Töpfern mit Senioren

Töpfern mit Senioren

Es gibt viele ältere Menschen, die sich ihre Zeit gerne mit kreativen Tätigkeiten vertreiben. Handwerkliches wie das Häkeln, das Stricken oder das Sticken haben viele in jungen Jahren gelernt und was früher oft ein notwendiges Übel war, wird im Alter nicht selten zu einem liebgewonnenen Hobby.

Andere Senioren finden erst mit fortgeschrittenem Alter die Zeit und die Muße, um sich mit kreativen Arbeiten wie dem Malen, dem Basteln oder auch dem Musizieren zu beschäftigen.

Aber die Zeit hinterlässt nun einmal ihre Spuren und so kann es sein, dass die nachlassende Sehkraft, zunehmend steife Gelenke oder eine eingeschränkte Feinmotorik filigrane Arbeiten anstrengend, schwierig und teils sogar unmöglich machen. An dieser Stelle kommt das Töpfern ins Spiel, das sich hervorragend als Hobby für Senioren eignet.

Töpfern mit Senioren  – wo und wie?

In vielen Altenheimen und Residenzen für Senioren gehört das Töpfern zu den sehr beliebten Angeboten. Die Arbeit mit dem weichen, formbaren Ton macht viel Spaß, regt die Kreativität und die Phantasie an, wirkt aber gleichzeitig oft auch beruhigend und entspannend. Ähnlich wie Kinder haben auch alte Menschen Freude daran, ihre Werke stolz zu präsentieren oder ihre Lieben mit selbstgemachten Kleinigkeiten zu überraschen.

Dabei liegt ein großer Pluspunkt darin, dass für das Töpfern nur sehr wenige Materialien benötigt werden. Vielmehr als den Ton, ein paar Haushaltsgegenstände als Werkzeuge und eventuell eine Glasur braucht es nämlich zunächst nicht. Zudem können schon mit einfachen Techniken und Handgriffen innerhalb kurzer Zeit kleine Kunstwerke geschaffen werden. Es sind also weder viel Geduld noch ausgeprägte Fingerfertigkeiten notwendig.

Aber auch wenn im jeweiligen Altenheim keine Töpferstunden angeboten werden oder Senioren in ihrer eigenen Wohnung leben, spricht nichts dagegen, das Töpfern einmal auszuprobieren. So können Senioren selbst aktiv werden und ihre eigene Töpfergruppe einrichten, indem sie einfach ein paar Freunde zum gemeinsamen Töpfern bei Kaffee und Kuchen einladen.

Angehörige wiederum können bei ihrem nächsten Besuch etwas Ton mitbringen, so für eine spannende Überraschung sorgen und die Zeit nutzen, um kleine Kunstwerke zu formen, anstatt sich nur immer wieder die gleichen, alten Geschichten erzählen zu lassen. Natürlich kann es passieren, dass Senioren zunächst wenig begeistert auf die Idee reagieren. Manch einer wird erklären, dass das Töpfern etwas für Kinder sei, ein anderer wird vielleicht sagen, dass ihm kreatives Kunsthandwerk nicht liege, er so etwas nicht könne oder schlichtweg keine Lust zu so etwas habe.

Angehörige sollten sich davon jedoch nicht beirren lassen. Viele Senioren werden neugierig, wenn sie sehen, was in kurzer Zeit und ohne große Zauberei aus einem Tonklumpen werden kann. Vielleicht werden sie zunächst nur zuschauen und einige werden vielleicht kommentieren, was sie anders oder besser machen würden. Irgendwann werden sie es aber vermutlich doch selbst ausprobieren wollen. Wichtig ist dann allerdings, Feingefühl an den Tag zu legen. Gerade alte und kranke Menschen brauchen am Anfang vielleicht noch etwas mehr Hilfe und die ersten Arbeiten werden mitunter etwas komisch aussehen.

Aber es geht auch nicht darum, gleich große Kunst zu schaffen, sondern zunächst einmal stehen die Freude und die Erfolgserlebnisse im Vordergrund.

Die Töpferarbeiten können Senioren natürlich selbst behalten und nutzen oder verschenken. Ein Ansporn kann aber auch sein, einen Basar zu veranstalten, auf dem die Töpferarbeiten verkauft werden. Die Verkaufserlöse können dann genutzt werden, um neues Material einzukaufen, um sich mit einem Ausflug wie einem Café- oder Theaterbesuch zu belohnen oder auch um etwas zum nächsten Sommerfest im Altenheim beizusteuern.

Töpfern mit Senioren –

eine Idee und Anleitung zum Nacharbeiten

Damit die ersten Töpferversuche zu den gewünschten Erfolgserlebnissen führen und die Senioren anregen, weiterzumachen und immer wieder Neues auszuprobieren, sollte mit eher einfachen Arbeiten begonnen werden. Gleich ein ganzes Kaffeeservice mit aufwändigen Mustern töpfern zu wollen, dürfte in Frust enden.

Eine Idee, die sich hervorragend zum Nacharbeiten eignet und zu tollen Ergebnissen führt, obwohl sie sich sehr einfach umsetzen lässt, ist eine Schale mithilfe der Plattentechnik.

Für eine solche Schale werden

  • ·         Ton
  • ·         ein Nudelholz und ein Messer
  • ·         ein Teller oder eine Schüssel und etwas Frischhaltefolie sowie
  • ·         ein Blatt, eine Feder, eine Tortenspitze oder ähnliche flache Gegenstände zum Verzieren

benötigt. Als erstes wird der Ton durchgeknetet und anschließend zu einer Platte ausgerollt. Auf diese Platte wird nun ein größeres, dekoratives Blatt mit gut sichtbarer Struktur aufgelegt. Dann wird die Tonplatte erneut mit dem Nudelholz bearbeitet, bis das Blatt sicher mit dem Ton verbunden und eine gleichmäßig dicke, etwa 1cm starke Platte entstanden ist.

Nun wird ein Teller oder eine Schüssel mit Frischhaltefolie ausgelegt, die zurechtgeschnittene Tonplatte dort aufgelegt und vorsichtig angedrückt. Dadurch nimmt die Tonplatte die Form des Tellers oder der Schüssel an. Übrigens muss die Tonplatte nicht ganz glatt aufliegen, denn gerade Faltungen an den Rändern können der Schale den richtigen Pfiff geben. Jetzt wird das Blatt vorsichtig abgezogen und das schöne Muster des Abdrucks wird sichtbar.

Ein Blatt ist deshalb sehr gut geeignet, weil es zum einen dekorativ aussieht und sich das Sammeln von passendem Laub zum anderen prima mit einem Spaziergang kombinieren lässt. Andere flache Gegenstände wie Federn oder Tortenspitzen funktionieren aber genauso gut.

Soll die Schale nicht mit einem Abdruck verziert werden, können stattdessen mithilfe von Plätzchenausstechformen verschiedene Tonmotive ausgestochen oder Zierelemente von Hand geformt und an der Schale befestigt werden. Die Schale muss dann trocknen, am besten verbleibt sie dazu einfach in dem Teller oder der Schüssel. Nach dem Brennen kann die Schale dann noch glasiert werden, zwingend notwendig ist das aber nicht.

Mehr Töpferanleitungen und Töpfervorlagen:

Thema: Töpfern mit Senioren

Teilen:

Ein Gedanke zu „Töpfern mit Senioren“

  1. Habe früher, vor etwa 20 Jahren, viel getöpfert. Da ich keinen Brennofen habe, würde ich gerne wieder etwas in dieser Richtung machen. Bin zwar jetzt 75 Jahre alt und leite einen Seniorenkreis. Ich weiß nicht ob jemand daran Interesse hätte, aber ich würde auch gerne alleine etwas in Angriff nehmen.

Kommentar verfassen