Silikonformen selber machen – so geht’s

Silikonformen selber machen – so geht’s

Wer Objekte aus flüssigem Ton, Gips oder Bastelbeton gießen möchte, braucht nicht nur kreative Ideen. Auch die passenden Negativformen sind unverzichtbar. Doch was tun, wenn solche Formen nicht vorhanden sind oder die gewünschten Motive im Bastelbedarf nicht angeboten werden? In dieser Anleitung erklären wir, wie sich einfach und kostengünstig individuelle Silikonformen herstellen lassen!

Silikonformen selber machen - so geht's

Was spricht für Silikonformen?

Silikon ist ein ideales Material für Gießformen. Denn es wirkt wie ein natürliches Trennmittel und ist flexibel. Die gegossenen Figuren lassen sich nach dem Aushärten dadurch gut aus der Form lösen.

Hinzu kommt, dass Silikon kaum Allergien auslöst und als nicht giftig gilt. Aus diesem Grund werden zum Beispiel Backformen und andere Küchenhelfer oder auch Schnuller für Babys aus Silikon gefertigt.

Mittlerweile gibt es im Bastelbedarf eine große Auswahl an Formen mit allerlei Mustern und Motiven. Daneben kann sich der Töpfer auch in der Küchenabteilung umschauen und zu Backformen oder Eiswürfelbehältern greifen. Allerdings halten Silikonformen, die eigentlich für die Küche gedacht sind, nicht allzu lange. Mit der Zeit wird die Oberfläche stumpf und die Tonobjekte lassen sich zunehmend schwerer herauslösen.

Außerdem geben gekaufte Formen die Motive natürlich schon vor. Möchte sich der Töpfer kreativ austoben und ganz bestimmte Motive umsetzen, bleibt ihm wenig anderes übrig, als die Silikonformen selber zu machen. Das ist aber gar nicht so schwer und aufwändig, wie vielleicht vermutet.

Unsere Silikonformen eignen sich zwar nicht für den Einsatz in der Küche. Für Formen, die direkt mit Lebensmitteln in Kontakt kommen, wäre ein spezielles Silikon notwendig. Aber wir wollen ja auch keine Küchenhelfer herstellen, sondern Gießformen für Töpferarbeiten.

Silikonformen selber machen – die Materialien

Im Bastelbedarf ist Silikon Knetmasse erhältlich. Sie besteht aus zwei Komponenten, die zu gleichen Teilen zusammengefügt und miteinander verknetet werden.

In die Knetmasse wird anschließend das Objekt, das als Vorlage für die Form dient, hineingedrückt. Bereits nach wenigen Minuten ist die Knetmasse ausgehärtet und die entstandene Silikonform einsatzbereit.

Die Silikon-Knete funktioniert sehr gut, ist aber nicht ganz billig. Wenn mehrere Silikonformen erstellt werden sollen, um verschiedene Objekte aus Ton oder Beton zu gießen, kann schnell eine ordentliche Summe zusammenkommen. Wir stellen die Gießformen deshalb aus herkömmlichem Silikon her, das normalerweise zum Verfugen verwendet wird und in jedem Baumarkt erhältlich ist.

Für solche Formen werden benötigt:

  • Silikon und Kartuschenpresse

  • Schüssel mit Wasser

  • Seife oder Spülmittel

  • Teppichmesser

  • Objekt zum Abformen

  • Vaseline

  • Backpapier als Unterlage

  • Einweghandschuhe

Silikonformen selber machen – so geht’s

Stehen alle Materialien bereit, sollte die Arbeitsfläche mit einem Bogen Backpapier ausgelegt werden. Das Backpapier schützt den Tisch und dient gleichzeitig als Unterlage, auf der die Silikonform trocknen kann. Dann noch die Handschuhe überziehen und schon kann es losgehen!

Das Seifenwasser vorbereiten

Damit sich das Silikon formen und modellieren lässt, wird es in Seifenwasser gedrückt. Das Glycerin im Seifenwasser bewirkt, dass das Silikon eine formbare Masse bleibt.

Für das Bad werden Wasser und Spülmittel oder Seife ungefähr im Verhältnis 4:1 vermischt. Es ist aber nicht notwendig, genau abzumessen. Es genügt, die Mengen abzuschätzen.

Das Silikon kneten

Ist die Kartusche in die Presse eingelegt und der Verschluss geöffnet, wird das Silikon ins Seifenwasser gegeben. Dazu einfach nach und nach soviel Silikon herausdrücken, bis die Menge im Wasser für die Gießform ausreicht.

Das Silikon schwimmt in einzelnen Fäden oder Klumpen im Seifenwasser. Deshalb nun mit den Händen ins Wasser greifen und das Silikon einsammeln. Anschließend das Silikon im Seifenwasser mit den Händen zu einer gut formbaren Masse verkneten.

Die Vorlage ins Silikon drücken

Nun aus der Silikonmasse eine Kugel formen und diese aufs Backpapier legen. Dann die Kugel mit der Handfläche etwas plattdrücken.

Die Basis für die Silikonform ist damit fertig und bekommt jetzt ihr Motiv. Dafür die Vorlage mit der Vorderseite nach unten ins Silikon pressen. Wichtig dabei ist, das Motiv tief genug ins Silikon zu drücken, damit ein ausreichend hoher Rand entsteht und die Form später auch wirklich ausgegossen werden kann.

Besteht das Objekt aus Holz, Ton oder einem anderen offenporigen Material, kann es vorher mit einer dünnen Schicht Vaseline eingecremt werden. Die Vaseline schließt die Poren und sorgt für eine glatte Oberfläche. Dadurch wird auch der Abdruck in der Silikonform glatt.

Bleiben die Poren offen, ist das nicht weiter schlimm. Nur wird die Silikonform dann etwas rauer und die gegossenen Objekte erhalten keine ganz glatte Oberfläche. Das kann natürlich ebenso gut aussehen und auch ein gewollter Effekt sein.

Die Silikonform aushärten lassen

Das Silikon muss nun fest werden. Je nach Größe und Dicke der Form kann das eine ganze Weile dauern. Am besten ist deshalb, die Form über Nacht stehen zu lassen.

Am nächsten Tag sollte die Silikonform erstarrt sein und nicht mehr kleben. Dann zuerst das Backpapier vorsichtig abziehen. Danach die Vorlage aus der Form herauslösen. Wer möchte, kann den Rand der Form noch mit einem Teppichmesser begradigen.

Damit ist die selbstgemachte und immer wieder nutzbare Silikonform fertig!

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Maike Wetzold, geboren 1969, Lehrerin für das Unterrichtsfach Werken, sowie Tobias Naue, Baujahr 1974, (Keramikmeister), sowie Ferya Gülcan, Betreiberin und Redakteurin dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes zum Thema Töpfern, Ton und Keramik. Anleitungen, Übungen , Vorlagen und Fachwissen für Groß und Klein, sowie für Schule und Hobby.

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