Töpfern mal anders: Schalen aus Schnur

Töpfern mal anders: Schalen aus Schnur

Normalerweise kommt beim Töpfern Ton zum Einsatz. Das kann ein klassischer Ton sein, der gebrannt wird und nach dem Glasieren oft ein zweites Mal in den Brennofen wandert. Die Alternative dazu ist lufthärtender Ton. Er ist vor allem im Hobbybereich sehr beliebt. Denn dieser Ton härtet ganz von alleine an der Luft aus, ohne dass er gebrannt werden muss. Doch Ton ist nicht das einzige Material, aus dem Figuren, Gefäße und andere Dinge geformt werden können.

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Töpfern mal anders Schalen aus Schnur

Ähnliche Techniken wie beim Töpfern können nämlich auch mit Kaltporzellan, Bastelbeton, bunter Modelliermasse für den Backofen, Salzteig oder Gips umgesetzt werden.

Wir stellen in dieser Anleitung noch einmal eine komplett andere Idee vor. Frei nach dem Motto „Töpfern mal anders“ formen wir nämlich dekorative Schalen aus versteifter Schnur.

Also, los geht’s!:

Die benötigten Materialien

  • Paketschnur

  • Textilhärter

  • Schüssel, leeres Gurkenglas oder ähnliches Gefäß zum Einweichen der Schnur

  • Schale oder Teller als Vorlage für die Form

  • Frischhaltefolie

  • Zeitung oder Folie zum Schutz der Arbeitsfläche

Ein paar Worte zu Textilhärter

Textilhärter ist im Hobby- und Künstlerbedarf erhältlich. Je nach Hersteller heißt er auch Textilversteifer oder Stoff-Steif. Die Produkte sind meist auf Wasserbasis hergestellt und eignen sich neben Textilien auch für beispielsweise Leder, Papier und Karton. Durch den Textilhärter wird der Stoff fest und verwandelt sich in ein Material, das sich ähnlich modellieren lässt wie Ton.

Den Textilhärter gibt es in verschiedenen Farben. Es ist aber oft auch möglich, ihn mit Farbpigmenten, flüssigen Farben oder auch Sand, Holzmehl und ähnlichen Dingen zu mischen. Auf diese Weise bekommen die Objekte noch einmal eine ganz andere Oberflächenstruktur. Textilversteifer härtet von selbst aus. Dazu muss er lediglich trocknen.

Prinzipiell wäre es auch möglich, mit anderen Mitteln zu experimentieren. Damit die Schnur für unsere Schale fest, hart und steif wird, sind zum Beispiel Tapetenkleister oder Bastelleim denkbar. Stark verdünnter Gips oder in Wasser aufgelöste Stickfolien wären weitere Möglichkeiten.

Sprühstärke oder herkömmliche Wäschesteife hingegen funktioniert nicht. Denn sie machen Textilien lediglich etwas steifer, aber eben nicht fest und hart.

Für unsere Schale aus Schnur ist Textilhärter aus dem Hobbybedarf tatsächlich die beste Wahl. Schließlich soll die Schale nicht nur hübsch aussehen, sondern auch genutzt werden können.

Schalen aus Schnur formen – so wird’s gemacht

Eine Schale aus Schnur ist schnell und einfach gemacht. Dazu muss die Schnur nämlich nur mit Textilhärter getränkt und in Form gebracht werden. Aber gehen wir die einzelnen Arbeitsschritte in Ruhe durch!

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Schritt 1: die Vorlage in Folie einwickeln

Textilhärter versteift Materialien, die die Flüssigkeit aufnehmen. Da das bei Folie nicht der Fall ist, haftet der Textilhärter hier nicht. Deshalb wird nun die Form, die als Vorlage für die Schale aus Schnur dient, zuerst gut in Frischhaltefolie eingewickelt.

Als Vorlage eignet sich zum Beispiel eine Schale, ein Teller, eine Schüssel oder ein Untersetzer. Die Folie stellt sicher, dass sich die Schnur-Schale später problemlos abnehmen lässt.

Außerdem kann jetzt schon mal der Arbeitsplatz mit Zeitung, einem Stück Folie oder einer großen Plastiktüte abgedeckt werden. Das erspart eine aufwändige Putzaktion, wenn der eine oder andere Tropfen Textilhärter auf dem Tisch landet.

Schritt 2: die Schnur tränken

Nachdem die Formvorlage und der Arbeitsplatz vorbereitet sind, geht es mit der Schnur weiter. Dafür etwas Textilhärter in ein Gefäß geben, ein Stück Paketschnur abrollen und die Schnur in den Textilhärter drücken.

Ratsam ist, die Paketschnur wirklich nur stückweise einzuweichen. Denn zum einen ist schwierig, abzuschätzen, wie viele Meter für die Schale benötigt werden. Und zum anderen könnte sich die abgewickelte Schnur im Gefäß verknoten und so einen großen Klumpen bilden, der kaum noch zu entwirren ist.

Bei der Schnur reicht es aus, wenn sie nur kurz durch den Textilhärter gezogen wird, so dass sie rundherum mit dem Mittel benetzt ist. Deshalb ist problemlos möglich, stückweise zu arbeiten.

Schritt 3: die Schale formen

Nun das eingeweichte Stück Schnur aus dem Gefäß nehmen und über den Rand ziehen, um so überschüssigen Textilhärter abzustreifen. Anschließend das Ende der Schnur am Außenrand der Vorlage ansetzen und an der Kante entlang weiterführen.

Dann das nächste Stück Schnur durch den Textilhärter ziehen und der Form der Vorlage weiter von außen nach innen folgen. Auf diese Weise geht es immer weiter, bis die Mitte der Vorlage erreicht ist. Jetzt die Schnur abschneiden und das Ende andrücken.

Wer unsicher ist, ob seine Schnur für die ganze Schale reicht, kann natürlich auch in der Mitte beginnen und sich von innen nach außen vorarbeiten. Außerdem ist es kein Muss, die Schnur dicht aneinander zu legen. Soll die Schale eine grobmaschige Struktur bekommen, können Abstände zwischen den Schnüren verbleiben.

Möglich ist ebenso, die Schnur wild durcheinander oder in unterschiedlichen Mustern auf der Vorlage zu drapieren. Der Textilhärter hält die modellierten Gebilde in Form.

Schritt 4: die Schale trocknen lassen

Ist die Schale fertig gestaltet, muss sie trocknen. Das dauert einige Stunden lang. Am besten ist, die Schale einfach über Nacht stehen zu lassen. Am nächsten Tag kann die Schnur-Schale von der Vorlage abgehoben werden. Damit ist das kleine Kunstwerk fertig!

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Thema: Töpfern mal anders: Schalen aus Schnur

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Maike Wetzold, geboren 1969, Lehrerin für das Unterrichtsfach Werken, sowie Tobias Naue, Baujahr 1974, (Keramikmeister), sowie Ferya Gülcan, Betreiberin und Redakteurin dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes zum Thema Töpfern, Ton und Keramik. Anleitungen, Übungen , Vorlagen und Fachwissen für Groß und Klein, sowie für Schule und Hobby.

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