Pappmaché Figuren gestalten – Infos und Tipps

Pappmaché Figuren gestalten – Infos und Tipps

Wer Figuren und Skulpturen gestalten möchte, kann auf verschiedene Materialien zurückgreifen. Allerdings hat zum Beispiel klassischer Ton den Nachteil, dass er in einem speziellen Ofen gebrannt werden muss. Bei Ton, der an der Luft aushärtet, fällt diese Problematik zwar weg. Große Figuren würden aber sehr viel Material verbrauchen, schwer werden und ewig trocknen.

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Pappmaché Figuren gestalten - Infos und Tipps

Modelliermasse, die im Backofen aushärtet, ist relativ teuer. Eine größere Figur würde daher ganz schön ins Geld gehen. Außerdem setzt der heimische Backofen mit Blick auf die Größe der Figur Grenzen. Auch Salzteig ist für Skulpturen in größeren Formaten nur bedingt geeignet.

Ein Material hingegen, aus dem sich sehr gut Figuren gestalten lassen, ist Pappmaché. Pappmaché lässt sich unkompliziert und kostengünstig herstellen und sehr vielseitig verarbeiten. Die Figuren trocknen von selbst und sind leicht, aber trotzdem stabil.

Wir haben Infos und Tipps zum Thema vorbereitet und stellen die beiden Haupttechniken vor!:

Grundsätzliches zu Pappmaché

Pappmaché ist eine sehr alte Methode, um aus herkömmlichen Papier und einer Klebemasse dekorative Objekte zu formen. Das Material ist vielseitig einsetzbar und sehr einfach zu verarbeiten. Außerdem kommt es mit wenigen und kostengünstigen Materialien aus, die im Haushalt oft ohnehin schon vorhanden sind.

Bei der Verarbeitung von Pappmaché gibt es zwei grundlegende Techniken. Die erste Technik verwendet lange, schmale Papierstreifen, die in einer Klebemasse getränkt und anschließend auf eine Unterkonstruktion gelegt werden. Durch mehrere Schichten übereinander entsteht eine stabile Figur.

Für die zweite Technik wird eine Masse aus Papier und Wasser hergestellt. Die Masse kann anschließend wie Ton geformt und modelliert werden. Eine Unterkonstruktion ist nicht notwendig.

Das Rezept für die Klebemasse

Für den Klebstoff, der die Papierstücke zusammenhält, gibt es verschiedene Rezepte. Viele Anleitungen arbeiten mit Tapetenkleister. In der ganz traditionellen Variante besteht die Klebemasse aber aus nur zwei simplen Zutaten, nämlich Wasser und Mehl.

Um die Klebemasse herzustellen, werden ein Teil Wasser und zwei Teile Mehl miteinander vermischt. Die beiden Zutaten dann so lange rühren, bis eine gleichmäßige Masse entstanden ist, die von der Konsistenz her normalem Klebstoff ähnelt.

Sobald diese Konsistenz erreicht ist, ist die Klebemasse fertig und einsatzbereit. Wer möchte, kann aber zusätzlich einen halben Esslöffel Salz pro Anteil Mehl hinzufügen. Das Salz verhindert, dass sich Schimmel bildet, während die Figur trocknet.

Neben der Klebemasse wird für Pappmaché natürlich noch Papier benötigt. Dabei eignet sich Papier aller Art. Zeitungspapier kann also genauso verarbeitet werden wie zum Beispiel normales Schreibpapier, Papiertaschentücher oder Servietten.

Lediglich beschichtetes Papier eignet sich weniger, weil es die Feuchtigkeit schlecht aufnimmt.

Um das Papier vorzubereiten, kann es einfach in Streifen oder Stücke gerissen werden. Es ist nicht notwendig, das Papier sorgfältig mit der Schere zu zerschneiden.

Technik 1: Pappmaché Figuren aus Papierstreifen gestalten

Die erste Technik, die viele noch aus ihrer Schulzeit kennen dürften, basiert auf einem Gerüst, das mit Pappmaché ummantelt wird.

Für das Gerüst können dickeres Papier, Karton oder Papprollen verwendet werden. Auch zusammengeknüllte Alufolie oder ein Geflecht aus Draht sind gut geeignet.

Die Materialien werden in die benötigte Form gebracht, zusammengesetzt und mit Klebeband fixiert. Auf diese Weise kann die Unterkonstruktion für jedes beliebige Objekt angefertigt werden.

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Um die Pappmaché Figur zu gestalten, zunächst wie oben beschrieben die Klebemasse anrühren. Dann einige Streifen Papier in die Masse legen, bis sie komplett durchtränkt sind. Anschließend den ersten Papierstreifen auf das Gerüst legen und die Kanten glattstreichen.

Den nächsten Papierstreifen so auflegen, dass er den ersten Streifen leicht überlappt, und ebenfalls glätten. Das Ganze so lange wiederholen, bis die gesamte Figur mit Papier bedeckt ist.

Danach noch zwei weitere Papierschichten aufbringen. Bei einer großen Figur dürfen es auch gerne drei oder vier Lagen sein.

Die Figur muss dann ein paar Tage lang trocknen. Danach kann sie entweder mit Klarlack überzogen oder bunt bemalt und mit verschiedenen Materialien wie Federn, Knöpfen, Pailletten, Stoffblumen oder Perlen verziert werden.

Ein Luftballon als Gerüst

Wer eine Figur in einer kugeligen Form gestalten möchte, kann einfach einen Luftballon als Gerüst verwenden. Dafür den Luftballon in der gewünschten Größe aufblasen und mit drei bis vier Schichten aus durchtränkten Papierstreifen bekleben.

Den Bereich um den Knoten herum dabei freilassen. Wenn das Pappmaché getrocknet ist, den Luftballon mit einer Nadel aufstechen und herausziehen. Danach die Figur wie gewünscht ausarbeiten.

Technik 2: Pappmaché Figuren aus Papiermasse gestalten

Bei der zweiten Technik wird nicht mit Papierstreifen und einer Klebemasse gearbeitet. Stattdessen kommt eine Papiermasse zum Einsatz, die wie Ton geformt werden kann.

Für die Modelliermasse das Papier in kleine Stücke reißen. Die Papierstücke müssen nicht gleichmäßig sein, sollten aber nicht viel größer als etwa ein Zentimeter werden.

Nun die Papierfetzen in eine große Schüssel geben und mit soviel kochendem Wasser übergießen, dass sie alle gut mit Wasser getränkt und ganz davon bedeckt sind. Dann die Mischung abkühlen lassen.

Anschließend die Papier-Wasser-Mischung mit dem Mixer fein pürieren. Es sollte eine gleichmäßige Masse entstehen, die keine groben Papierstücke mehr enthält.

Die Masse danach durch ein Sieb schütten und den Papierbrei mit den Händen noch etwas ausdrücken, um überschüssiges Wasser zu entfernen. Damit ist die Papiermasse fertig und kann zur gewünschten Figur modelliert werden. Das fertige Objekt trocknen lassen.

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Maike Wetzold, Lehrerin für das Unterrichtsfach Werken, Tobias Naue (Keramikmeister), die Youtuberin Sevilart ( Kreativ- Deko- & Bastelvideos), sowie Ferya & Christian Gülcan, Betreiber/in und Redakteur/in dieser Webseite und Inhaber von koozal Design ( Kunst, Malerei, Import & Handel getöpfertes Kunsthandwerk), schreiben hier Wissenswertes zum Thema Töpfern, Ton und Keramik. Anleitungen, Übungen, Vorlagen und Fachwissen für Groß und Klein, sowie für Schule und Hobby.

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