Knete selber machen – Infos, Tipps und Rezepte, 1. Teil

Knete selber machen – Infos, Tipps und Rezepte, 1. Teil

Mit bunter Knete zu spielen und verschiedenste Figuren daraus zu formen, macht nicht nur viel Spaß. Stattdessen hat das Spiel auch einen pädagogischen Wert. Denn das Kneten fördert die motorischen Fähigkeiten und regt die Fantasie und die Kreativität an. Allerdings ist handelsübliche Knete oft mit Schadstoffen belastet. Die bessere Lösung ist deshalb, die Knete einfach selbst herzustellen.

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Knete selber machen - Infos, Tipps und Rezepte, 1. Teil

Wie das geht, was dafür spricht und worauf es zu achten gilt, erklären wir in einem ausführlichen Beitrag. Dabei starten wir im 1. Teil mit allgemeinen Infos:

Die Problematik bei handelsüblicher Knete

Hersteller müssen auf der Verpackung nicht angeben, woraus ihre Knete besteht. Zwar gelten für die Inhaltsstoffe bestimmte Grenzwerte, die eingehalten werden müssen. Andernfalls kommt eine Knete erst gar nicht auf den Markt.

Allerdings zeigen Untersuchungen immer wieder, dass selbst Markenprodukte namhafter Hersteller mit Schadstoffen belastet sind.

Bei Kinderspielzeug ist eine Schadstoffbelastung besonders problematisch. Denn Kinder nutzen beim Spielen alle ihre Sinne. Sie nehmen ein Spielzeug auch mal in den Mund, drücken es an sich oder reiben sich zwischendurch mit den Händen in den Augen.

Auf diese Weise können bedenkliche Stoffe über die Schleimhäute, die Haut oder die Atemwege in den Körper gelangen.

Speziell bei Knete kommt noch dazu, dass sie kleinere Kinder zum Essen verleiten kann. Aus Knete geformte Lebensmittel regen Kinder dazu an, auszuprobieren, wie das Ganze wohl schmeckt.

Im Magen wird die Knete verstoffwechselt, ohne die Folgen der Schadstoffe einschätzen zu können.

Untersuchungen haben ergeben, dass in der Mehrheit der handelsüblichen Kneten einer oder mehrere der folgenden Schadstoffe enthalten sind:

  • Formaldehyd reizt die Schleimhäute und steht im Verdacht, krebserregend zu sein.

  • Mineralölrückstände wurden in vielen Kneten nachgewiesen. Auch diese Rückstände können Krebserkrankungen begünstigen, wenn sie in den Körper gelangen.

  • Borsäure kann die Fruchtbarkeit mindern. Zwar lagen die Werte unterhalb der gesetzlich erlaubten Grenzen. Trotzdem ist fraglich, ob der Schadstoff wirklich in Kinderspielzeug enthalten sein muss.

Beim Spielen haben Kinder direkten Hautkontakt mit der Knete. Nehmen sie die Knete in den Mund oder hantieren sie mit den ungewaschenen Händen im Gesicht, kommt es zu weiteren Kontakten. Mögliche Schadstoffe können so auf verschiedenen Wegen in den Körper gelangen.

Die Vorteile von selbstgemachter Knete

Ein großer Pluspunkt von selbstgemachter Knete ist, dass sich die Eltern keine Gedanken über eine mögliche Schadstoffbelastung machen müssen.

Denn selbst wenn die Hersteller die gesetzlichen Grenzwerte einhalten, ist es einfach beruhigender zu wissen, dass im Spielzeug der Kinder keine bedenklichen Zutaten enthalten sind.

Darüber hinaus bietet selbst gemachte Knete folgende Vorteile:

Sicherheit

Weil die Inhaltsstoffe nicht auf der Verpackung aufgeführt werden müssen, bleibt den Eltern nichts anderes übrig, als auf das Verantwortungsbewusstsein der Hersteller zu vertrauen. Bei selbstgemachter Knete wissen die Eltern ganz genau, woraus sie besteht.

Rein theoretisch ist selbstgemachte Knete sogar essbar. Denn sie enthält nur Zutaten, die sonst auch im Haushalt verwendet werden. Zwar sollten Kinder auch selbstgemachte Knete nicht essen, denn rohes Mehl und viel Salz sind nicht unbedingt bekömmlich.

Doch wenn eben doch etwas davon im Mund landet, müssen sich die Eltern weit weniger Sorgen machen.

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Kosten

Selbstgemachte Knete schont den Geldbeutel, denn die Zutaten sind sehr preiswert. Für ein Kilo Knete eines namhaften Markenherstellers werden um die zehn Euro fällig. Die gleiche Menge an selbstgemachter Knete schlägt mit höchstens zwei Euro zu Buche.

Der Arbeits- und der Zeitaufwand fällt ebenfalls überschaubar aus. Knete selber zu machen, dauert kaum länger als zehn Minuten.

Nachhaltigkeit

Schadstoffe können nicht nur die Gesundheit gefährden, sondern belasten auch die Umwelt. Im Unterschied dazu besteht selbstgemachte Knete ausschließlich aus natürlichen Zutaten. Muss sie irgendwann entsorgt werden, kommt sie einfach in den Biomüll.

Spaß

Der Spaß beginnt nicht erst beim Spielen, sondern schon bei der Herstellung der Knete. Weil Knete selber zu machen wirklich einfach ist, können die Kinder mithelfen.

Außerdem ermöglicht das Selbermachen, die Knete in den eigenen Lieblingsfarben oder exakt den Farbtönen herzustellen, die für eine Bastelidee benötigt werden.

Kein Alaun in selbstgemachter Knete

Die Zutaten, die für selbstgemachte Knete benötigt werden, dürften in den meisten Haushalten ohnehin vorhanden sein. Von der Rezeptur her erinnert die Masse an Salzteig.

Ein entscheidender Unterschied ist aber, dass Salzteig mit kaltem Wasser hergestellt wird, während für Knete kochendes Wasser verwendet wird. Durch das heiße Wasser bleibt Knete länger weich, geschmeidig und formbar. Salzteig hingegen wird sehr schnell hart.

Viele Rezepte für DIY-Knete sehen Alaun als Zutat vor. Bei Alaun handelt es sich um Kalium-Aluminium-Sulfat. In der Knete soll die chemische Substanz desinfizierend wirken und einem Befall mit Bakterien vorbeugen. Allerdings kann Alaun Hautreizungen verursachen.

Außerdem ist Alaun giftig und es gibt keine präzisen Grenzwerte, in welchen Mengen die Chemikalie gefahrlos aufgenommen werden kann.

In selbstgemachter Knete für Kinder sollte deshalb kein Alaun verwendet werden. Tatsächlich ist das aber auch gar nicht notwendig, denn Alaun kann durch Zitronensäure ersetzt werden. Zitronensäure hat die gleiche Wirkung und ist dabei nicht gesundheitsschädlich.

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Maike Wetzold, Lehrerin für das Unterrichtsfach Werken, Tobias Naue (Keramikmeister), die Youtuberin Sevilart ( Kreativ- Deko- & Bastelvideos), sowie Ferya & Christian Gülcan, Betreiber/in und Redakteur/in dieser Webseite und Inhaber von koozal Design ( Kunst, Malerei, Import & Handel getöpfertes Kunsthandwerk), schreiben hier Wissenswertes zum Thema Töpfern, Ton und Keramik. Anleitungen, Übungen, Vorlagen und Fachwissen für Groß und Klein, sowie für Schule und Hobby.

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