Skulpturen formen mal anders

Skulpturen formen mal anders

Natürlich lassen sich aus Ton wunderbare Skulpturen töpfern. Vor allem bei sehr filigranen Figuren erfordert das aber doch Übung. Und selbst wenn die Figuren rundum gelungen sind, kann beim Brennen immer noch etwas schiefgehen.

Auf der anderen Seite freut sich auch ein passionierter Töpfer gelegentlich über Abwechslung und andere Techniken. Wir stellen deshalb in diesem Beitrag eine Idee vor, wie Skulpturen mal anders geformt werden können – nämlich aus Draht, Zeitung und Kreppband.

 

Die Materialliste für die Skulpturen

  • stabiler Draht, z.B. Gartendraht mit 1,5 mm Durchmesser
  • Zange zum Kürzen und evt. Biegen des Drahts
  • Zeitung
  • Kreppband
  • Schere
  • Acrylfarbe in Schwarz und Gold
  • Pinsel

Skulpturen formen mal anders – so geht’s

Die Basis für die Skulpturen bilden zwei Stücke Draht. Sie werden in die gewünschte Form gebogen, mit Zeitung und Kreppband umwickelt und zum Schluss bemalt. Im Ergebnis entstehen moderne Skulpturen, die aussehen, als wären sie aus Metall gearbeitet.

Hier aber die ausführliche Anleitung Schritt für Schritt!:

 

  1. Schritt: die Materialien vorbereiten

Damit später alle Arbeitsschritte ohne große Unterbrechungen durchgeführt werden können, ist es ratsam, die Materialien vorzubereiten. Dabei werden zum einen zwei gleichlange Stücke Draht abgeschnitten. Wie lang die Drähte sein sollten, hängt davon ab, wie groß die Skulptur werden soll. Eine gute Länge für mittelgroße Skulpturen sind 50 cm.

Zum anderen werden aus der Zeitung Papierstreifen zurechtgeschnitten. Damit sie sich gut um die Figur wickeln lassen, sollten sie etwa 2 cm breit sein. Es macht aber nichts, wenn die Streifen nicht ganz gleichmäßig sind oder unterschiedliche Breiten haben. Denn die Streifen stabilisieren die Form nur und werden ohnehin noch mit Kreppband umwickelt.

 

  1. Schritt: die Figur formen

Liegt alles bereit, beginnt das Formen der Figur. Der erste Draht ergibt den Kopf und die Arme. Dafür wird der Draht in der Mitte zu einer Schlaufe gebogen. Die Schlaufe wird der Kopf. Anschließend wird die Schlaufe ein-, zweimal um die eigene Achse gedreht. Dadurch ist sie fixiert. Die beiden Drahtenden werden dann so auseinandergebogen, dass sie nach rechts und nach links abstehen.

Dann kommt der zweite Draht ins Spiel. Er ergibt den Körper und die Beine. Dazu wird der Draht zu einem U geformt und unterhalb der Kopf-Schlaufe um den ersten Draht gelegt. Anschließend werden die Enden des zweiten Drahts auf beiden Seiten einmal um den ersten Draht gewickelt. Damit hat die Figur Schultern bekommen.

Als nächstes wird der zweite Draht ein Stück weiter unten zusammengenommen und einmal verdreht. An dieser Stelle endet der Bauch der Figur und ihre Beine beginnen. Zum besseren Verständnis hier eine Grafik, wie die Figur jetzt ungefähr aussehen sollte:

[Skulptur]

Skulpturen

Der Hals, die Schultern und der Übergang zwischen Bauch und Beinen werden jetzt mit ein paar Windungen Kreppband umwickelt. So sind die Schnittpunkte fixiert. Anschließend kann die Figur in die gewünschte Form gebogen werden. So kann sie beispielsweise auf dem Bauch liegen, einen Handstand machen, knien oder im Schneidersitz sitzen.

 

  1. Schritt: die Drahtfigur umwickeln

Die Drahtfigur hat jetzt zwar schon ihre Form, aber noch keinen richtigen Körper. Deshalb wird zuerst ein Stück Zeitung zusammenknüllt und als Kopf in die Drahtschlaufe gesteckt. Anschließend wird der Kopf fest mit Kreppband umwickelt. Dabei können es in der Kopfmitte ruhig ein paar Windungen mehr sein. So entsteht nämlich eine runde Kopfform.

Das Gleiche wird beim Bauch wiederholt. Auch hier wird also wieder ein Stück Zeitung zusammengeknüllt, in die Drahtschlaufe gesteckt und mit reichlich Kreppband bandagiert.

Für die Beine und die Arme kommen die Streifen aus Zeitungspapier zum Einsatz. Mit den Papierstreifen wird der Draht umwickelt, bis die Arme und die Beine die gewünschte Dicke haben. Danach wird das Ganze mit Kreppband fixiert.

Auf diese Weise wird die gesamte Figur geformt. Überall dort, wo es Verdickungen geben soll, wird erst Zeitungspapier aufgelegt und darüber anschließend Kreppband befestigt. An Stellen, die schwierig zu umwickeln sind, hilft es, das Band in kleine Stücke zu schneiden. Und es macht nichts, wenn das Kreppband unförmig wirkt oder ungleichmäßig aussieht. Nach dem Bemalen ist davon nichts mehr zu sehen.

 

  1. Schritt: die Skulptur bemalen

Ist die Figur fertig geformt, wird sie bemalt. Dabei wird sie zuerst einmal komplett mit schwarzer Acrylfarbe grundiert. Wenn die Farbschicht trocken ist, werden wahrscheinlich hier und da noch helle Stellen vorhanden sein. Deshalb wird die Figur noch einmal komplett in Schwarz angemalt. Die schwarze Farbe sollte überall gleichmäßig decken.

Damit die Skulptur wie eine echte Metall-Skulptur aussieht, bekommt sie jetzt noch eine Patina. Dafür wird etwas Wasser auf einen Teller gegeben. Daneben kommt ein Klecks goldene Acrylfarbe. Nun wird mit dem Pinsel erst etwas Acrylfarbe aufgenommen. Dann wird der Pinsel in das Wasser getaucht. Anschließend wird die verwässerte Farbe unregelmäßig auf der Figur verteilt. Dabei kann der Pinsel mal aufgetupft und mal über die Figur gestrichen werden. Sobald auch diese Farbschicht trocken ist, ist die Skulptur fertig!

 

3 Tipps zum Schluss

  1. Natürlich kann die Figur noch mit Accessoires ausgestattet werden. Sehr schön sieht es zum Beispiel aus, wenn eine sitzende Figur ein Buch liest. Für das Buch wird einfach ein kleines Stück Karton zugeschnitten, einmal in der Mitte zusammengeklappt und anschließend mit Kreppband umwickelt. Dann wird das Buch – wieder mit Kreppband – an der Figur befestigt.
  2. Wer keine Figur formen möchte, kann das Prinzip selbstverständlich auf Objekte aller Art übertragen.
  3. Statt mit Kreppband kann die Skulptur auch mit Gipsbinden oder Mullverband, der in Tapetenkleister getaucht wurde, umwickelt werden. Ebenso ist möglich, die Figur mit Ton zu ummanteln. In diesem Fall muss es aber ein Ton sein, der an der Luft trocknet und nicht gebrannt werden muss.

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Veröffentlicht von

Tobias Naue & Maike Wetzold

Maike Wetzold, geboren 1969, Lehrerin für das Unterrichtsfach Werken, sowie Tobias Naue, Baujahr 1974, (Keramikmeister) schreiben hier Wissenswertes zum Thema Töpfern, Ton und Keramik. Anleitungen, Übungen , Vorlagen und Fachwissen für Groß und Klein, sowie für Schule und Hobby.

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