Eine hängende Vogeltränke töpfern – so geht’s

Eine hängende Vogeltränke töpfern – so geht’s

Ob zum Trinken oder zum Planschen: In der warmen Jahreszeit freuen sich Vögel über frisches Wasser. Und viel mehr als ein bisschen Knetbeton, ein ausgemustertes Geschirrteil und etwas Schnur braucht es nicht, um eine originelle und dekorative Vogeltränke zu töpfern. In dieser Anleitung erklären wir, wie es geht!

Eine hängende Vogeltränke töpfern - so geht's

Die Materialien für eine Vogeltränke

  • Knetbeton und Gefäß zum Anmischen
  • Tasse, kleiner Suppenteller, Schale oder Schüsselchen
  • Seil oder Schnur
  • kleiner Holz- oder Metallring
  • Strohhalm
  • Schleifpapier
  • Handschuhe
  • Folie, Fliese, Holzbrett oder Ähnliches als Arbeitsfläche

Wir verwenden für die Vogeltränke Knetbeton. Denn Knetbeton lässt sich genauso verarbeiten wie Ton, muss aber nicht gebrannt werden. Stattdessen härtet er an der Luft aus. Im Unterschied zu lufttrocknendem Ton ist der Beton außerdem wasserfest, witterungsbeständig und frostsicher.

Ein weiterer Pluspunkt ist, dass der Beton auch bei dickeren Schichten nicht reißt. Lufthärtender Ton hingegen könnte auseinanderbrechen, wenn das Geschirrteil damit ummantelt wird.

 

Eine hängende Vogeltränke töpfern – so geht’s

Das Herzstück der Vogeltränke bildet eine alte Tasse, eine kleine Schüssel, eine Schale oder ein ähnliches Geschirrteil. Dabei kann ruhig ein Geschirrstück verwendet werden, bei dem zum Beispiel der Henkel abgebrochen ist, der Rand nicht mehr ganz intakt ist oder das einen Riss hat.

Durch die Ummantelung mit Beton werden solche Beschädigungen kaschiert. Mithilfe von Schnüren wird die Tränke später aufgehängt.

Aber der Reihe nach!:

 

  1. Den Arbeitsplatz vorbereiten

Zunächst sollte der Arbeitsplatz eingerichtet werden. Dazu werden alle benötigten Materialien bereitgestellt. Als Arbeitsfläche ist eine alte Fliese, ein Holzbrett oder ein mit Folie ausgelegtes Tablett ideal. Darauf kann die Vogeltränke nämlich einfach stehenbleiben, bis der Beton ausgehärtet ist.

Dann wird der Knetbeton in ein Gefäß gegeben und mit Wasser angerührt. Das Mischungsverhältnis steht auf der Verpackung. Nach dem Anrühren muss der Beton sehr sorgfältig geknetet werden.

Er hat die richtige Konsistenz, wenn keine Klümpchen mehr vorhanden sind und die Masse ihre Form behält. Um die Haut zu schonen, beim Arbeiten mit Beton aber bitte immer Handschuhe überziehen!

 

  1. Die Vogeltränke formen

Nun wird das Geschirrteil kopfüber auf die Arbeitsfläche gestellt. Die Öffnung zeigt also nach unten und der Boden nach oben. Dann wird etwas Knetbeton genommen, in der Handfläche zu einer Art Fladen geformt und an das Geschirrteil angelegt. Danach wird der nächste Beton-Fladen geformt und wieder an das Geschirrteil gedrückt. Auf diese Weise wird das ganze Geschirrteil rundherum mit Beton ummantelt.

Tipp:

Hat das Geschirrteil einen Henkel, kann der Beton so ausgeformt werden, dass der Henkel frei bleibt. Hier kann dann später eine Schnur durchgefädelt werden.

Zwischendurch kann die Tränke angehoben und umgedreht werden. So lässt sich kontrollieren, wie der Rand um das Geschirrteil herum aussieht. Generell darf der Rand ruhig recht breit sein, damit die Vögel später etwas Sitzfläche haben. Außerdem muss die Umrandung nicht der Form des Geschirrteils folgen, sondern kann auch anders verlaufen.

Anzeige

Ob der Boden des Geschirrteils ebenfalls mit Beton abgedeckt wird oder nicht, bleibt dem eigenen Geschmack überlassen. Falls das Geschirrteil ein Loch oder einen tiefen Riss hat, ist aber besser, den Boden auch zu ummanteln. Dadurch ist sichergestellt, dass das Wasser nicht ausläuft.

Ist das Geschirrteil mit Beton umhüllt und die Form gestaltet, kann die Masse glatt ausgeformt werden. Dazu die Hände bzw. die Handschuhe etwas anfeuchten und über den Beton streichen.

Zum Schluss müssen noch Löcher aus dem Betonrand ausgestochen werden. Durch die Löcher werden nachher die Seile gefädelt, mit denen die Tränke aufgehängt wird. Dabei braucht die Tränke drei Löcher.

Sie werden mit einem Strohhalm in den Rand gearbeitet. Wichtig dabei ist, den Beton komplett durchzustechen, so dass tatsächlich Löcher vorhanden sind. Wurde eine Tasse verarbeitet, bei der der Henkel freiliegt, genügen zwei Löcher im Betonrand.

Dann kann die Tränke zum Trocknen beiseite gestellt werden. Je nach Dicke der Schichten dauert es ein bis zwei Tage, bis der Beton ausgehärtet ist.

 

  1. Kleine Betonkugeln anfertigen

Für eine dekorativere Optik werden jetzt noch kleine Betonperlen geformt. Dazu eine kleine Menge Beton nehmen und zwischen den Handflächen zu einer Kugel rollen.

Dann die Kugel in einer Handfläche liegen lassen und mit dem Strohhalm einmal komplett durchstechen. Die fertige Betonperle kann nun zum Trocknen vorsichtig neben der Tränke abgelegt werden.

Wer nur die Schnüre oberhalb der Tränke verzieren möchte, töpfert noch zwei weitere Perlen. Sollen auch unterhalb der Tränke Betonperlen platziert werden, werden insgesamt sechs Betonperlen benötigt. Bei sehr langen Schnüren können aber natürlich auch mehr Kugeln zum Einsatz kommen.

 

  1. Die Vogeltränke zusammenbauen

Wenn der Knetbeton trocken und fest geworden ist, kann die Vogeltränke von der Unterlage genommen werden. Die Ränder und die Oberflächen können nun mit Schleifpapier bearbeitet werden. Dadurch werden sie schön glatt. Nach dem Schleifen die Tränke unter fließendem Wasser abspülen, um den Schleifstaub zu entfernen.

Jetzt fehlen nur noch die Schnüre. Dazu werden drei etwa zwei Meter lange Stücke Schnur abgeschnitten und so an einem Ring angeknotet, dass sie jeweils doppelt liegen. Dann wird eine Doppelschnur genommen und auf der gewünschten Höhe ein Knoten geknüpft.

Anschließend wird eine Betonperle aufgefädelt, bis zum Knoten geschoben und direkt darunter mit einem weiteren Knoten gesichert. Nach dem gleichen Prinzip werden auch auf den beiden anderen Schnüren Betonperlen aufgefädelt.

Als nächstes wird die Vogeltränke genommen. Hier wird eine Doppelschnur durch ein Loch gefädelt. Direkt darunter wird ein Knoten gebunden. Wer möchte, kann wieder eine Betonperle auffädeln und einen weiteren Knoten binden.

Das wird mit den beiden anderen Schnüren wiederholt. Dazu am besten die Tränke aufhängen oder von jemandem halten lassen. Dadurch wird es einfacher, abzuschätzen, wo die Knoten hin müssen, damit die Vogeltränke gerade hängt.

Sind die drei Seile verknotet, ist die Vogeltränke fertig. Sie kann jetzt draußen aufgehängt und mit Wasser befüllt werden. Und dann muss nur noch abgewartet werden, bis die ersten Vögel die Wasserstelle für sich entdecken.

Mehr Ratgeber, Tipps und Anleitungen:

Thema: Eine hängende Vogeltränke töpfern – so geht’s

Redaktion
Twitter

Veröffentlicht von

Redaktion

Maike Wetzold, geboren 1969, Lehrerin für das Unterrichtsfach Werken, sowie Tobias Naue, Baujahr 1974, (Keramikmeister), sowie Ferya Gülcan, Betreiberin und Redakteurin dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes zum Thema Töpfern, Ton und Keramik. Anleitungen, Übungen , Vorlagen und Fachwissen für Groß und Klein, sowie für Schule und Hobby.

Kommentar verfassen