Windlichter mit Lochmuster töpfern – so geht’s

Windlichter mit Lochmuster töpfern – so geht’s

Es gibt einige gute Gründe, die für das kreative Arbeiten mit Ton oder Modelliermasse sprechen. So gibt es unzählige DIY-Projekte, die umgesetzt werden können. Von Schalen und anderen Gefäßen über Deko bis hin zu Schmuck oder Spielzeug ist so ziemlich alles möglich. Das Material ist einfach zu bekommen und neben dem Ton sind nur wenige Werkzeuge notwendig, die aber ohnehin  im Haushalt vorhanden sind.

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Windlichter mit Lochmuster töpfern - so geht's

Das Kneten und Modellieren des Tons entspannt und macht Kindern genauso viel Spaß wie Erwachsenen oder Senioren. Und wenn eine Form einmal nicht so richtig klappt, kann der Ton einfach wieder zu einer Kugel zusammengeschlagen und ein neuer Anlauf gestartet werden.

Auf der anderen Seite sind Kerzen sehr beliebt. Sowohl drinnen als auch auf dem Balkon oder der Terrasse sorgt der warme, sanfte Kerzenschein für eine gemütliche Atmosphäre.

Doch wer kleine Kinder oder Haustiere hat, hat oft ein etwas ungutes Gefühl, dass die Kerzen umgeworfen werden oder zu Verletzungen führen könnten. Und vermutlich ist es dem einen oder anderen auch schon passiert, dass er vergessen hat, eine Kerze auszublasen. Auch das kann sehr gefährlich werden.

Eine Möglichkeit, wie der Spaß am Töpfern mit romantischem Kerzenschein verbunden werden kann, sind Windlichter. Die Gefäße können recht einfach getöpfert werden, sehen hübsch aus und schützen die Kerzen, ohne dass das sanfte Kerzenlicht verloren geht.

Eine Idee für Windlichter mit Lochmuster stellen wir in dieser Anleitung vor!:

Windlichter mit Lochmuster töpfern – die benötigten Materialien

  • lufttrocknender Ton

  • Nudelholz

  • Messer

  • Strohhalm, dicke Stricknadel oder ähnliches Werkzeug zum Ausstechen der Löcher

  • Glas, Dose oder andere Gefäß mit geraden Seiten als Vorlage und Frischhaltefolie oder Öl

  • Schälchen mit Wasser

Wir verarbeiten für die Windlichter einen Ton, der an der Luft trocknet. Wenn es schneller gehen soll, kann die Tonmasse auch im Backofen ausgehärtet werden. Wer möchte, kann aber natürlich auch ganz normalen Ton verwenden. Dann braucht er aber eine Adresse, wo er seine Töpferarbeiten brennen lassen kann.

Windlichter mit Lochmuster töpfern – so geht’s

Die Windlichter bestehen aus zwei Teilen, nämlich einem runden Boden und einer Seitenwand, die um den Boden herumgelegt wird. In die Wand wird dann auch das Lochmuster eingearbeitet.

Schritt 1: den Ton vorbereiten

Zunächst die benötigte Menge vom Tonblock abschneiden und den Ton sehr gut durchkneten. Das Kneten ist wichtig, weil der Ton dadurch geschmeidiger wird. Er lässt sich besser verarbeiten und die Gefahr, dass später beim Trocknen Rissen entstehen, sinkt.

Schritt 2: den Boden und die Seitenwand zuschneiden

Nun den Ton zu einer gut 1 cm dicken Platte ausrollen. Dünner sollte die Tonplatte nicht sein. Denn beim Trocknen zieht sich der Ton noch etwas zusammen. Ist er zu dünn, könnte die Seitenwand zusammenrutschen oder reißen.

Aus der Tonplatte werden dann der Boden und die Seitenwand ausgeschnitten. Dazu das Glas auf den Ton stellen und den Boden mit dem Messer umrunden. Für die Seitenwand das Glas auf den Ton legen, den Ton einmal komplett um das Glas herumwickeln und an der Naht abschneiden.

Auch die Höhe der Tonplatte kann sich am Glas orientieren. Dafür den Ton einfach so zuschneiden, dass er bündig mit dem oberen Glasrand abschließt. Genauso kann das Windlicht aber natürlich niedriger gearbeitet werden. Eine tolle Optik entsteht außerdem, wenn die Tonplatte oben diagonal abgeschnitten ist.

Schritt 3: das Lochmuster arbeiten

Für das Lochmuster werden jetzt einfach Löcher aus der Tonplatte für die Seitenwand ausgestochen.  Dafür kann ein Strohhalm, eine dicke Stricknadel oder ein ähnliches Hilfsmittel verwendet werden.

Die Löcher können in einem Muster verlaufen, eine Form bilden oder sich beliebig und wild durcheinander über die Fläche verteilen. Auch die Anzahl der Löcher bleibt dem eigenen Geschmack überlassen.

Bedacht werden sollte lediglich, dass die Seitenwand beim Trocknen umso schwerer ihre Form behält, je stärker sie durchlöchert ist.

Schritt 4: das Windlicht zusammensetzen

Über dem Glas als Vorlage lässt sich das Windlicht einfacher zusammensetzen. Damit der Ton nicht am Glas anhaftet, das Glas zuvor entweder mit Frischhaltefolie umwickeln oder ganz dünn mit Öl bestreichen.

Nun das Glas mit dem Boden nach oben hinstellen. Dann den Boden des Windlichts auflegen. Anschließend die Seitenwand ansetzen und vorsichtig um das Glas herumlegen.

An den Nahtstellen den Ton sanft zusammendrücken. Danach den Finger anfeuchten und mit wenig Druck über die Naht fahren, bis sie nicht mehr zu sehen ist. Dabei immer nur in eine Richtung streichen.

Für einen sauberen Übergang braucht es etwas Geduld. Also lieber langsam arbeiten und sich genug Zeit nehmen, damit das Windlicht später wirklich aussieht wie aus einem Stück.

Schritt 5: den Ton trocknen lassen

Ist das Windlicht fertig geformt, muss der Ton trocknen. Dazu das Windlicht aufstellen und das Glas vorsichtig herausziehen. Das Glas muss entnommen werden. Denn das Glas würde verhindern, dass der Ton beim Trocknen schrumpfen kann. Dadurch würde er reißen.

Das Windlicht kann einfach an der Luft trocknen. Eine andere Möglichkeit ist, den Ton bei 150 Grad im Backofen auszuhärten. Die genaue Anleitung dafür steht auf der Verpackung.

Ist der Ton hart, können kleine Unregelmäßigkeiten und ausgefranste Ränder bei Bedarf mit Schleifpapier geglättet werden. Dann muss nur noch eine Kerze oder ein Teelicht hineingestellt werden und schon ist das Windlicht bereit für seinen ersten Einsatz!

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Maike Wetzold, geboren 1969, Lehrerin für das Unterrichtsfach Werken, sowie Tobias Naue, Baujahr 1974, (Keramikmeister), sowie Ferya Gülcan, Betreiberin und Redakteurin dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes zum Thema Töpfern, Ton und Keramik. Anleitungen, Übungen , Vorlagen und Fachwissen für Groß und Klein, sowie für Schule und Hobby.

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