Tonschalen mit Stempelmotiven töpfern – so geht’s

Tonschalen mit Stempelmotiven töpfern – so geht’s

Die Tonschalen, die wir in dieser Anleitung vorstellen, sind eine tolle Bastelidee, um das Töpfern einmal auszuprobieren. Aber auch wenn noch schnell Geschenke benötigt werden und die Arbeit flott vorangehen soll, sind die kleinen Schalen eine gute Wahl. Denn die Tonschalen werden in der sogenannten Plattentechnik getöpfert.

Tonschalen mit Stempelmotiven töpfern - so geht's

Für eine farbenfrohe und dekorative Optik bekommen die Schalen eine Verzierung mit Stempelmotiven. Klingt interessant? Dann ran ans Werk!:

Diese Materialien werden benötigt

  • Lufttrocknender Ton

  • Stempel

  • Stempelkissen

  • Schalen, große Suppen- oder Pastateller, kleine Schüsseln oder ähnliche Gefäße als Formen

  • Nudelholz

  • Messer

  • Acrylfarbe, passend zur Stempelfarbe

  • Pinsel

  • Tondicht

  • Schleifpapier

Tondicht ist eine 1-Komponenten-Versiegelung, die die Poren von keramischen Modelliermassen verschließt. Schalen, Vasen und andere Gefäße werden auf diese Weise wasserdicht und bedingt wetterfest. Gleichzeitig verleiht die Versiegelung der Oberfläche einen schönen Glanz. Tondicht ist im Bastelbedarf und in Online-Shops erhältlich.

Tonschalen mit Stempelmotiven töpfern – so geht’s

Als Essgeschirr und für offene, unverpackte Lebensmittel sind die Tonschalen nicht geeignet. Aber sie können verwendet werden, um diversen Kleinkram auf dem Schreibtisch, im Flur oder im Badezimmer aufzubewahren.

Als Schalen für Bonbons, Schokoriegel und andere verpackte Süßigkeiten machen sie ebenfalls eine gute Figur. Genauso können sie als kleines Geschenk zum Einsatz kommen. Und weil das Töpfern der Schalen sehr einfach geht, eignet sich die Idee auch prima, um mit Kindern zu basteln.

  1. Schritt: den Ton ausrollen

Als erstes wird ein Stück Ton ausgeschnitten und gut durchgeknetet. Dadurch wird der Ton geschmeidiger und lässt sich besser verarbeiten.

Anschließend wird der Ton wie ein Kuchen- oder Keksteig mit dem Nudelholz zu einer gleichmäßigen Platte ausgerollt. Die Platte sollte einen knappen Zentimeter dick sein. Viel dünner sollte die Tonplatte nicht werden.

Denn zum einen muss sie noch bewegt werden und zum anderen schrumpft lufthärtender Ton beim Trocknen ein wenig. Wäre die Tonplatte zu dünn, könnte die Tonschale später zu zerbrechlich sein.

  1. Schritt: das Motiv aufstempeln

Auf den ausgerollten Ton wird nun das Gefäß gelegt, das als Vorlage für die Form dient. Der Boden des Gefäßes zeigt dabei nach oben. Dann wird das Gefäß mit dem Messer umrundet. Ist die runde Form ausgeschnitten, kann der überschüssige Ton entfernt werden.

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Danach bekommt der Ton sein Stempelmotiv. Dazu den Stempel gut auf das Stempelkissen drücken, damit sich die Farbe überall gleichmäßig verteilt. Wer möchte, kann den Stempel sicherheitshalber einmal zur Probe auf ein Stück Papier drucken. Passt das Ergebnis, noch einmal Farbe aufnehmen und das Motiv dann mittig im Tonkreis platzieren.

Stempel sind im Bastelbedarf in unzähligen Varianten erhältlich. Auch die Stempelkissen gibt es in allerlei Farben. Wer möchte, kann deshalb auch verschiedene Motive und unterschiedliche Farben miteinander kombinieren und so ganze Muster gestalten.

Aber natürlich spricht ebenso nichts dagegen, selbst Stempel aus Moosgummi oder Kartoffeln zu basteln oder andere Gegenstände kurzerhand zu Stempeln umzufunktionieren. In diesem Fall kann statt Stempelfarbe auch Acrylfarbe zum Einsatz kommen.

Wie groß die Stempelmotive werden, bleibt dem eigenen Geschmack überlassen. Da die Tonplatte ohnehin erst nach dem Stempeln in Form gebracht wird, passen sich auch größere Motive ganz automatisch der Schalenform an.

  1. Schritt: den Ton trocknen lassen

Die bestempelte Tonplatte wird nun vorsichtig angehoben und in das Gefäß gelegt. Da der Ton weich ist, nimmt er von alleine die Wölbung der Form an. Es ist zwar möglich, etwas nachzuhelfen und den Ton enger an das Gefäß zu drücken.

Allerdings sollte das nur ganz behutsam erfolgen, damit der Ton nicht unterschiedlich dick wird, der Stempelaufdruck nicht verwischt oder ungewollte Fingerabdrücke zurückbleiben.

Die Tonschalen müssen nun trocknen. Je nach Dicke und Größe der Tonschalen und den Bedingungen im Raum dauert das ein bis zwei Tage.

  1. Schritt: die Tonschalen bemalen und abdichten

Wenn die Tonschalen durchgetrocknet sind, wird der Rand mit Schleifpapier geglättet. Dadurch verschwinden kleine Unebenheiten.

Anschließend kann der Rand mit Acrylfarbe bemalt werden. Wer möchte, kann auch die ganze Außenseite der Tonschale einfärben. So wird die Farbe des Stempelmotivs wieder aufgegriffen. Gleichzeitig hebt sich die weiße Innenseite der Tonschale schön ab und das gestempelte Motiv wird zusätzlich betont.

Ist die Acrylfarbe trocken, werden die Tonschalen noch abgedichtet. Dazu etwas Tondicht in eine Schale geben und so schwenken, dass die Versigelung überall hinkommt. Die überschüssige Flüssigkeit kann einfach zurück in die Flasche geschüttet werden.

Die Versiegelung braucht dann ein paar Stunden, um auszuhärten. Sollte die Schicht nicht ganz gleichmäßig sein, kann die Schale noch einmal mit der Versiegelung ausgeschwenkt werden.

Eine andere Möglichkeit ist, die Versiegelung mit dem Pinsel aufzutragen und dabei auch die Außenseite einzupinseln. Wenn die Versiegelung trocken ist, sind die Tonschalen fertig!

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Maike Wetzold, geboren 1969, Lehrerin für das Unterrichtsfach Werken, sowie Tobias Naue, Baujahr 1974, (Keramikmeister), sowie Ferya Gülcan, Betreiberin und Redakteurin dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes zum Thema Töpfern, Ton und Keramik. Anleitungen, Übungen , Vorlagen und Fachwissen für Groß und Klein, sowie für Schule und Hobby.

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