Töpferkurse – sinnvoll oder überflüssig? 

Das Töpfern gehört zu den ältesten Kunsthandwerken überhaupt und bis heute ist es bei Jung und Alt gleichermaßen beliebt. Dabei ist der Einstieg in das Arbeiten mit Ton vergleichsweise einfach und unkompliziert.

 

So ist Ton in verschiedenen Ausführungen und auch in kleinen Mengen bereits gebrauchsfertig erhältlich. Für die ersten Versuche reichen herkömmliche Hilfsmittel aus der Küche meist völlig aus, auf professionelle Werkzeuge kann zunächst also verzichtet werden. 

In Büchern und im Internet finden sich unzählige Anleitungen, Vorlagen, Ideen sowie Tipps und Tricks, so dass es durchaus möglich ist, erste Kunstwerke mit einfachen Techniken auch ohne fremde Hilfe zu töpfern. Volkshochschulen, Töpferwerkstätten, ausgewählte Fachgeschäfte und einige Schulen bieten vielfach einen Brennservice an, auch die endgültige Fertigstellung der Töpferarbeiten ist also in aller Regel gewährleistet. Spätestens jetzt stellt sich jedoch die Frage, weshalb oder ob überhaupt jemand, der das Töpfern zu seinem Hobby machen möchte, einen Töpferkurs besuchen sollte.  

 

 

In anderen Worten könnte die Frage auch lauten:

Sind Töpferkurse sinnvoll oder überflüssig?    

 

 

Töpferkurse – das spricht dafür

 

Das Töpfern ist ein Kunsthandwerk, beinhaltet also sowohl einen künstlerischen als auch einen handwerklichen Aspekt. Die Kunst ermöglicht dem Hobbytöpfer, seine eigene Kreativität zum Ausdruck zu bringen. Dabei gibt es kein Richtig und kein Falsch, sondern hier entscheidet alleine der eigene Geschmack. Im Hinblick auf das Handwerk sieht es schon ein wenig anders aus. Beim Töpfern wird mit unterschiedlichen Techniken gearbeitet und das Kennen und Beherrschen dieser Techniken ist die Grundlage dafür, die Töpferarbeiten in der gewünschten Form anfertigen zu können.

 

An dieser Stelle kommt der Töpferkurs ins Spiel. In einem Töpferkurs lernt der Kursteilnehmer die Töpfertechniken und damit das Handwerk unter professioneller Anleitung. Dabei vermittelt der Kursleiter aber nicht nur die Techniken und erklärt, welcher Ton sich wofür eignet, sondern kann auch Tipps geben und Kniffe verraten. Außerdem kann er bei Fehlern sofort eingreifen und damit verhindern, dass diese unbemerkt zur Gewohnheit werden.

 

Ein weiteres Argument für einen Töpferkurs ist, dass sämtliche benötigten Materialien zur Verfügung stehen. Dies fängt allein schon mit dem Raum an. Die wenigsten dürften zu Hause ein Atelier oder eine Bastelwerkstatt haben. Stattdessen müssen sie häufig in die Küche oder in den Garten ausweichen. Dies hat aber nicht nur zur Folge, dass die provisorische Künstlerwerkstatt jedes Mal erst vorbereitet und nach getaner Arbeit wieder abgebaut werden muss, sondern nach dem Arbeiten mit Ton steht nicht selten auch eine größere Putzaktion auf dem Programm.

 

Der nächste Punkt sind die Werkzeuge und Materialien. Für den Anfang ist zwar nicht unbedingt eine größere Auswahl an Werkzeugen notwendig, viele Techniken kommen auch ohne oder mit wenigen Hilfsmitteln aus. Aber natürlich ist es deutlich bequemer, wenn der Töpfer aus den Vollen schöpfen kann. Dies gilt vor allem auch dann, wenn der Töpfer an der Drehscheibe töpfern möchte. Eine Drehscheibe ist vergleichsweise teuer, so dass es sinnvoll ist, diese Technik überhaupt erst einmal auszuprobieren. Zudem ist es kaum möglich, das Töpfern an der Drehscheibe ohne professionelle Anleitung zu lernen. Im Hinblick auf die Ausstattung spielt auch der Brennofen eine Rolle.

 

Zwar ist es möglich, den Brennservice von verschiedenen Anbietern in Anspruch zu nehmen, bei einem Töpferkurs ist das Brennen der angefertigten Arbeiten aber im Normfall bereits mit inbegriffen. Der Kursteilnehmer muss sich also nicht selbst um eine Brennmöglichkeit kümmern.

 

Nicht zuletzt spricht für einen Töpferkurs, dass der Kursteilnehmer auf diese Weise Gleichgesinnte trifft und Kontakte knüpfen kann. In der Gruppe ist es möglich, sich zu unterhalten, Erfahrungswerte auszutauschen und Ideen zu sammeln. Zudem macht das gemeinsame Arbeiten einfach mehr Spaß als alleine im stillen Kämmerlein.   

 

 

 

Töpferkurse – das spricht dagegen

 

Ein Punkt, der gegen Töpferkurse spricht, sind die Gebühren. Wie teuer ein Töpferkurs ist, hängt zum einen vom Anbieter und zum anderen davon ab, ob die Kursgebühr bereits alles abdeckt oder ob für beispielsweise den Ton oder die Verpflegung Zusatzkosten erhoben werden. Allerdings sollte der Hobbytöpfer nicht vergessen, dass Kosten auch dann entstehen, wenn er in Eigenregie töpfert.

 

Selbst wenn er keine Bücher kauft, sondern mit kostenfreien Anleitungen und Videos aus dem Internet arbeitet, muss er sich den Ton, die Glasuren und andere eventuell benötigte Hilfsmittel besorgen und auch für das Brennen fällt ein Entgelt an. Der deutlich größere Minuspunkt ist aber, dass kaum Töpferkurse für Fortgeschrittene angeboten werden.

 

Der Großteil aller Töpferkurse bei Volkshochschulen, Töpferwerkstätten und privaten Anbietern ist für Anfänger konzipiert, die das Töpfern lernen oder ihre vorhandenen Grundkenntnisse auffrischen und etwas vertiefen möchten.

 

Wer hingegen bereits töpfern kann und nun weitergehende Kenntnisse, Feinheiten oder spezielle Techniken erlernen möchte, muss oft lange suchen und findet trotzdem nicht immer ein passendes Angebot. 

 

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