Modellieren mit Natron-Teig – Rezept und Anregungen

Modellieren mit Natron-Teig – Rezept und Anregungen

Wer spontan töpfern möchte, aber gerade keinen Ton zur Hand hat, weicht gerne auf Salzteig aus. Schließlich sind die Zutaten dafür meist im Haushalt vorhanden. In diesem Beitrag stellen wir eine spannende Alternative zu Salzteig vor: Natron-Teig. Wie der Name schon andeutet, basiert diese Modelliermasse auf Natron. Dazu kommen Speisestärke und Wasser. Natron-Teig ist ein feiner und geschmeidiger Teig, der durch seine reinweiße Farbe optisch an Porzellan erinnert. Dadurch erhalten die Arbeiten eine edle Note.

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Modellieren mit Natron-Teig - Rezept und Anregungen

Die Zutaten für den Natron-Teig

Bei der Herstellung von Natron-Teig kommt es weniger auf präzise Mengen in Gramm und Milliliter an. Entscheidend ist vielmehr das Verhältnis zwischen den Zutaten. Deshalb kann flexibel und passend zu den geplanten Arbeiten bestimmt werden, wie viel Natron-Teig hergestellt wird.

Dazu werden die Zutaten dann einfach mit einem entsprechenden Gefäß wie zum Beispiel einem kleinen Glas, einer Tasse, einem Kaffeebecher oder einem großen Messbecher abgemessen.

Für den Natron-Teig werden folgende Zutaten benötigt:

  • 2 Teile Natron

  • 1 Teil Speisestärke

  • 1,5 Teile Wasser

Für eine größere Menge Natron-Teig können also beispielsweise 4 Tassen Natron, 2 Tassen Speisestärke und 3 Tassen Wasser verarbeitet werden.

Ohne weitere Zugaben bleibt der Teig reinweiß und sieht im getrockneten Zustand fast aus wie Porzellan. Wer möchte, kann den Teig aber auch mit Lebensmittelfarben einfärben. Möglich ist außerdem, die fertigen Arbeiten nachträglich mit Wasser- oder Acrylfarben zu bemalen. Eine Schicht Klarlack versiegelt die Oberfläche.

Noch ein Tipp:

Natron ist in Supermärkten und Drogerien erhältlich. Allerdings sind die Gebinde oft recht klein. Da es für die Modelliermasse nicht unbedingt Natron in Lebensmittelqualität sein muss, lohnt sich ein Blick in Bastelläden und Online-Shops. Hier gibt es Großpackungen zwischen 0,5 und 25 kg. Sie sind deutlich preiswerter.

Die Herstellung vom Natron-Teig

Verglichen mit anderen Modelliermassen wie zum Beispiel Salzteig, ist die Herstellung von Natron-Teig ein wenig aufwändiger. Denn die Zutaten müssen auf dem Herd erhitzt werden. Aber der Aufwand hält sich in Grenzen und das Ergebnis ist ein feiner, geschmeidiger Teig.

Und so wird’s gemacht:

  • Natron, Speisestärke und Wasser abmessen und in einen Topf geben.

  • Nun die Mischung langsam und unter ständigem Rühren erhitzen.

  • Sobald die Masse kocht, verwandelt sie sich in einen homogenen, festen Teig mit einer leicht gummiartigen Konsistenz.

  • Dann den Topf vom Herd nehmen, damit sich der Teig nicht bräunlich verfärbt.

  • Anschließend die Modelliermasse abkühlen lassen.

Für die Verarbeitung muss der Natron-Teig nicht komplett ausgekühlt sein. Sobald die Masse gut mit den Händen angefasst und geformt werden kann, kann das Modellieren beginnen. Sollte der Natron-Teig zu sehr kleben, kann etwas Speisestärke eingearbeitet werden.

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Wer farbige Objekte gestalten möchte, kann die Modelliermasse einfärben. Dazu die entsprechende Menge Teig abnehmen, Lebensmittelfarbe hinzufügen und den Teig durchkneten.

Modellieren mit Natron-Teig

Natron-Teig kann genauso verarbeitet werden wie Ton, Salzteig, Knete und andere Modelliermassen. Er lässt sich mit den Händen formen oder mit dem Nudelholz auswalzen und anschließend zuschneiden oder ausstechen.

Aus dem Natron-Teig können zum Beispiel Schalen, Gefäße, Kerzenständer, Figuren, Spielsteine und Deko-Objekte wie Türkränze modelliert werden. Wird der Teig zu einer Platte ausgerollt, lassen sich Anhänger für Geschenke, Mobiles, den Weihnachtsbaum oder den Osterstrauß ausstechen oder zuschneiden.

Auch für kleine Objekte ist der Teig gut geeignet. So können beispielsweise Perlen angefertigt werden. Dazu wenig Natron-Teig in der Hand zu einer kleinen Kugel rollen und mit einem Zahnstocher oder Schaschlikspieß einmal komplett durchstechen.

Wer der Oberfläche eine gemusterte Struktur verleihen will, kann mit einer Gabel oder einem Kamm Linien ziehen, mit der Rückseite des Löffels Vertiefungen einarbeiten oder mit einem Zahnstocher Ornamente zeichnen.

Eine weitere Möglichkeit ist, ein Obstnetz, ein Häkeldeckchen, Blätter, Federn und ähnliche Dinge auf den Teig zu legen, einmal mit dem Nudelholz darüber zu rollen und wieder abzunehmen. So bleibt das Muster als Abdruck auf dem Teig zurück.

Um Formen auszugießen, eignet sich der Natron-Teig nicht. Denn dazu ist er zu fest. Allerdings kann der Teig in Förmchen hineingedrückt werden. Dann den Teig in der Form ein, zwei Stunden anziehen lassen, vorsichtig herauslösen und komplett durchtrocknen lassen.

Generell werden die Arbeiten aus Natron-Teig durch Trocknen haltbar. Wichtig dabei ist, dass die Modelliermasse ungefähr bei Zimmertemperatur langsam und gleichmäßig durchtrocknen kann. Zu viel Wärme führt dazu, dass die Masse unregelmäßig trocknet. Dadurch können Risse entstehen.

Die hart gewordenen Objekte können mit Schleifpapier bearbeitet werden, um die Kanten zu glätten und kleine Unebenheiten zu entfernen. Wer möchte, kann die Arbeiten dann noch mit Acryl-, Wasser- oder Fingerfarben bemalen. Ratsam ist auch, eine Schicht Klarlack aufzutragen.

Dadurch bekommt die Oberfläche einen leichten Glanz und die Objekte sind vor Verschmutzungen geschützt. Um die Arbeiten wasser- und wetterfest zu machen, sollte eine entsprechende Glasur verwendet werden.

Bleibt Natron-Teig übrig, der später noch verarbeitet werden soll, kann er in ein Schraubglas gegeben werden. Luftdicht verschlossen, hält sich der Teig im Kühlschrank ungefähr eine Woche lang.

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Maike Wetzold, geboren 1969, Lehrerin für das Unterrichtsfach Werken, sowie Tobias Naue, Baujahr 1974, (Keramikmeister), sowie Ferya Gülcan, Betreiberin und Redakteurin dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes zum Thema Töpfern, Ton und Keramik. Anleitungen, Übungen , Vorlagen und Fachwissen für Groß und Klein, sowie für Schule und Hobby.

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