Überlegungen beim Kauf eines Brennofens, Teil 1
Wenn du das Töpfern als Hobby für dich entdeckt hast, kommst du früher oder später an den Punkt, an dem du über einen eigenen Brennofen nachdenkst. Denn mit einem eigenen Ofen musst du deine getöpferten Arbeiten nicht mehr hin- und hertransportieren und brauchst dich nicht nach dem Anbieter zu richten, sondern kannst deine Brennvorgänge flexibel durchführen.

Außerdem hast du die Möglichkeit, verschiedene Dinge auszuprobieren und dir das Kunsthandwerk noch umfangreicher anzueignen.
Bevor du dich auf die Suche nach einem passenden Ofen machst, solltest du aber ein paar grundsätzliche Punkte durchdenken. In einem zweiteiligen Beitrag nennen wir dir Überlegungen, die du beim Kauf eines Brennofens berücksichtigen solltest.
Dabei beziehen sich unsere Tipps auf elektrische, also mit Strom betriebene Öfen. Brennöfen, die mit Holz oder Gas befeuert werden, sind in der Bedienung anspruchsvoller und deshalb eher für Profis geeignet.
Inhalt
Wie möchte ich den Töpferofen nutzen?
Die erste Frage, die du für dich klären solltest, ist, wie und wofür dein Ofen zum Einsatz kommen soll. Wichtig ist das deshalb, weil so ein Ofen nicht ganz billig ist und dir im besten Fall mehrere Jahrzehnte lang gute Dienste erweisen soll.
Vielleicht stehst du noch am Anfang und töpferst in erster Linie kleine Stücke. Doch im Laufe der Zeit wirst du dich garantiert auch an größere Objekte heranwagen.
Fertigst du hauptsächlich Gebrauchsgegenstände wie Becher, Schalen, Teller und Vasen oder gestaltest du auch Skulpturen und größere Keramiken für den Garten? Arbeitest du auch mit einer Töpferscheibe oder möchtest dir eine zulegen?
Eine Töpferscheibe erweitert das Spektrum noch einmal deutlich und wird dazu führen, dass du mehr produziert und folglich öfter brennen wirst.
Neben der Frage, was du töpferst, spielt auch eine Rolle, in welche Richtung dein Hobby gehen soll. Wenn du nur hin und wieder töpferst, brauchst du nicht unbedingt einen eigenen Ofen.
In den meisten Fällen bist du dann mit einem Brennservice besser beraten, wie ihn Töpferstudios, Keramikfachhändler oder teils auch Volkshochschulen anbieten. Töpferst du hingegen regelmäßig und bist dir sicher, dass du längerfristig bei deinem Hobby bleiben wirst, sollte ein kleiner Ofen ausreichen.
Möglicherweise spielst du aber mit dem Gedanken, möglichst oft zu töpfern und deine Arbeiten auch zum Verkauf anzubieten. Oder du kannst dir vorstellen, selbst einen Brennservice für andere bereitzustellen.
Dann würden wir dir dazu raten, gleich in einen größeren Brennofen zu investieren, der mindestens 100 Liter Volumen hat. Andernfalls reicht dir dein Ofen womöglich schon bald nicht mehr aus und deine Suche beginnt von vorne.
Schätze also zunächst realistisch ein, was und wie oft du töpfern willst.
Denn auch wenn das Töpferhandwerk viel Spaß macht und du dich kreativ austoben kannst, rechnet sich die Anschaffung eines eigenen Ofens nur dann, wenn du ihn tatsächlich regelmäßig nutzt.
Welches Modell passt zu mir?
Natürlich stellt sich beim Kauf eines Brennofens immer auch die Kostenfrage. Trotzdem sollte der Preis nicht das ausschlaggebende Kriterium sein.
Ein sehr kleiner, kostengünstiger Töpferofen wird deinem Bedarf möglicherweise genauso wenig gerecht wie ein großer Brennofen aus dem oberen Preissegment. Statt nur aufs Preisschild zu schauen, solltest du deshalb auch auf andere Faktoren achten.

Volumen des Brennraums
Die Größe eines Brennofens wird in aller Regel in Litern angegeben. Diese Angabe wirkt mitunter ziemlich abstrakt. Vermutlich hast du eine ähnliche Erfahrung bereits gemacht, wenn du schon mal einen Reisekoffer gekauft hast.
Jedenfalls wirst du erstaunt sein, wie viel in einen Brennofen hineinpasst, obwohl er recht klein ist. Wählst du zum Beispiel ein Modell mit 60 Litern Volumen, passen ungefähr 18 bis 20 Tassen oder Vasen hinein.
Wenn du hobbymäßig töpferst, sollte diese Größe deshalb gut ausreichen. Ist dein Ofen deutlich größer, brauchst du andernfalls Wochen, bis du die Brennkammer voll hast.
Bauart
Brennöfen sind als Toplader und als Kammeröfen erhältlich. Die Wahl hier ist in erster Linie eine Frage des persönlichen Geschmacks.
Toplader sind kostengünstiger. Du siehst die Abstände zwischen den einzelnen Objekten gut, kannst aber den Abstand zur oberen Ofenplatte etwas schlechter erkennen.
Bei einem Kammerofen ist es genau andersherum. Er bietet den Pluspunkt, dass das Ein- und Ausräumen bequemer ist, weil du dich nicht nach unten bücken musst.
Stromversorgung
Ein Brennofen, der mit normalem Haushaltsstrom aus der Steckdose betrieben wird, braucht etwas länger zum Aufheizen und erreicht oft nicht ganz so hohe Brenntemperaturen. Für den Hobbybereich ist die Leistung aber trotzdem völlig ausreichend.
Entscheidest du dich für einen größeren Ofen, ist ein Modell mit Starkstrom die bessere Wahl. Er beansprucht die Heizelemente weniger, wodurch diese länger halten.
Außerdem kannst du mit so einem Ofen auch Steinzeug problemlos brennen. Aber generell solltest du immer auf die maximale Brenntemperatur achten. So ist sichergestellt, dass du verschiedene Massen und Glasuren brennen kannst.
Vorhandener Platz
Nicht zuletzt spielt eine Rolle, wie viel Platz du für den Ofen hast. Ein herkömmlicher elektrischer Brennofen ist nicht witterungsbeständig.
Draußen, etwa unter einem Carport, kannst du ihn deshalb nicht aufstellen.
Stattdessen brauchst du einen wettergeschützten Raum, zum Beispiel im Keller oder in einem geschlossenen Anbau. Überlege dir also vorher, wo du den Ofen aufstellen wirst und wie viel Platz du dort zur Verfügung hast.
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