Anleitung – bunte Kugeln für den Garten töpfern

Anleitung: bunte Kugeln für den Garten töpfern 

In vielen Beeten, Blumenkästen, Gartenwegen und Einfahrten sind bunte Kugeln zu sehen, die auf Holz- oder Metallstäben stecken und für eine bunte, dekorative Optik sorgen.

 

Solche Gartenkugeln gibt es in verschiedenen Größen und Farben und aus unterschiedlichen Materialien im Gartenbedarf fertig zu kaufen. Aus Ton lassen sich  die Kugeln aber auch recht einfach selbst töpfern. Für die farbenfrohe Optik sorgen dann Engoben, mit denen die getöpferten Kugeln bemalt werden.

 

Wie der Hobbytöpfer nun seine Gartendeko selber machen kann,
erklärt die folgende Anleitung:
  

 

 

Bunte Gartenkugeln töpfern – die benötigten Materialien

 

·         feinschamottierter Ton, auch als Aufbaumasse bezeichnet
·         Tonschlicker
·         Engoben in mehreren Farbtönen
·         Modellierholz oder Zahnstocher
·         Werkzeug zum Aufrauen des Tons, Schwamm und Pinsel
·         Holz- oder Metallstäbe als Halterungen für die Kugeln 

 

 

 

Anleitung: bunte Kugeln für den Garten töpfern

 

 

1. Schritt: die Kugeln formen

 

Grundsätzlich müssen größere Werkstücke aus Ton innen hohl und mit einem Loch ausgestattet sein, durch das die Luft entweichen kann. Andernfalls würden die Werkstücke den Brand im Brennofen nämlich nicht unbeschadet überstehen. Um die Gartenkugeln zu töpfern, wäre es nun grundsätzlich möglich, die geformten Kugeln im Nachhinein mit einer Schlinge auszuhöhlen. Dies ist allerdings recht aufwändig und hinzu kommt, dass sich die Kugeln schnell wieder unschön verformen könnten.

 

Einfacher und sinnvoller ist es daher, die Gartenkugeln in der sogenannten Hohlkugeltechnik zu formen, also von vorneherein hohl aufzubauen. Hierfür wird, wie bei allen Tonarbeiten üblich, zunächst eine Portion Ton kräftig durchgeknetet. Dadurch wird der Ton geschmeidig und Lufteinschlüsse werden herausgearbeitet. Von dem vorbereiteten Ton wird nun eine Portion abgenommen und zu einer Kugel geformt. In diese Tonkugel wird dann mit dem Daumen ein Loch gebohrt.

 

Anschließend wird dieses Loch mit dem Daumen gleichmäßig ausgeweitet, bis eine Schale in Form einer Halbkugel mit gleichmäßig starker Wandung entstanden ist. Nach dem gleichen Prinzip wird dann eine zweite halbkugelförmige Schale geformt. Nun werden die Kanten der beiden Schalen etwas angeraut, mit Tonschlicker bestrichen und zu einer Kugel zusammengefügt.

 

Die Naht wird anschließend wieder mit Tonschlicker glattgestrichen, bis sie praktisch nicht mehr zu sehen ist. Jetzt wird die Kugel noch ein wenig ausgeformt, indem sie von einer Hand in die andere Hand geworfen und in der Handfläche hin- und hergerollt wird, so als würde ein Kartoffelkloß geformt werden. Nach dem gleichen Prinzip werden dann auch alle weiteren Gartenkugeln geformt.  

 

 

 

2. Schritt: die Kugeln verzieren

 

Sind die Kugeln glatt und gleichmäßig ausgeformt, werden sie einmal vorsichtig und nur ganz leicht auf die Arbeitsfläche aufgeschlagen, damit eine Art kleine Standfläche entsteht. Dann wird die Arbeitsfläche mit Zeitungspapier ausgelegt und die Kugeln werden darauf abgestellt. Jetzt folgt der kreative Teil, denn nur geht es ans Verzieren der Kugeln. Dafür werden mit einem Modellierholz oder einem Zahnstocher Muster in die Kugeln geritzt.

 

Wie die Muster gestaltet werden, bleibt dabei natürlich dem eigenen Geschmack überlassen. So können die Muster beispielsweise aus grafischen Formen wie Kreisen, Rechtecken oder Dreiecken bestehen, es können Spiralen oder Wellenlinien eingearbeitet werden oder die Kugeln können mit Blumen, Schmetterlingen, Häusern, Schriftzügen und allerlei anderen Motiven verziert werden.

 

Sind die Kugeln fertig, erhalten sie auf der Standfläche ein Loch. Dieses Loch ist einerseits notwendig, damit die heiße Luft beim Brennen entweichen kann, und dient andererseits als Aufnahme für den Stab. Gearbeitet wird das Loch entweder mit einem Locheisen oder direkt mit dem späteren Stab, wodurch automatisch sichergestellt ist, dass die Kugel später auch tatsächlich auf den Stab passt. Die fertigen Kugeln müssen dann kurz antrocknen, danach kann der Schrühbrand erfolgen. 

 

 

 

3. Schritt: die Kugeln bunt bemalen

 

Nach dem ersten Brand werden die Gartenkugeln nun mit Engoben bunt bemalt. Bei Engoben handelt es sich um flüssigen, eingefärbten Ton und da die Engoben untereinander gemischt werden können, lassen sich viele verschiedene Farbtöne kreieren. Die Engoben werden mit dem Pinsel entweder nur in die eingeritzten Linien oder auf die gesamten Kugeln aufgetragen. Dann muss die Bemalung einige Minuten lang antrocknen.

 

Anschließend wird mit einem feuchten Schwamm solange über die bemalten Kugeln gewischt, bis schön gleichmäßige Farboberflächen entstanden sind und gleichzeitig nur noch soviel Engobe zu sehen ist, dass die Kugeln gut aussehen. Nun folgt noch der Glasurbrand und danach können die Gartenkugeln auf die Stäbe gesteckt und im Garten, auf der Terrasse oder auf dem Balkon präsentiert werden.

 

Wer es nicht ganz so bunt möchte, kann übrigens auch nur mit weißer Engobe arbeiten. Hierbei wird die Engobe aufgetragen und nach dem Antrocknen mit einem feuchten Schwamm solange nachbearbeitet, bis nur noch ein weißer Farbschleier vorhanden ist. Nach dem Glasurbrand sehen die Gartenkugeln dann aus, als wären sie mit Puderzucker bestäubt.

 

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