulen fest verankert. Denn das Modellieren mit unterschiedlichen Massen wie Ton, Sand, Knete, Gips oder Pappmaché fördert zum einen die feinmotorischen Fähigkeiten.

Zum anderen wird die Beobachtungsgabe der Kleinen geschult. Außerdem entwickeln sie ein Gespür dafür, Proportionen zu erkennen, einzuschätzen und nachzubilden.

Anders als beim Malen erhalten die Körper beim Modellieren dreidimensionale Formen. Für Kinder ist das zunächst eine neue Herausforderung, die sie aber mit jedem Mal besser meistern.

Geeignete Materialien und Techniken je nach Alter

Die Auswahl an Modelliermassen und -techniken ist groß. Je nachdem, wie alt die Kinder sind, bieten sich deshalb verschiedene Varianten an:

  • Knete: Bunte, weiche Knete können schon die Allerkleinsten nutzen. Als Modelliermasse ist sie unkompliziert in der Handhabung und gesundheitlich unbedenklich. Allerdings ist Knete auch nicht sehr beständig. So werden die kleinen Kunstwerke nach einiger Zeit unansehnlich und bröckeln auseinander.
  • Lufttrocknende oder ofenhärtende Modelliermasse: Diese Masse ist etwas fester als Knete. Wird sie vor dem eigentlichen Formen kräftig durchgeknetet, wird sie aber weicher und geschmeidiger. Ab dem Kindergartenalter können die Kleinen mit dieser Masse gut arbeiten. Die fertigen Figuren können entweder an der Luft aushärten oder im Backofen gebrannt werden. Danach lassen sie sich bemalen, bekleben oder anderweitig verzieren. Mit Lack als versiegelnde Schutzschicht bleiben die Kunstwerke dauerhaft schön.
  • Ton: Ton ist für Kindergarten- und Schulkinder ein tolles Material, das die Sinneswahrnehmung schult. Denn die weiche und geschmeidige Masse ist genauso leicht zu verarbeiten wie Knete, lässt sich durch die Zugabe von etwas Wasser aber in der Konsistenz verändern. Dadurch kann ähnlich frei geformt, zusammengesetzt und gematscht werden wie im Sandkasten. Ton muss bei hohen Temperaturen im Brennofen gebrannt werden. Soll er wasserdicht sein, sind eine Glasur und ein zweiter Brand notwendig. Wer keinen Zugang zu einem Brennofen hat, kann als Alternative auf Ton ausweichen, der von selbst an der Luft aushärtet. Dieser kann nach dem Trocknen zum Beispiel mit Acrylfarben bemalt werden.
  • Pappmaché: Das Modellieren mit Pappmaché geht recht einfach und die Masse lässt sich für kleines Geld und mit wenig Aufwand in großen Mengen herstellen. Allerdings dauert es seine Zeit, bis die Figuren geformt, gestaltet und verziert sind. Daher eignet sich diese Technik für ältere Kindergarten- und für Grundschulkinder, die bereits die notwendige Geduld haben.
  • Gipsbinden: Das Modellieren mit Gips ähnelt dem Arbeiten mit Pappmaché. Weil der nasse Gips nicht nur eine größere Sauerei verursachen kann, sondern auch recht schnell hart wird, ist aber etwas Vorsicht gefragt. Formen, Figuren und Körper aus Gips lassen sich in den verschiedensten Varianten ausarbeiten und nach dem Trocknen bemalen. Das Material eignet sich ab dem Grundschulalter.
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Eine Anleitung fürs Modellieren mit Kindern

Ein altbewährter Klassiker beim Arbeiten mit Kindern ist Pappmaché. Die weiche und gut formbare Masse lässt sich sehr gut verarbeiten und nach dem Trocknen beliebig gestalten und dekorieren. Als Anregung zeigen wir eine Anleitung, wie Kinder aus Pappmaché lustige Masken modellieren können.

Die benötigten Materialien

  • Zeitungspapier

  • Tapetenkleister und Wasser

  • Borstenpinsel

  • Luftballons

  • Farben und Pinsel zum Bemalen

  • Wollreste, Federn, Stoffblumen, Pailletten und ähnliche Dinge zum Verzieren

  • Gummiband

  • Schere

So wird’s gemacht

Zunächst den Tapetenkleister zusammen mit Wasser in ein ausreichend großes Gefäß geben und solange gründlich rühren, bis keine Klümpchen mehr vorhanden sind. Das genaue Mischungsverhältnis ist auf der Verpackung angegeben. Nun den Kleister eine Weile quellen lassen.

In der Zwischenzeit das Zeitungspapier in kleinere Stücke schneiden oder reißen. Außerdem für jede Maske einen Luftballon aufblasen. Dabei darauf achten, dass der Luftballon ungefähr die gleiche Größe hat wie der Kopf des jeweiligen Kindes. So ist sichergestellt, dass die Maske später gut passt.

Den Tapetenkleister noch einmal durchrühren. Sollte er zu fest sein, einfach mit wenig Wasser verdünnen. Nun ein Stück Zeitungspapier in den Kleister tunken und auf den Luftballon legen. Dann das nächste Stück Zeitung in Kleister eintauchen und ebenfalls auf dem Luftballon platzieren.

Auf diese Weise den gesamten Luftballon verkleiden. Lediglich das untere Ende, an dem sich der Knoten befindet, aussparen. Dabei die Zeitungsstücke jeweils überlappend auflegen. Insgesamt sollten drei bis vier Schichten gearbeitet werden, damit die Maske stabil genug wird.

Übrigens:

Wird der Luftballon ganz eingehüllt, erhält jedes Kind später zwei Masken. Soll es nur eine Maske werden, kann natürlich auch nur eine Hälfte des Luftballons mit Pappmaché bedeckt werden.

Wer möchte, kann das Zeitungspapier in Kleister tunken, zusammenknüllen und daraus eine Nase, Augenbrauen oder andere Verzierungen formen und auf den Luftballon drücken. Zum Schluss die gesamte Oberfläche mit nassen Händen glätten. Dann muss das Pappmaché vollständig durchtrocknen.

Wenn das Pappmaché fest geworden ist, den Luftballon durchstechen und herausziehen. Anschließend die Pappmaché-Form mit einer scharfen Schere der Länge nach in zwei Hälften schneiden und bei Bedarf an die Gesichtsform anpassen. Wer nicht möchte, dass die Maske das gesamte Gesicht abdeckt, kann sie natürlich auch entsprechend verkleinern.

Danach mit der Schere Löcher für die Augen, den Mund und eventuell die Nase heraustrennen. Nun kann die Maske auf der Außenseite nach Belieben ausgestaltet werden. Dafür die gesamte Fläche zunächst mit einer Farbe grundieren und dann individuell dekorieren.

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Optimal fürs Bemalen eignen sich Acrylfarben, denn sie leuchten intensiv, sorgen für einen leichten Glanz und machen die Oberfläche noch etwas härter. Kleine Kinder können aber auch mit Wasserfarben oder Fingerfarben arbeiten.

Wer mag, kann außerdem verschiedene Verzierungen wie Federn, Blüten, Perlen oder Pailletten auf seine Maske kleben. Bunte Wollreste wiederum können eine lustige Frisur ergeben.

Zum Schluss die Maske vors Gesicht halten und knapp oberhalb der Ohren beidseitig Löcher in die Maske bohren. Dann ein Gummiband, das die Maske am Kopf hält, durch die Löcher fädeln und gut verknoten. Fertig!

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Maike Wetzold, Lehrerin für das Unterrichtsfach Werken, Tobias Naue (Keramikmeister), die Youtuberin Sevilart ( Kreativ- Deko- & Bastelvideos), sowie Ferya & Christian Gülcan, Betreiber/in und Redakteur/in dieser Webseite und Inhaber von koozal Design ( Kunst, Malerei, Import & Handel getöpfertes Kunsthandwerk), schreiben hier Wissenswertes zum Thema Töpfern, Ton und Keramik. Anleitungen, Übungen, Vorlagen und Fachwissen für Groß und Klein, sowie für Schule und Hobby.

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